Angeblich 100 Prozent Ökostrom Apple verkündet Vollzug der Energiewende

Der verstorbene Gründer Steve Jobs hatte die Vision, Apple eines Tages komplett mit erneuerbaren Energien zu betreiben. Nun ist es fast so weit. Wären da nicht die vielen Zulieferer in China.

Bau der Apple-Firmenzentrale in Cupertino
REUTERS

Bau der Apple-Firmenzentrale in Cupertino


Apple betreibt alle seine Büros, Rechenzentren, Einkaufsläden und eigenen Fabriken weltweit komplett mit erneuerbaren Energien. Das teilte Apple-Vorstand Lisa Jackson an diesem Montag mit. Vor zwei Jahren hatte der Anteil erneuerbarer Energien noch bei 87 Prozent gelegen.

Zuletzt wurde das neue Apple-Hauptquartier in Cupertino mit sauberer Energie in Betrieb genommen. Das spektakuläre kreisrunde Hauptgebäude und die anderen Einrichtungen im Apple Park werden unter anderem mit einer 17-Megawatt-Solaranlage auf dem Dach und Biogas-Brennstoffzellen in der Größenordnung von vier Megawatt versorgt. In Zeiten geringer Auslastung speist Apple hier saubere Energie an das öffentliche Netz zurück.

Nachholbedarf in der Produktion

Ab jetzt laufen zwar alle Büros, Einkaufsläden und Datencenter mit grünem Strom. Die Produktion von IPhone & Co ist aber noch nicht so weit, weil Apple hier auf Zulieferbetriebe angewiesen ist. Mehr als zwei Drittel der Treibhausgasemissionen gehen auf die Produktion zurück. Bereits vor einigen Jahren hat sich Apple zum Ziel gesetzt, nur noch Ökostrom zu verwenden - inklusive all seiner Zuliefererunternehmen.

Nach Angaben von Apple haben sich neun weitere Produktionspartner verpflichtet, ihre gesamte Produktion für den iPhone-Konzern mit 100 Prozent sauberer Energie zu fahren, darunter der wichtige chinesische Auftragsfertiger Pegatron mit seinen Fabriken in Shanghai und Kunshan. Damit haben sich inzwischen 23 Zulieferer dazu verpflichtet, nur noch Energie aus erneuerbaren Quellen zu verwenden. Bei einer Lieferkette von mehreren hundert Unternehmen hat Apple aber seine selbst gesteckten Ziele noch lange nicht erreicht.

Um seine Ziele zu erreichen, hat sich Apple in der Initiative Re100 mit rund 130 Großkonzernen zusammengeschlossen, die ihre Energieversorgung teilweise schon bis 2020 komplett auf erneuerbare Energien umstellen wollen. 25 von ihnen haben das bereits 2016 erreicht und sind damit deutlich weiter als Apple.

ssu/hej/dpa/AFP



insgesamt 19 Beiträge
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str.21.de 10.04.2018
1. Google doch auch
und zwar schon seit längerem. Wieso wurde da nicht so ein Schlagzeilenartikel draus gemacht. Aaaahhh, ja, die schöne weiße Welt...
Referendumm 10.04.2018
2. "erneuerbaren Energien" gibt es nicht!
"erneuerbaren Energien" gibt es nicht, da diese gegen die Hauptsätze der Thermodynamik und damit gegen die Regeln der Physik verstoßen. Da das so ist, kann Apple dieses ebenso NICHT von sich behaupten. Und ob "Ökostrom" wirklich auch ökologisch und damit umweltfreundlich ist, darüber lässt sich trefflich streiten. Dazu müsste man sich jeden Baustein anschauen und bewerten. Und ein Konzern wie Apple, der solche lächerlichen Produkte Jahr für Jahr auf den Markt schwemmt und die bisherigen Produkte weder hardware- noch softwareseitig weiter entwickeln tut, der handelt per se völlig unökologisch und damit umweltfeindlich. Von seinen Fertigungsstätten in China mal ganz zu schweigen… Die Meldung: ″Apple verkündet Vollzug der Energiewende″ ist damit reine Augenwischerei. Ein reiner Marketinggag, wie er tagtäglich von Apple durchgeführt wird.
acitapple 10.04.2018
3.
Zitat von str.21.deund zwar schon seit längerem. Wieso wurde da nicht so ein Schlagzeilenartikel draus gemacht. Aaaahhh, ja, die schöne weiße Welt...
Hätten Sie hier auch gefragt, warum das Vorhaben von Apple nicht genannt wurde ? Nein, bestimmt nicht. Also nur whataboutism... http://www.spiegel.de/wirtschaft/forschungsprojekt-google-steckt-millionen-in-oekostrom-a-520065.html
darthmax 10.04.2018
4. Biogas
ist also erneuerbar hmmm, nur wenn es neues Bio ist oder auch schon älteres ? Heizung auch nur noch über reversible Klimaanlagen ? Irgendwie traue ich diesen Äusserungen nur eingeschränkt solange ein Anschluss an das öffentliche Stromnetz besteht, dass angeblich nur für den Abfall ( überflüssige Energie ) gut ist. Dieser Anschluss allein belegt doch schon die Unsicherheit der Inselversorgung.
Freier.Buerger 10.04.2018
5. Strom und Spannung
Wer ist eigentlich alles Zulieferer oder Produktionspartner? Mit Spannung erwarte ich ich die Aussage, dass auch die Kupfer- und Aluminiumhütten, die Kupfer-, Gold- und Litiumminen zu 100% mit Ökostrom arbeiten und auch das Netzteil und Ladekabel nicht nur den Ökostrom aus dem Netz filtert, sondern auch biologisch abbaubar sind.
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