Angst vor Heuschrecken Deutsche Börse will Staat als Großaktionär

Kapitalismus paradox: Die Deutsche Börse buhlt nach Informationen des manager magazins um den Staat als Großaktionär. Damit will sich der Konzern vor aggressiven Investoren schützen - mit denen er in der Vergangenheit viel Ärger hatte.

Frankfurter Parkett: Die Deutsche Börse verdient mit dem Aktienhandel viel Geld
REUTERS

Frankfurter Parkett: Die Deutsche Börse verdient mit dem Aktienhandel viel Geld


Hamburg - Der Chef der Deutschen Börse Chart zeigen, Reto Francioni, wirbt um staatliche Ankeraktionäre: Es habe in dieser Angelegenheit bereits erste Gespräche mit der hessischen Staatskanzlei und der staatlichen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) gegeben, berichtet das manager magazin unter Berufung auf Frankfurter Finanzkreise.

Francioni sucht Schutz vor aggressiven angloamerikanischen Investoren, die sich ähnlich wie die Hedgefonds Atticus und TCI Ende 2004 in großem Stil bei der Börse einkaufen könnten. Wie aus Finanzkreisen weiter zu erfahren war, wäre die Deutsche Börse daran interessiert, dass das Land Hessen und die KfW jeweils fünf Prozent des Kapitals übernehmen. Dies würde bei der derzeitigen Börsenkapitalisierung Investitionen von jeweils 570 Millionen Euro bedeuten. Das Unternehmen wollte auf Anfrage zunächst keinen Kommentar abgeben. Die KfW erklärt, die Staatsbank sei nicht in Gespräche involviert.

Francioni hatte mit der Suche nach einem Ankerinvestor im Sommer vergangenen Jahres begonnen. Dabei wurden Staatsfonds aus China, Singapur und der arabischen Welt angesprochen. Die Suche nach einem stabilen Investorenkreis geriet aus dem Blickfeld der Öffentlichkeit, nachdem Atticus und TCI, die unter anderem die Abspaltung und den Verkauf des Frankfurter Aktienhandels gefordert hatten, ihre Anteile im Frühjahr verkauft hatten.

böl

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