Interne Untersuchung HSH Nordbank soll Millionen veruntreut haben

Das Ergebnis einer internen Untersuchung belastet die HSH Nordbank angeblich schwer. Dem "Handelsblatt" zufolge soll das Geldhaus mit Dividenden getrickst und so Steuern hinterzogen haben. Die Methode ist schon bei anderen Banken aufgeflogen.

Verwaltungsgebäude der HSH Nordbank: Dubiose Aktiengesellschaften
DPA

Verwaltungsgebäude der HSH Nordbank: Dubiose Aktiengesellschaften


Frankfurt am Main - Die HSH Nordbank soll den Fiskus jahrelang betrogen haben. Dem "Handelsblatt" zufolge hat jetzt eine interne Untersuchung offengelegt, dass das Geldhaus an dubiosen Aktiengeschäften beteiligt war. Dadurch seien offenbar zwischen 2008 und 2011 "viele Millionen Euro" Steuern hinterzogen worden, berichtet die Zeitung weiter. Ein HSH-Sprecher habe keine Stellungnahme abgeben wollen.

Konkret sollen Aktien mit und ohne Dividenden-Bezug über viele Anlaufstellen in rascher Abfolge ge- und verkauft worden sein, so dass die Finanzbehörden getäuscht wurden. Das sogenannte Dividenden-Stripping war schon bei anderen Banken durch interne Untersuchungen öffentlich geworden, etwa bei der HypoVereinsbank (HVB) im Februar dieses Jahres.

Beim Dividenden-Stripping wird mit sogenannten Leerverkäufen gearbeitet - Papiere werden verkauft, aber erst zu einem späteren Zeitpunkt geliefert. Dies ermöglicht es den Investoren, eigentlich einmalige Rückzahlungen der Kapitalertragsteuer mehrfach zu kassieren. Die umstrittene Steuersparpraxis lag bis 2007 aufgrund laxer Gesetze in einem rechtlichen Graubereich.

Im Bericht des "Handelsblatt" heißt es weiter, der HSH-Vorstand wolle sich am kommenden Dienstag mit dem Thema befassen und eine Risikovorsorge in Höhe von 130 Millionen Euro zurückstellen. Auch die HVB hatte im Frühjahr ebenfalls Geld für mögliche Strafen zurückgelegt - in dem Fall waren es 200 Millionen Euro. HVB-Chef Theodor Weimer betonte aber, dies sei keineswegs als Schuldeingeständnis zu werten.

vks



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