New York - Apple hat offenbar Probleme, das iPhone 5 in großen Mengen zu verkaufen. Wie das "Wall Street Journal " ("WSJ") berichtet, hat der Elektronikkonzern die Bestellungen von Bauteilen für sein neuestes Smartphone wegen niedrigerer Nachfrage gesenkt. So seien für das laufende Quartal nur halb so viele Bildschirme geordert worden wie ursprünglich geplant, schreibt das "WSJ" unter Berufung auf informierte Personen.
Auch die japanische Wirtschaftzeitung "Nikkei" berichtete, dass Apple wegen der schlechten Verkaufszahlen die Bestellungen bei den Bildschirmlieferanten Japan Display, Sharp und LG Display drastisch reduziert habe. Ursprünglich sollten im laufenden Quartal 65 Millionen Stück bestellt werden. So werde Japan Display den Ausstoß verglichen zum letzten Quartal 2013 vorübergehend wohl um 70 bis 80 Prozent verringern, hieß es in dem Blatt. Das Werk von Sharp
in der Präfektur Mie werde die Produktion im Januar und Februar um 40 Prozent drosseln. Laut "WSJ" sollen auch Bestellungen für andere Komponenten zurückgefahren worden sein.
Berichte über niedrigere Apple-Bestellungen bei Zulieferern tauchen zwar immer wieder auf und haben häufig wenig zu bedeuten: Zum Teil werden die Aufträge manchmal nur umgeschichtet, zum anderen können gleichzeitig schon Komponenten für neue Modelle bestellt werden. Diesmal brachten die Quellen der Zeitung den Rückgang aber direkt mit einer schwächer als erwartet ausgefallenen Nachfrage in Verbindung.
Die Zahlen für das Weihnachtsgeschäft, die Apple
am 23. Januar vorlegt, werden jetzt noch spannender. Bisher war erwartet worden, dass der Konzern mit dem iPhone 5 seine Position im Smartphone-Markt deutlich verbessern kann. Zuvor hatte der wichtigste Rivale Samsung
den Abstand stark vergrößern können. Im dritten Quartal kam fast jedes dritte weltweite verkaufte Computertelefon von Samsung, während Apple bei einem Marktanteil von rund 15 Prozent lag.
Samsung hat derweit weltweit bereits mehr als hundert Millionen Smartphones der Serie Galaxy S verkauft. Seit das Modell vor weniger als drei Jahren erstmals in die Läden kam, habe das Unternehmen 25 Millionen Handys der ersten Generation, 40 Millionen Galaxy S II und 41 Millionen Galaxy S III abgesetzt, teilte Samsung am Montag mit.
Das südkoreanische Unternehmen brachte sein erstes Galaxy-S-Modell Ende Mai 2010 auf den Markt. Anfangs noch im Hintertreffen gegenüber dem dominierenden iPhone von Apple, holte Samsung rasch auf und wurde zum größten Hersteller von Smartphones. Auch die 100-Millionen-Marke erreichte Samsung mit dem Galaxy S schneller als Apple. Der US-Konzern brauchte rund vier Jahre, um 100 Millionen iPhones zu verkaufen.
nck/dpa/Reuters/dapd
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