Riesige Sonderausschüttungen Apple-Aktionäre bekommen weitere 100 Milliarden Dollar

Im vergangenen Quartal hat Apple 52,2 Millionen iPhones verkauft und seinen Gewinn auf 13,8 Milliarden Dollar gesteigert. Jetzt sollen die Aktionäre kräftig profitieren.

Apple-Chef Tim Cook (März 2018)
AFP

Apple-Chef Tim Cook (März 2018)


Apple wird über einen Aktienrückkauf weitere 100 Milliarden Dollar an seine Aktionäre ausschütten. Der Konzern kündigte den bereits erwarteten Schritt am Dienstag im Nachgang der US-Steuerreform an. Bisher addierten sich Apples Ausschüttungen an Aktionäre über Rückkäufe und Dividenden auf 300 Milliarden Dollar. Die zuletzt schwächelnde Aktie legte im nachbörslichen Handel zeitweise um rund vier Prozent zu.

Dazu trug auch bei, dass Apple Chart zeigen die Sorgen um den iPhone-Absatz eindämmen konnte: Der Konzern verkaufte im zweiten Geschäftsquartal 52,2 Millionen Telefone. Das waren drei Prozent mehr als ein Jahr zuvor und in etwa so viele wie im Schnitt von Analysten erwartet. Zuletzt hatten einige Marktbeobachter schlechtere Zahlen befürchtet, nachdem einige Zulieferer schwache Prognosen abgegeben hatten.

Der Umsatz wuchs in dem Ende März abgeschlossenen zweiten Geschäftsquartal um 16 Prozent auf 61,1 Milliarden Dollar, wie es im Apple-Bericht heißt. Unterm Strich bleib ein Gewinn von 13,8 Milliarden Dollar, nach gut 11 Milliarden im Vorjahresquartal.

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Das iPhone X sei das am besten verkaufte Apple-Telefon in jeder Woche des Quartals gewesen, hieß es vom Konzern. In den vergangenen Monaten war immer wieder spekuliert worden, das mehr als 1000 Euro teure Smartphone verkaufe sich nach einem ersten Schub im Weihnachtsgeschäft schwach.

Der Umsatz in der Rubrik andere Produkte stieg im Jahresvergleich um 38 Prozent auf 3,95 Milliarden Dollar. Dazu dürfte der vernetzte Lautsprecher HomePod seinen Beitrag geleistet haben. Zugleich waren die Erlöse aber um 28 Prozent niedriger als im Weihnachtsquartal mit laut Analysten sehr starken Verkäufen der Computer-Uhr Apple Watch. Der Konzern nennt keine Absatzzahlen zu beiden Geräten.

Im Service-Geschäft mit Diensten wie Apple Music oder dem Speicherdienst iCloud stiegen die Erlöse um 31 Prozent auf 9,2 Milliarden Dollar. Verschiedene Apple-Angebote hätten jetzt 270 Millionen zahlende Abo-Kunden, sagte Konzernchef Tim Cook.

Apple bringt den Großteil seiner Auslandsreserven von fast 270 Milliarden Dollar in die USA zurück, weil die Steuerreform der Trump-Regierung dafür deutlich geringere Abgaben vorsieht als bisher.

aar/dpa



insgesamt 10 Beiträge
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Seite 1
alfreddneumann 02.05.2018
1. Wow
Ich hatte mal grob mit Durchschnittlich 900 Euro/Dollar pro verkauftem Gerät gerechnet und bin auf ca. 47 Mrd. gekommen. Was 30 Prozent pro Gerät gebracht hätte. Das der Umsatz 61 Mrd ist kann nur bedeuten, dass die Leute wie Blöde das iPhone X kaufen. Das dadurch die Rendite auf 20 Prozent fällt hätte ich so auch nicht gedacht. Was nur heißen kann Apple verdient aus irgendeinem Grund nicht so viel an den Geräten. An den Produktionskosten kann es nicht liegen. So ein Gerät kostet in der Herstellung 20 Dollar. Vielleicht hat ja einer eine Idee.
edgarzander 02.05.2018
2. Fragen über Fragen.....
Auf welche Art und Weise bedingt ein Aktienrückkauf eine Ausschüttung an die Aktionäre? Wäre ein Aktienrückkauf nicht erst dann sinnvoll, wenn man die Barmittel (400 Mrd.) - immerhin mehr als die Hälfte der Marktkapitalisierung- ausgekehrt hat? Der Aktienkurs müsste doch anschließend enorm in den Keller rauschen?
vogel0815 02.05.2018
3. @1
Angeblich sind die Lager voll. Daher ist die Rendite niedrig. Es wird eben nicht für den Umsatz produziert sondern teilweise fürs Lager. Ergo: das X verkauft sich schlechter als erwartet.
diorder 02.05.2018
4. Umverteilungsmaschine Apple
Wir Konsumenten bedienen nicht nur bei Apple die digitalen Umverteilungsmaschinen , überwiegend mit Sitz in den USA . Trump holt also auch unser Geld, mit Waren durch Ausbeutung in Asien produziert, nach den USA zurück. Vergoldet mit Steuererdumping. Da sind die Zölle peanuts dagegen. Die anderen Länder , in denen diese Gewinne gemacht werden, gehen nahezu leer aus. Langsam wird auch die extremistisch- marktliberale EU wach. Zu spät. Die Milliarden sind futsch. Übrigens: Auch die Dividenden der DAX-Konzerne gegen überwiegend steuerfrei ins Ausland. Zumeist dort auch nur gering besteuert. Vor allem in den USA.
minsk60 02.05.2018
5. Quellensteuer
Zitat von diorderWir Konsumenten bedienen nicht nur bei Apple die digitalen Umverteilungsmaschinen , überwiegend mit Sitz in den USA . Trump holt also auch unser Geld, mit Waren durch Ausbeutung in Asien produziert, nach den USA zurück. Vergoldet mit Steuererdumping. Da sind die Zölle peanuts dagegen. Die anderen Länder , in denen diese Gewinne gemacht werden, gehen nahezu leer aus. Langsam wird auch die extremistisch- marktliberale EU wach. Zu spät. Die Milliarden sind futsch. Übrigens: Auch die Dividenden der DAX-Konzerne gegen überwiegend steuerfrei ins Ausland. Zumeist dort auch nur gering besteuert. Vor allem in den USA.
Bei jeder Dividendenzahlung an Gebietsfremde werden sofort 25% Quellensteuer abgezogen. Dieser Abzug ist nur teilweise mit dem im Wohnortland anfallenden Einkommenssteurn verrechenbar. Ihre Aussage ist falsch.
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