Reicher IT-Riese: Gerüchte treiben Apple-Kurs

Die Apple-Aktie ist sprunghaft angestiegen. Hintergrund sind Gerüchte über eine fette Spezial-Dividende, die der iPhone-Bauer an seine Anleger zahlen könnte. Der IT-Konzern hat Barreserven von 137 Milliarden Dollar angehäuft - und weiß nicht, wohin mit all dem Geld.

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Apple-Boss Cook: Wohin mit all dem Geld?

Hamburg - Es begann gegen 14.32 Uhr New Yorker Zeit, also gegen 20.32 Uhr in Deutschland. Da machte die Aktie des IT-Konzerns Apple plötzlich einen gewaltigen Satz nach oben. Binnen 20 Minuten stieg ihr Wert um knapp zehn Dollar auf gut 437 Dollar - der Unternehmenswert nahm dadurch gleich um mehrere Milliarden Dollar zu. Bis US-Börsenschluss hielt die Apple-Aktie diesen Wert.

Hintergrund sind Gerüchte, dass der Konzern seinen Aktionären bald eine Sonderdividende zahlen könnte. Jeder, der Anteile an dem Unternehmen besitzt, darf demnach auf zusätzliches Geld hoffen.

Apple sitzt auf Cash-Reserven in Höhe von 137 Milliarden Dollar - und steht unter Druck, den Aktionären mehr davon abzugeben. Der bekannte Hedgefonds-Manager und Apple-Anteilseigner David Einhorn hatte zuletzt für Schlagzeilen gesorgt, indem er die Ausgabe von speziellen Vorzugsaktien verlangte.

Die Spekulationen über eine Sonderdividende sind bemerkenswert. Apple-Boss Tim Cook hatte erst kürzlich mit der Leitlinie seines verstorbenen Vorgängers Steve Jobs gebrochen - und nach 17 Jahren überhaupt erstmals wieder eine Dividende eingeführt. Zusammen mit einem Aktienrückkauf fließen den Aktionären damit bereits 35 Milliarden Euro zu.

Trotz des Geldsegens ist die Apple-Aktie von ihrem Höchststand von 705,07 Dollar weit entfernt. Vergangene Woche war sie auf ihr Jahrestief von rund 420 Dollar gestürzt. Hintergrund sind Sorgen um Apples Geschäftsmodell.

Mit dem iPhone hat Apple einen neuen Markt geschaffen. Smartphones, also leistungsfähige, internetfähige Handys mit berührungsempfindlichen Bildschirmen, finden reißenden Absatz. Inzwischen aber ist dieser Markt rasant gewachsen und hat sich ausdifferenziert. Der Apple-Konzern, der nur wenige hochpreisige Smartphone-Modelle anbietet, verliert in diesem Umfeld Marktanteile. Zudem sinken die Preise - und damit Apples Margen.

Investoren warten nun auf das nächste große Ding. Möglicherweise auf einen Apple-Fernseher, der einen weiteren Markt revolutioniert. Die Börsen setzten indes immer größere Hoffnungen in Google Chart zeigen. Dessen Android-Betriebssystem läuft auf immer mehr Handys, zudem bringt der Konzern inzwischen auch einige Smartphones heraus. Die Google-Aktie hatte vergangene Woche einen neuen Höchststand erreicht.

Die Apple-Aktie ist so günstig wie lange nicht. Ein guter Zeitpunkt, einzusteigen? Was Experten empfehlen, lesen Sie hier.

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insgesamt 56 Beiträge
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1. Wohin mit dem Geld?
BSC 12.03.2013
Wie wäre es, den Arbeitern, die diese überteuerten Geräte zu niedrigen Löhnen fertigen, mehr Geld zu geben? Oder in die Sicherheit der Produktionsstätten?
2. tja
ThomasTM 12.03.2013
...dann könnten sie ja auch die preise senken, damit welche was davon haben die zu solchem "reichtum" beitragen !!! Oder das geld in richtig tolle innovationen stecken ;-) Am besten wäre eigentlich spenden an bedürftige. Aktionäre brauchen die kohle nicht.
3. Sie könnten ja mal die hinterzogenen Steueren zahlen
peter78 12.03.2013
Zitat von sysopDer IT-Konzern hat Barreserven von 137 Milliarden Dollar angehäuft - und weiß nicht, wohin mit all dem Geld.
Staatsverschuldung ist die Folge von Steuerhinterziehung.
4. Steuern zahlen
fhasdorf 12.03.2013
Vielleicht sollte Apple von seinem ganzen mal Unternehmenssteuern entrichten und damit die Infrastruktur mitfinanzieren, die der Konzern in allen Ländern zweifellos nutzt.
5. Das Barvermögen von Apple
muttisbester 12.03.2013
liegt "leider" zum größten Teil offshore - also im (steuersparenden) Ausland! Wöllte Apple diese zig-Milliarden in die USA holen, müsste Apple nochmal richtig Steuern zahlen. Deshalb hatte Apple ja an vorderster Front für einen Steuerurlaub getrommelt, damit auch andere internationale Konzerne wie Google oder Microsoft endlich an ihre Auslandsmilliarden kommen. Aber mit Obama und den chonisch klammen Kassen der USA wird das wohl erstmal nix. Am Ende wird wohl ein Kompromiss stehen. Aber "für lau" kriegen Apple und co. ihr Geld nicht in die USA und damit an die rebellischen Aktionäre...
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