Trotz Problemen beim iPhone Apple-Aktionäre dürfen Milliarden-Geschenk erwarten

Noch ist Apple das wertvollste Unternehmen der Welt - doch Amazon rückt immer näher. Wie soll der Tech-Konzern seine Eigentümer gnädig stimmen? Analysten rechnen mit einem 100-Milliarden-Dollar-Coup.

Apple-Chef Tim Cook
AFP

Apple-Chef Tim Cook


An der Wall-Street gehörte die Apple-Aktie jahrelang zu den absoluten Lieblingen der Investoren. Lange glaubten sie, dass Apple als wertvollste Firma der Welt schon bald die erste "Trillion Dollar Company" wird, eine Firma mit mehr als einer Billion Dollar Börsenwert.

Doch zuletzt mehrten sich die Anzeichen, dass Apple Chart zeigen den ersten Platz wohl nicht mehr lange halten kann - und womöglich Amazon Chart zeigen die magische Schwelle von einer Billion Börsenwert als Erstes knackt. Der Handelskonzern hat seinen Gewinn zuletzt verdoppelt und steigerte seinen Börsenwert auf 760 Milliarden Dollar, ist damit nur noch knapp 60 Milliarden Dollar weniger wert als Apple.

"Inzwischen gehe ich davon aus, dass Amazon das Rennen machen wird", sagt Georg von Wallwitz, Geschäftsführer der Vermögensverwaltung von Eyb & Wallwitz. Kein anderer Konzern auf dieser Welt könne in so schneller Zeit so viele Branchen überrennen. Apple hingegen sei viel zu stark von seinem iPhone-Geschäft abhängig.

Zuletzt kursierten gar Gerüchte, wonach das Geschäft mit dem iPhone X nicht so gut läuft, wie erhofft. Im abgelaufenen Quartal verkaufte Apple gerade einmal 77,3 Millionen Smartphones, Analysten hatten mit 80 Millionen gerechnet. Kritiker sehen das Ende des Smartphone-Booms schon kommen.

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Um seine Aktionäre bei Laune zu halten, könnte das Unternehmen an diesem Dienstag, wenn es seine Quartalszahlen vorstellt, riesige Sonderausschüttungen an die Aktionäre ankündigen. Das könnte die zuletzt gebeutelten Investoren etwas beruhigen.

Leisten kann Apple sich die Großzügigkeit durchaus. Die Kassen des Tech-Konzerns sind prall gefüllt: Apple hatte im Januar angekündigt, einen Großteil der 250 Milliarden Dollar, die der Konzern im Ausland geparkt hat, zurück in die USA zu holen und unter anderem für Aktienrückkäufe und Dividendenausschüttungen zu verwenden.

Die Steuerreform der Trump-Regierung ermöglicht es Unternehmen, das Geld zu einem reduzierten Steuersatz in die USA zu verlagern. Es bleibt also viel übrig. Die Analysten der US-Bank Morgan Stanley rechnen etwa damit, dass Apple in den kommenden drei Jahren 150 Milliarden Dollar zusätzlich an die Aktionäre ausschütten wird. Die Citigroup geht zumindest von 100 Milliarden Dollar aus. Auch das wäre immer noch ein einsamer Rekord.

hej



insgesamt 38 Beiträge
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tutnet 30.04.2018
1. Analysten?
Interessiert sich noch einer für das Gewäsch der Analysten? Wenn die Analysten wirklich so treffsicher wären, hätten die längst ausgesorgt.
marialeidenberg 30.04.2018
2. Wenn man jetzt die überaus maßvolle Umsatzsteuer,
wie sie EU diskutiert (aber beileibe nicht einführt), abziehen würde - man beachte das Konditional - , dann wäre das Geschenk an die Aktionäre immer noch exorbitant.
wolfi55 30.04.2018
3. Hauptprofiteur ist das Management
Denn die haben ja riesige Aktienpakete als Gehaltsbestandteil erhalten und die können sie nun zu Geld machen. Es wird mir unbegreiflich bleiben, wie eine Firma, die selbst kein Produkt herstellt, sondern nur entwickelt und vertreibt derart viel Geld wert sein kann.
Steve.Joe 30.04.2018
4. reguläre Dividende und Aktienrückkauf
Apple sollte zuerst einmal eine reguläre Dividende einführen. Die übrigen liquiden Mittel könnte dann Apple für ein Aktienrückkaufprogramm verwenden. Diese Option fände ich deutlich sinnvoller als eine Sonderausschüttung; Kursgewinne fände ich als Aktionär besser als eine Bardividende. Das Aufhäufen eines so großen "Finanzpolsters" ist für Investoren ohnehin nicht attraktiv; einerseits ist es zwar gut, dass Apple nicht überstürzt in neue Geschäftsfelder investiert ... andererseits ist es wichtig den Investoren überschüssige und nicht genutzte Reserven wieder zukommen zu lassen. Die Dividendenpolitik von Apple ist meines Erachtens bisher verfehlt. Dazu müsste Apple aber ein vernünftiges und nachhaltige Steuerkonzept etablieren, bei dem die Gewinne letztlich in der Muttergesellschaft anfallen. Unversteuerte und nicht verwertbare Überschüsse in irgendwelchen Offshore Steueroasen machen das Unternehmen unattraktiv.
themistokles 30.04.2018
5.
Schauen Sie sich mal die langfristige Entwicklung der Apple- Aktie an... ;-)
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