Insolvente Drogeriekette Familie Schlecker fällt weich

Tausenden Schlecker-Mitarbeitern droht nach der Pleite die Arbeitslosigkeit, einer muss sich keine Sorgen um seine finanzielle Zukunft machen: Unternehmensgründer Anton Schlecker. Seiner Familie bleiben nach Informationen des manager magazin rund 70.000 Euro im Monat.

Schlecker-Filiale in Bremen: Gründer besucht weiterhin regelmäßig Läden der Drogeriekette
dapd

Schlecker-Filiale in Bremen: Gründer besucht weiterhin regelmäßig Läden der Drogeriekette

Von Simon Hage und


Hamburg - Auch nach der Schlecker-Pleite muss Firmengründer Anton Schlecker sich nicht vor Armut fürchten. Der Familie bleibt nach manager-magazin-Informationen ein ausreichendes Vermögen, um dem Patriarchen einen gehobenen Lebensstil zu ermöglichen.

Zwar hat der allein haftende Drogeriemarktgründer durch die Insolvenz die Verfügungsgewalt über sein Vermögen verloren. Laut Gesetz steht ihm lediglich ein sogenanntes Pfändungsschutzkonto mit einem monatlichen Freibetrag von 1028,98 Euro zu. Allerdings verfügen seine Angehörigen über eigene Vermögenswerte, die zu großen Teilen nicht zur Insolvenzmasse zählen.

Ehefrau Christa besitzt unter anderem das Privatanwesen in Ehingen. Die Kinder Lars und Meike Schlecker wiederum sind Eigentümer der Ehinger Logistikfirma LDG, die in guten Jahren einen Umsatz von rund 35 Millionen Euro erzielte. Kenner der Familie schätzen, dass den Schleckers monatlich rund 70.000 Euro zum Leben bleiben.

Schlecker hatte Ende Januar Insolvenz angemeldet und später mitgeteilt, dass rund 2200 Filialen geschlossen werden. Mehr als 11.000 Mitarbeiter werden ihre Jobs verlieren. Am Donnerstag verhandeln Vertreter der Landesregierungen über Transfergesellschaften für die Beschäftigten. Deren Einkommen sind nur noch bis Ende des Monats über das Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit gesichert. Kommt es zu keiner Einigung über einen Kredit der staatlichen Förderbank KfW, sind die Beschäftigten möglicherweise bereits ab 1. April arbeitslos.

Der Bund will den Kredit nur freigeben, wenn die Länder dafür bürgen. In einer Transfergesellschaft würden die Schlecker-Mitarbeiter bis zu einem Jahr lang einen Großteil ihres Gehalts weiterbekommen und gleichzeitig für Bewerbungen geschult.

Nach früheren Angaben des Insolvenzvenwalters Arndt Geiwitz reicht das Restvermögen der Familie allerdings bei Weitem nicht aus, um die Sanierung der Drogeriekette damit maßgeblich voranzutreiben. Auch für die Gründung der Transfergesellschaften, die entlassenen Mitarbeitern einen Neuanfang ermöglichen sollen, sind demnach keine privaten Mittel vorhanden.

Gründer Anton Schlecker hält unterdessen an alten Gewohnheiten fest. Mit seinem schwarzen Porsche fährt er weiterhin regelmäßig in die Ehinger Firmenzentrale, obwohl er keine Entscheidungen mehr treffen darf. Immer donnerstags und freitags besucht der Unternehmer mit seiner Frau Christa Schlecker-Filialen. Ganz so, als hätte es die Insolvenz nie gegeben.



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dunham 22.03.2012
1. Tell me why
Zitat von sysopdapdTausenden Schlecker-Mitarbeitern droht nach der Pleite die Arbeitslosigkeit, einer muss sich keine Sorgen um seine finanzielle Zukunft machen: Unternehmensgründer Anton Schlecker. Seiner Familie bleiben nach Informationen des manager magazin rund 70.000 Euro im Monat. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,823009,00.html
Warum ahnten wir, dass Herr Schlecker niemals Verantwortung übernehmen muss, als wir das erste Mal von der Schlecker-Pleite hörten?
Mo2 22.03.2012
2. Staatshilfe
Zitat von sysopdapdTausenden Schlecker-Mitarbeitern droht nach der Pleite die Arbeitslosigkeit, einer muss sich keine Sorgen um seine finanzielle Zukunft machen: Unternehmensgründer Anton Schlecker. Seiner Familie bleiben nach Informationen des manager magazin rund 70.000 Euro im Monat. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,823009,00.html
Na dann geht`s ja. Wie war das noch mal mit der Forderung nach staatlicher Hilfe? Ich wäre sogar einverstanden - wenn die Schleckers bei ihrem Monatseinkommen eine 0 wegstreichen und sich mit dem so gesparten Geld an der Hilfe beteiligen. Alles andere ist pervers.
inci2 22.03.2012
3.
Zitat von sysopdapdTausenden Schlecker-Mitarbeitern droht nach der Pleite die Arbeitslosigkeit, einer muss sich keine Sorgen um seine finanzielle Zukunft machen: Unternehmensgründer Anton Schlecker. Seiner Familie bleiben nach Informationen des manager magazin rund 70.000 Euro im Monat. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,823009,00.html
na, da bin ich aber mal gespannt auf die kommentare all derer, die nicht nur mich hier in der luft zerrissen haben, weil doch der einzelunternehmer anton schlecker mit seinem privatvermögen hafte, und davon nun gar nix mehr übrig sei, und ich (sowie andere mitforisten auc) von anfang an der meinung waren, daß die aussage der familie schlecker "man habe gar nichts mehr" eben nicht die wahrheit war.
jayram 22.03.2012
4. Die Made bleibt im Speck
Zitat von sysopdapdTausenden Schlecker-Mitarbeitern droht nach der Pleite die Arbeitslosigkeit, einer muss sich keine Sorgen um seine finanzielle Zukunft machen: Unternehmensgründer Anton Schlecker. Seiner Familie bleiben nach Informationen des manager magazin rund 70.000 Euro im Monat. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,823009,00.html
Mit diesen 70.000 € käme ich locker 2 Jahre aus und könnte auch noch mal wieder Urlaub machen.
Maya2003 22.03.2012
5. Die Armut der Oberschicht
Zitat von sysopdapdTausenden Schlecker-Mitarbeitern droht nach der Pleite die Arbeitslosigkeit, einer muss sich keine Sorgen um seine finanzielle Zukunft machen: Unternehmensgründer Anton Schlecker. Seiner Familie bleiben nach Informationen des manager magazin rund 70.000 Euro im Monat. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,823009,00.html
Lächerliche 70000 € - da kann man wahrlich keine großen Sprünge machen. Herr Schlecker wird jetzt sparen müssen oder er muß wulffen lernen.
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