Kurz vor der Pleite Anton Schlecker überwies 800.000 Euro an Enkel

Ex-Drogeriekönig Anton Schlecker hat nach Informationen des manager magazin kurz vor der Konzernpleite Hunderttausende Euro an seine Enkel überwiesen. Wirtschaftsfahnder vermuten dahinter eine Straftat - dem 70-Jährigen droht die Anklage.

Anton Schlecker (Archivbild von 1999): Die Justiz ermittelt gegen ihn
DPA

Anton Schlecker (Archivbild von 1999): Die Justiz ermittelt gegen ihn


Dem Ex-Drogeriemarktkönig Anton Schlecker (70) droht eine Anklage wegen "Bankrotts". Wie das manager magazin berichtet, sind die Fahnder der Stuttgarter Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Wirtschaftskriminalität in ihren dreijährigen Ermittlungen auf mögliche Straftaten gestoßen. Konkret geht es demnach um den Verdacht, Schlecker habe angesichts der drohenden Insolvenz Vermögen beiseitegeschafft.

Ins Visier der Ermittler sind Geldgeschenke Schleckers an seine Enkelkinder in Höhe von rund 800.000 Euro geraten. Das Geld floss im Frühjahr 2011, zu einem Zeitpunkt, als die Firma Verluste in dreistelliger Millionenhöhe verzeichnete. Noch schwerer ins Gewicht fallen könnten Millionensummen, die Schlecker mittels überhöhter Preise auf die LDG, eine Firma seiner Kinder Meike und Lars Schlecker, übertragen haben soll.

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Anton Schlecker: Abtauchen nach der Pleite
Die Staatsanwaltschaft Stuttgart ermittelt nicht nur gegen den Firmenpatriarchen, sondern auch gegen dessen Kinder Meike und Lars sowie frühere Manager des Konzerns. Die Ermittlungen, die im Sommer 2012 mit Razzien in 18 Wohnungen und vier Geschäftsgebäuden begonnen hatten, sind weitestgehend abgeschlossen.

Derzeit haben die Schlecker-Anwälte Akteneinsicht. Sollten die Verteidiger keine grundlegenden Neuigkeiten vorlegen, könnten die Staatsanwälte noch in diesem Jahr Anklage erheben, berichtet das manager magazin. Die Anwälte der Familie Schlecker wollten sich auf Anfrage nicht äußern.

Schlecker regierte die nach ihm benannte Drogeriekette bis zur Insolvenz im Januar 2012. Damals hatte Schlecker noch 7000 Filialen und etwa 30.000 Mitarbeiter. Als der Drogeriekonzern zugrunde ging, stellten sich die Kinder öffentlich vor die Eltern. Lars Schlecker ging zu den Beschäftigten in Betriebsversammlungen, Meike Schlecker gestand in einer Pressekonferenz das Scheitern der Unternehmerfamilie ein.

mxw



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insgesamt 56 Beiträge
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windpillow 22.10.2015
1. Schleckerland ist abgebrannt
O tempora o mores! So wie es aussieht, eine durch und durch kriminelle Familie -von Opa und Oma, bis zu den Enkeln.
Rubyconacer 22.10.2015
2. In vielen Dörfern
wichtiger Plauderladen gewesen. Die unfreundlichen Verkäuferinnen aber nicht. Ich hab da nie gern eingekauft. War mir zu schmuddelig, so wie in manchen Nettofilialen.
trader_07 22.10.2015
3. Das ist plausibel...
"Kurz vor der Pleite: Anton Schlecker überwies 800.000 Euro an Enkel" Das ist plausibel, sofern Herr Schlecker vier Enkel hat. Damit hat er den steuerfreien Betrag in Höhe von 200.000 EUR pro Enkel ausgeschöpft.
logabjörk 22.10.2015
4. war doch klar
wie Kloßbrühe. 'Dasselbe bei Middelhoff!!
partey 22.10.2015
5. hmmm
Mir ist aufgefallen, dass die wirklich (erfolg)reichen Menschen beinah ausnahmslos durch Trickserei und Betrügerei auffallen. Daraus ziehe ich für mich den Schluß, dass man in diesem Land nur durch Lug und Betrug zu nennenswertem Wohlstand bringt. Da ich nicht ewig Lohnsklave bleiben möchte, müsste ich mir wohl auch mal was überlegen. Das wäre zwar schlecht für die Allgemeinheit, aber anders erreicht man ja anscheinend nix. sorry to be not sorry liebe Landsleute!
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