Hoffnung auf Niedrigzinsen: Börsianer feiern schwache US-Arbeitsmarktdaten

Der amerikanische Jobmarkt kommt nicht in Schwung. Zwar gab es im Mai mehr neue Stellen als erwartet, doch zugleich stieg die Arbeitslosenquote überraschend an. An der Börse sorgten die Daten für gute Stimmung. Die Anleger hoffen, dass die Notenbank nun weiter billiges Geld in die Märkte pumpt.

Jobsuchende in den USA (Archivbild): Es geht nur langsam voran Zur Großansicht
REUTERS

Jobsuchende in den USA (Archivbild): Es geht nur langsam voran

Washington - In den USA ist die Arbeitslosenquote im Mai überraschend gestiegen. Sie legte im Vergleich zum Vormonat um 0,1 Prozentpunkte auf 7,6 Prozent zu. Ökonomen hatten erwartet, dass die Quote auf 7,5 Prozent verharrt.

Gleichzeitig gab es auch positive Zahlen. So hat die US-Wirtschaft im Mai mehr neue Arbeitsplätze geschaffen als erwartet. Die Beschäftigtenzahl außerhalb der Landwirtschaft stieg im Vergleich zum Vormonat um 175.000 Stellen. Volkswirte hatten mit einem Zuwachs um 163.000 Stellen gerechnet. Allerdings wurde der Zuwachs in den beiden Vormonaten März und April um insgesamt 12.000 Stellen nach unten korrigiert.

Insgesamt deuten die Daten höchstens auf eine langsame Erholung der US-Wirtschaft hin. Die Arbeitslosenquote liegt immer noch deutlich über dem Schnitt der vergangenen 60 Jahre von rund sechs Prozent - und auch die Zahl der neu geschaffenen Stellen ist nicht besonders hoch.

An der Börse wurden die Zahlen trotzdem positiv aufgenommen. Der deutsche Aktienindex Dax Chart zeigen drehte vom Minus ins Plus und schloss knapp zwei Prozent höher bei 8254 Punkten. Die Anleger hoffen darauf, dass die US-Notenbank Fed ihre extrem lockere Geldpolitik mit umfassenden Anleihenkäufen beibehält.

"Der Stellenzuwachs ist für einen deutlichen Abbau der Arbeitslosenquote zu schwach", sagte Chefvolkswirt Thomas Gitzel von der VP Bank. "Für eine vorschnelle Drosselung der monatlichen Wertpapieraufkäufe der Fed bietet das keine Grundlage."

Die Fed hatte angekündigt, ihre Nullzinspolitik so lange fortzusetzen, bis die Arbeitslosenquote auf 6,5 Prozent gesunken ist. Zugleich hatte sie ein Zurückfahren ihrer Staatsanleihenkäufe von derzeit 85 Milliarden Dollar in Aussicht gestellt, falls sich die Beschäftigungslage nachhaltig verbessern sollte.

stk/Reuters/dpa

Diesen Artikel...
  • Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • Auf anderen Social Networks teilen

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 19 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1.
zynik 07.06.2013
Zitat von sysopDer amerikanische Jobmarkt kommt nicht in Schwung. Zwar gab es im Mai mehr neue Stellen als erwartet, doch zugleich stieg die Arbeitslosenquote überraschend an. An der Börse sorgten die Daten für gute Stimmung. Die Anleger hoffen, dass die Notenbank nun weiter billiges Geld in die Märkte pumpt. Anleger feiern schwache Arbeitsmarktdaten aus USA - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/anleger-feiern-schwache-arbeitsmarktdaten-aus-usa-a-904425.html)
Die Vögel würden auch die Apokalypse feiern, wenn man dabei Geld machen könnte.
2.
muellerthomas 07.06.2013
Zitat von sysopDer amerikanische Jobmarkt kommt nicht in Schwung. Zwar gab es im Mai mehr neue Stellen als erwartet, doch zugleich stieg die Arbeitslosenquote überraschend an.
Eben, so schwach waren die Zahlen nicht. Hält der Stellenaufbau in dem Tempo, wird die Quote weiter sinken und die Beschäftigungsquote (die nun gestiegen ist) steigen.
3. na toll ...
elizar 07.06.2013
Egal wie, aber die schlagen aus jedem Mist wohl Kapital ...
4. Nur Mal so...
rogerthetaxpayer 07.06.2013
Die Menschen die aus der Statistik fallen werden wo aufgeführt? Wo? Hallo? Schweigen!
5. tja
matz-bam 07.06.2013
Zitat von zynikDie Vögel würden auch die Apokalypse feiern, wenn man dabei Geld machen könnte.
was gut für die börse ist, ist schlecht für den menschen. und umgekehrt.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Wirtschaft
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Unternehmen & Märkte
RSS
alles zum Thema Wirtschaft in den USA
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



  • Drucken Senden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Kommentieren | 19 Kommentare

Fläche: 9.632.000 km²

Bevölkerung: 310,384 Mio.

Hauptstadt: Washington, D.C.

Staats- und Regierungschef: Barack Obama

Vizepräsident: Joseph R. Biden

Mehr auf der Themenseite | Wikipedia | Lexikon | USA-Reiseseite