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Angst vor der Krise: Goldpreis klettert auf Rekordhoch

Ängste vor einer Wirtschaftskrise lassen den Goldpreis weiter steigen: Eine Feinunze kostete zeitweise mehr als 1635 Dollar - so viel wie nie zuvor. Der Dax fällt dagegen unter die Marke von 6900 Punkten.

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Corbis

Goldbarren: Anleger investieren verstärkt in das Edelmetall

London/Frankfurt am Main - Gold gilt als Krisenwährung. In unsicheren Zeiten investieren Anleger bevorzugt in das Edelmetall. Das angekündigte Sparpaket der US-Regierung und die Angst der Anleger vor einer neuen Krise ließen deswegen den Goldpreis in die Höhe schnellen. Im Tagesverlauf konnte das Edelmetall um mehr als 20 Dollar zulegen - auf 1635,90 Dollar pro Feinunze (31 Gramm). Auch auf Euro-Basis erreichte der Preis für Gold Chart zeigen ein neues Rekordhoch bei 1154,56 Euro.

Den Auslöser für die aktuelle Rekordjagd an den Goldmärkten sehen Experten in der US-Schuldenkrise und in unerwartet schlechten Konjunkturdaten aus den USA. Vor allem die schlechte Stimmung amerikanischer Einkaufsmanager habe die Sorge vor einem Abflauen der größten Volkswirtschaft der Welt geschürt, erklärten Händler den starken Preisanstieg beim Gold.

Gold steigt, Dax fällt weiter

Der Chefanalyst der Bremer Landesbank, Folker Hellmeyer, sprach von einer "fulminanten Erhöhung der Risikoaversion" an den Finanzmärkten. Der Ansturm auf vermeintliche sichere Anlagen hatte zuvor bereits den Schweizer Franken auf ein neues Rekordhoch im Vergleich zum Euro steigen lassen. Der Dax Chart zeigen verlor dagegen zeitweise 1,3 Prozent auf 6865 Punkte.

Nicht zuletzt dürfte auch der anhaltende Streik Tausender Minenarbeiter seit vergangener Woche den Goldpreis in die Höhe getrieben haben. Die Minen der Unternehmen waren seit vergangener Woche stillgelegt, da Tausende Arbeiter für höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen protestiert hatten.

Offenbar ist in den Tarifverhandlungen zwischen den Gewerkschaften und den südafrikanischen Goldproduzenten eine Einigung erzielt worden, wie die südafrikanische Minengewerkschaft NUM mitteilt. Man habe für die Goldminenarbeiter Zweijahresverträge mit Lohnerhöhungen von acht bis zehn Prozent durchsetzen können, heißt es in der Erklärung.

dis/dpa-AFXP/Reuters

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1. Wenn
idealist100 02.08.2011
Zitat von sysopÄngste*vor einer Wirtschaftskrise lassen den*Goldpreis weiter steigen: Eine Feinunze kostete zeitweise*mehr als*1635*Dollar - so*viel wie nie zuvor. Der Dax fällt dagegen unter die Marke von 6900 Punkten. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,777996,00.html
Wenn man die DM zum Franken mit 1,26 zu 1 hatte und heute das umrechnet hätten wir für DM zum € 1,45 DM zu 1.-€ daran erkennt der Normalbürger wie wir veralbert wurden mit dem € 2:1 wurden wir um 25% enteignet. Und solche Banausen sollen wir noch wählen.
2. Preis oder nicht Preis...
Det70, 02.08.2011
Zitat von sysopÄngste*vor einer Wirtschaftskrise lassen den*Goldpreis weiter steigen: Eine Feinunze kostete zeitweise*mehr als*1635*Dollar - so*viel wie nie zuvor. Der Dax fällt dagegen unter die Marke von 6900 Punkten. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,777996,00.html
Nicht der Preis des Goldes steigt, sondern der Gegenwert der Währungen verfällt.
3. Gut....
Jonny_C 02.08.2011
...wenn man beides hat, Aktien & Gold. Das ist dann die Zwickmühle wie beim Mühlespiel. Aktien runter --> Gold rauf. Gold runter --> Aktien rauf. Das beides fällt hat es noch nicht gegeben.... ;-)
4. Über die Verhältnisse
coriolanus, 02.08.2011
Zitat von sysopÄngste*vor einer Wirtschaftskrise lassen den*Goldpreis weiter steigen: Eine Feinunze kostete zeitweise*mehr als*1635*Dollar - so*viel wie nie zuvor. Der Dax fällt dagegen unter die Marke von 6900 Punkten. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,777996,00.html
Wenn die Staaten über ihre Verhältnisse leben, dann wachsen die Schulden. Notwendig gerät dann der Euro unter Druck, genauso wie der US-Dollar. Der Schweizer Franken verdankt daher seine Aufwertung einer solideren Wirtschaft in dem kleinen demokratischen Land und vor allem dient er als Fluchtwährung - sehr zum Leidwesen der Eidgenossen. Im Land herrscht Teuerung und die grenznahen Eidgenossen decken sich vornehmlich in Österreich und Deutschland mit bis zu 50 % günstigeren Einkäufen ein. Der "doofe Rest" zahlt den Preis.
5. Inflation geringer als Preissteigerung für Gold
mundi 02.08.2011
Zitat von Det70Nicht der Preis des Goldes steigt, sondern der Gegenwert der Währungen verfällt.
So ganz ist es nicht. Abgesehen vom Öl ist die Kaufkraft des Euro gar nicht so schlecht.
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Goldrausch - so profitieren Sie
Gold gilt als krisenfeste Anlage, aber stimmt das wirklich? Grundsätzlich sollte man bedenken: Gold wirft keine Erträge ab - es gibt weder Zinsen noch Dividenden. Gewinn kann man also nur machen, wenn der Goldpreis beständig steigt. Gerade wenn man zu einem hohen Preis kauft, ist es jedoch fraglich, ob der Kurs weiter nach oben klettert. SPIEGEL ONLINE verrät, auf was Sie bei Ihrem Investment achten müssen.
Barren, Münzen, Nuggets
Wer physisches Gold haben will, sollte gängige Anlagemünzen kaufen. Das sind Krügerrand aus Südafrika, die australische Nugget, Wiener Philharmoniker, Maple Leaf aus Kanada oder China Panda. Diese Münzen sind im Unterschied zu Sammlermünzen auch in Krisenzeiten gut handelbar.

Anleger beziehen sie am besten über Banken oder Goldhändler wie Euro Change in Berlin, pro aurum in München oder Westgold. Maßeinheit für echtes Gold ist die Feinunze, sie wiegt 31,1 Gramm. Kunden sollten sich von Banken und Händlern ein Angebot inklusive Versandkosten und aller Gebühren erstellen lassen.

Außerdem sollte man das Problem der Lagerung beachten: Denn zuhause ist die vermeintlich sichere Anlage keineswegs vor Dieben geschützt. In den Golddepots der Banken wiederum fallen Gebühren an. In einem Schweizer Hochsicherheitstresor zum Beispiel beträgt die Depotgebühr monatlich 0,025 Prozent des Werts.
Zertifikate, Fonds, Aktien
Alternativen zum echten Gold sind Wertpapiere wie Goldminenaktien, Goldfonds oder Zertifikate. Der Vorteil für den Anleger: Die Kaufaufschläge sind geringer als bei physischem Gold - und die Lagergebühren fallen ganz weg.

Wer Goldaktienfonds kauft, erwirbt Anteile an Goldminen. Aber nicht jede Mine ist eine Goldgrube. So schwanken die Kurse von Goldminenaktien noch stärker als der Goldpreis. Entsprechend hoch bewerten Experten die Chance-Risiko-Klasse von Goldaktienfonds.

Im Jahr 2009 machten manche Goldfonds rund 50 Prozent Verlust. Der Grund: Die Aktien der Minengesellschaften können sich dem allgemeinen Börsentrend nicht entziehen. Geht es an der Börse abwärts, fallen auch diese Aktien - selbst wenn der Goldpreis steigt.

Ein weiterer Nachteil: Das gute Gefühl, einen realen Wertgegenstand in der Hand zu halten, fällt bei Zertifikaten, Fonds und Aktien weg. Und das Beispiel Lehman Brothers hat gezeigt: Sollte die Bank, die die Zertifikate ausgegeben hat, pleite gehen, ist das Papier wertlos.

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