Cupertino - Vor der Aktionärsversammlung stand Apple unter Druck, den Aktionären mehr von seinem umgerechnet gut 105 Milliarden Euro schweren Geldberg abzugeben. Der Hedgefonds-Manager und Apple-Anteilseigner David Einhorn hatte im Vorfeld aggressiv dafür geworben und die Ausgabe von speziellen Vorzugsaktien, sogenannten "iPrefs" verlangt.
Bei der Hauptversammlung des Konzerns blieb die Stimmung allerdings friedlich. Die Aktionäre bestätigten die Mitglieder des Verwaltungsrats nach einer vorläufigen Auszählung mit großer Mehrheit in ihren Ämtern, dies berichteten Anwesende. Zum höchsten Firmengremium gehört auch Konzernchef Tim Cook.
Einhorn tauchte auf der Hauptversammlung, bei der Kameras und Mikrofone nicht zugelassen waren, nicht auf.
Apple-Chef Cook erklärte, "gründlich darüber nachzudenken", wie die Anteilseigner am enormen Bargeldvolumen beteiligt werden könnten. Dieses Versprechen hatte er bereits zuvor abgegeben - allerdings ohne detaillierte Ausführungen. Auch jetzt blieb er vage. Mit der Leitlinie seines verstorbenen Vorgängers Steve Jobs hatte er zuvor gebrochen, als er nach 17 Jahren wieder eine Dividende einführte. Zusammen mit einem Aktienrückkauf fließen den Aktionären damit bereits 35 Milliarden Euro zu.
Trotz des Geldsegens ist die Apple
-Aktie von ihrem Höchststand von 705,07 Dollar weit entfernt - zuletzt war sie auf 443,40 Dollar gefallen. "Ich mag das auch nicht", sagte der Konzernchef laut dem Wirtschaftssender CNBC. Während der Hauptversammlung gab die Aktie um ein Prozent nach. Apple-Aktionäre wie Fans warten gespannt auf neue Produkte. Das Unternehmen arbeite an neuen "tollen Produkten", so Cook. Einzelheiten nannte er nicht. Schon seit langen wird über einen Apple-Fernseher und seit kurzem auch über eine Apple-Uhr spekuliert.
Die Hauptversammlung war vor allem deshalb mit Spannung erwartet worden, weil Hedgefonds-Manager Einhorn in der vergangenen Woche vor einem New Yorker Gericht einen Sieg errungen hatte, als Apple eine für die Hauptversammlung geplante Abstimmung kippen musste. Dabei wäre es um eine Satzungsänderung gegangen, die eine Ausschüttung der Reserven erschwert hätte. Cook nannte das Gerichtsverfahren laut Anwesenden erneut einen "dümmlichen Nebenkriegsschauplatz" und fügte hinzu: "Egal wie der Richter entschieden hat."
lei/dpa/AP
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