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Prozess gegen mutmaßliche Betrüger: S&K-Chef verletzt sich schwer bei Fenstersprung

Landgericht in Frankfurt: Sturz aus etwa sechs Metern Höhe Zur Großansicht
Mylius / Wikipedia

Landgericht in Frankfurt: Sturz aus etwa sechs Metern Höhe

Drama im Frankfurter Landgericht: Einer der beiden Hauptverdächtigen im S&K-Verfahren ist kurz vor Prozessbeginn aus dem Fenster gesprungen. Dabei verletzte sich Stephan Schäfer schwer. Ihm und seinem Kompagnon wird Anlagebetrug in dreistelliger Millionenhöhe vorgeworfen.

Frankfurt am Main - Beim Zivilprozess gegen die mutmaßlichen Finanzbetrüger von S&K hat sich eine Tragödie ereignet: Einer der beiden Firmengründer, Stephan Schäfer, hat sich nach Angaben eines Sprechers des Frankfurter Landgerichts bei einem Sprung aus einem Fenster schwer verletzt. Ob es sich um einen Flucht- oder um einen Suizidversuch handelte, ist bislang unklar.

Der Mann, dem die Hände mit Handschellen vor dem Bauch gefesselt waren, habe sich aus einem Fenster im ersten Stock gestürzt, sagte der Gerichtssprecher. Beim Sturz auf das Pflaster aus etwa sechs Metern Höhe habe sich der Hauptbeschuldigte aus dem Anlagebetrugsverfahren um die Immobiliengruppe S&K schwer verletzt. Der 34 Jahre alte Untersuchungshäftling sei wenige Minuten später in ein Krankenhaus gebracht worden.

Schäfer war aus dem Gefängnis in Weiterstadt zu einem Zivilprozess gegen eine der S&K-Gesellschaften als Geschäftsführer vorgeladen worden. Sein Kompagnon Jonas Köller war nicht im Gericht erschienen.

Ein Anwalt, der zahlreiche S&K-Geschädigte vertritt, übte harsche Kritik an den Verantwortlichen. "Das ist blamabel für die Justiz", sagte Marc Gericke. "Jemanden mit der Straferwartung, wie sie Schäfer im vorliegenden Fall hat, nur in Handschellen und in einen Saal mit offenem Fenster zu führen, ist ohne weitere Sicherungsmaßnahmen in jedem Fall problematisch."

Die Geschäftsführer der Immobiliengruppe S&K werden mit zehn weiteren Angeklagten der Untreue sowie des gewerbs- und bandenmäßigen Betrugs mit Kapitalanlagen beschuldigt. Sie sollen mit einem umfangreichen Schneeballsystem Tausende Privatanleger um einen dreistelligen Millionenbetrag gebracht haben.

Der mutmaßliche Anlagebetrug im großen Stil war durch eine bundesweite Großrazzia Ende Februar ans Licht gekommen, bei der 1200 Beamte an insgesamt 130 Orten in der Bundesrepublik Wohn- und Geschäftsräume von S&K sowie deren Partnerfirmen durchsuchten. Strafverfolgern zufolge verwendeten die beiden S&K-Chefs Stephan Schäfer und Jonas Köller das Geld für ihren exzessiven Lebensstil.

cte/fdi/dpa

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