Mannheim - Nach diesem Beutezug wird er wohl in seinem Ausbildungsberuf keine Chance mehr haben: Die Staatsanwaltschaft Mannheim hat gegen einen 26-jährigen Bank-Azubi Anklage wegen gewerbs- und bandenmäßigem Computerbetrug erhoben. Der junge Mann soll mit Komplizen 337.000 Euro von Kundenkonten abgezweigt haben.
Der Azubi hatte den Ermittlungen zufolge die Zugangsdaten von Bankmitarbeitern ausgespäht, sich damit Zugang zu den Online-Konten von Kunden verschafft und dann EC-Karten mitsamt Geheimnummern angefordert. Diese Karten hätten sich die Täter an eine eigens eingerichtete Postfachadresse schicken lassen. Anschließend hoben sie damit Geld ab.
Einen Teil des erbeuteten Geldes sollen die beiden Männer unter anderem für ein Auto und Motorradkleidung ausgegeben haben, ein Teil floss zu einem weiteren Komplizen nach Österreich. Mit der Motorradkleidung sollen sie sich "vermummt" haben, wenn sie Geld an einem Automaten abhoben.
Bundesweit tätige Bank schaltete Ermittler ein
Indem die Ermittler die Bande schnappten, verhinderten sie offenbar größeren Schaden. Denn weitere geplante Abhebungen von bis zu 880.000 Euro konnten die Ermittler nach eigenen Angaben mit der Festnahme der Verdächtigen verhindern. Die Täter hätten sich bereits weitere 160 EC-Karten besorgt.
Den Namen des betroffenen Instituts nannte die Staatsanwaltschaft nicht, sie sprach lediglich von einer bundesweit aktiven Bank. Diese war demnach auf verdächtige Kontobewegungen gestoßen, hatte eigene Untersuchungen angestellt und auch das Bundeskriminalamt informiert. Der Azubi blieb bei den internen Überprüfungen zunächst unentdeckt.
Bei dem festgenommenen Komplizen in Österreich entdeckten die Ermittler dann aber Chat-Protokolle, die zu dem 26-Jährigen führten. Die Bank hat ihn gefeuert.
mmq/dpa/AFP
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