Apple-Bilanz iPhone-Absatz enttäuscht Analysten

Apple enttäuscht die Anleger: Im dritten Quartal verkaufte der US-Konzern weniger iPhones als erwartet. Auch die Prognose ist ernüchternd. Zudem droht dem Konzern ein Milliardenverlust durch den Patentstreit mit Samsung.

Tim Cook, Geschäftsführer von Apple: Die Nutzer warten auf das iPhone 5
DPA

Tim Cook, Geschäftsführer von Apple: Die Nutzer warten auf das iPhone 5


Cupertino - Der sonst so erfolgsverwöhnte US-Elektronikkonzern macht die Börsianer unzufrieden. Kurz vor dem erwarteten Modellwechsel hat sich das Apple iPhone schlechter verkauft als erwartet. Im dritten Geschäftsquartal von April bis Juni ging der Erfolgsschlager 26 Millionen Mal über die Ladentheke. Analysten hatten im Schnitt mit mehr als 28 Millionen Smartphones gerechnet. Die Apple-Aktie fiel nachbörslich um sechs Prozent.

Das iPhone ist der große Gewinnbringer im Konzern. Auch die Prognose für das laufende vierte Geschäftsquartal stellte die Börsianer nicht zufrieden. Dabei gilt Apple als eine sichere Bank. Der Konzern hatte in schöner Regelmäßigkeit die Erwartungen der Anleger getoppt. Viele Kunden scheinen auf das neue iPhone zu warten. Es wird vermutet, dass das iPhone 5 bereits im Oktober in die Läden kommt. Konzernchef Tim Cook versprach für die Zukunft wie üblich "erstaunliche neue Produkte", ohne allerdings ins Detail zu gehen. Geheimhaltung gehört bei Apple zum Geschäft.

Die Folge der schwachen iPhone-Verkäufe war, dass sich Apples bislang gigantisches Wachstum abschwächte: Gegenüber dem Vorjahreszeitraum konnte der Konzern seinen Umsatz um 23 Prozent auf 35,0 Milliarden Dollar steigern. Der Gewinn verbesserte sich um 21 Prozent auf 8,8 Milliarden Dollar. Auch hier hatten die Börsianer mit wesentlich besseren Zahlen gerechnet.

Apple rechnet mit Milliardenschaden durch Patentstreit

Unterdessen rechnet Apple mit neuen Verlusten: Das US-Unternehmen schätzt den finanziellen Schaden durch den Patentkampf mit Samsung Electronics um die Rechte an Technologien in Smartphones und Tablets auf eine Milliardensumme. Wie aus einem veröffentlichten Gerichtsdokument hervorgeht, veranschlagt der iPhone- und iPad-Anbieter einschließlich der Schäden durch fehlende Lizenzzahlungen für Schutzrechte "zusammen 2,525 Milliarden Dollar".

Apple kündigte an, eine dauerhafte Verfügung erwirken zu wollen, um spätere Verstöße gegen das Patentrecht zu verhindern. Die Amerikaner werfen dem südkoreanischen Samsung-Konzern vor, sich dafür entschieden zu haben, mit Apple zu konkurrieren, indem man den Wettbewerber einfach kopiere. Dadurch sei es Samsung gelungen, Apple als weltgrößten Smartphone-Hersteller zu überholen und Milliarden an Gewinnen einzufahren, während Apple deswegen 500 Millionen Dollar Überschuss verlorengegangen sei.

Die Südkoreaner reagierten umgehend auf die Mitteilung und warfen ihrerseits Apple vor, den Wettbewerb zu behindern und die Wahlmöglichkeiten des Konsumenten zu beschneiden. Ohne Samsung wäre es Apple niemals möglich gewesen, so erfolgreich in der Mobilfunkwelt zu werden. Samsung ist nicht nur einer größten Konkurrenten von Apple, sondern auch Zulieferer. Erst am Dienstag errang der südkoreanische Konzern vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf einen Teilerfolg. Der 20. Zivilsenat entschied, dass Samsung seinen Flachcomputer Galaxy 10.1 N europaweit vertreiben darf.

lei/dpa/Reuters

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