Healthkit IBM will Gesundheitsdaten von Apple-Nutzern auswerten

Puls, verbrauchte Kalorien, Cholesterinspiegel: Der weltgrößte IT-Dienstleister IBM will von Apple-Geräten aufgezeichnete Gesundheitsdaten auswerten. Ärzte und Versicherungsunternehmen sollen darauf zugreifen können.

Apple Watch: IBM will Gesundheitsdaten sammeln, speichern und auswerten
AFP

Apple Watch: IBM will Gesundheitsdaten sammeln, speichern und auswerten


IBM will in den Milliardenmarkt mit elektronischen Gesundheitsinformationen einsteigen. Dazu vertieft der weltgrößte IT-Dienstleister seine Partnerschaft mit Apple und gründet eine eigene Firma. Die neue Firma soll die Informationen rund um Gesundheit und körperliches Wohlbefinden auf Millionen von Apple-Geräten auswerten und diese dann Unternehmen aus dem Gesundheitsbereich wie Johnson & Johnson und Medtronic anbieten, wie IBM am Montag mitteilte.

Die neue Firma werde ihren Hauptsitz in Boston haben und 2000 Mitarbeiter beschäftigen. Zudem habe IBM mit Explorys und Phytel zwei Gesellschaften gekauft, die ihre Fähigkeiten bei der Analyse von Gesundheitsdaten einbringen werden. IBM arbeitet mit Apple bereits bei zahlreichen Unternehmens-Anwendungen zusammen.

Mit Geräten wie dem iPhone oder der Apple Watch können Nutzer ihren Puls, Bewegungsdaten, verbrannte Kalorien oder den Cholesterinwert aufzeichnen. Über eine App von IBM sollen diese Daten dann an einen Online-Datenspeicher übermittelt und weitergegeben werden, auch an die medizinische Forschung.

Der Markt ist hart umkämpft, viele Firmen suchen nach Wegen, die Datenmengen auszuwerten, die immer mehr Nutzer mit elektronischen Fitness-Armbändern oder Smartphones aufzeichnen. IBM betonte, besonders viel Wert auf die Datensicherheit zu legen.

Das IT-Unternehmen plant zudem, Software für die Analyse dieser Daten zu verkaufen, damit Ärzte, Forscher und Versicherungsunternehmen die Informationen verarbeiten können - angeblich auch um die steigenden Kosten für die Gesundheitsversorgung in den Griff zu bekommen.

IBM-Manager Michael Rhodin zeigte sich in der "Financial Times" zuversichtlich, dass vor allem jüngere Nutzer ihre Daten zur Verfügung stellen. "Die Generation, die die Apple Watch kauft, ist interessiert an Daten-Philantropie", sagte Rodin.

Neben der Zusammenarbeit mit Apple Chart zeigen gab IBM Chart zeigen weitere Kooperation mit Unternehmen aus dem Gesundheitsbereich bekannt, darunter der Konsumgüterkonzern Johnson & Johnson Chart zeigen und einem der größten Hersteller von Medizingeräten, Medtronic.

nck/Reuters



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insgesamt 113 Beiträge
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toledo 14.04.2015
1. ....
Kaufen verarbeiten verkaufen... Werde ich als Datenlieferant im Zweifelsfall auch Geld für diese Informationen bekommen..?
spon-leser555 14.04.2015
2. Mir wird Angst und Bange
Wir haben alle noch keine Idee, was da auf uns zukommt.
Mister Stone 14.04.2015
3. Kalkuliertes Lebensende
Ich werde Ihnen sagen, was mit den Daten passiert. Da wird zunächst gerechnet und statistisch verglichen... Und dann erhalten Sie, je nach Risikoerkrankung und statistischer Auswertung, ein Angebot ihrer privaten KV, ab sofort den monatlichen Beitrag deutlich zu erhöhen, um dafür ab dem 71. Lebensjahr (oder 69 oder 65 oder 72) dann für die Zukunft deutlich weniger Beitrag bezahlen zu müssen. Klingt gut, nicht wahr? Und nun raten Sie mal, wie alt Sie wahrscheinlich werden. Richtig! Schreiben Sie zurück und bieten Sie an, ab sofort nur noch die Hälfte zu bezahlen, und ab dem 71. (oder 69 oder 65 oder 72) Lebensjahr das Doppelte. Glauben Sie mir, Ihre private KV wird Ihr großzügiges Angebot nicht annehmen. Warum?
grabenkaempfer 14.04.2015
4. was die Auswertung wohl ergibt
wenn man die Apple-Watch an einen Presslufthammer bindet und den ganzen Tag durchschüttelt?
huettenfreak 14.04.2015
5. Der gläserne Apfel
Erst gebe ich horrendes Geld für ein Eierphone aus und zum Dank werden intimste Daten von mir verramscht. Dankeschön! Das zeigt warum Firmen wie BlackBerry wohl doch noch eine sichere Zukunft haben. Und wie sicher Daten bei der NSA sind wissen wir ja bereits. Apple, nein Danke!
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