JP-Morgan-Chef Dimon "Merkels Schwäche ist schlecht für uns alle"

Das Scheitern der Jamaika-Gespräche sei "Gift für die Wirtschaft", klagten zuletzt deutsche Lobbyverbände. Nun äußert sich auch der Chef der US-Bank JP Morgan besorgt über die politische Krise der Kanzlerin.

Jamie Dimon
AFP

Jamie Dimon


Der Chef der US-Großbank JP Morgan Chase hat sich besorgt über das Scheitern der Sondierungsgespräche zur Bildung einer Jamaikakoalition in Deutschland geäußert. Die Tatsache, dass sich Bundeskanzlerin Angela Merkel in einer geschwächten Position befinde, sei "schlecht für uns alle", sagte Jamie Dimon auf einer Veranstaltung des Wirtschaftsklubs von Chicago.

Dimon steht seit zwölf Jahren an der Spitze von JP Morgan. Er ist zudem Vorsitzender des Business Roundtable, einer Lobbyorganisation von Unternehmenschefs. Der JP-Morgan-Chef kam damit zu einer ähnlichen Einschätzung wie deutsche Wirtschaftsvertreter. Diese hatten entrüstet auf das Scheitern der Jamaika-Verhandlungen reagiert.

Der Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks, Hans Peter Wollseifer, kritisierte das Scheitern der Gespräche als "fatal". Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer sagte verärgert, die jetzt entstehende politische Ungewissheit sei "Gift für die Wirtschaft". (Warum die Folgen für die deutsche Wirtschaft trotz der Empörung von Wirtschaftsvertretern gering sind, lesen Sie hier.)

JP Morgan ist - gemessen an der Bilanzsumme - die größte US-Bank. Der Finanzstabilitätsrat kam jüngst ferner zu der Einschätzung, dass keine andere Bank der Welt so wichtig - und so gefährlich - für die Stabilität des globalen Finanzsystems sei wie JP Morgan.

Bundeskanzlerin Angela Merkel war nicht die einzige politische Führungsfigur, zu der sich Dimon äußerte: Auf die Frage, wie lange US-Präsident Donald Trump wohl noch im Amt sein werde, sagte er: "Wenn ich wetten müsste, würde ich sagen dreieinhalb Jahre." Die Demokraten müssten jedoch einen vernünftigen Kandidaten aufstellen. Sonst werde Trump auch die Präsidentenwahl 2020 gewinnen.

asa/Reuters



TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.