Wirtschaft


Arbeitsbedingungen: Apple kündigt chinesischer Firma wegen Arbeitern unter 16

Die Transparenzoffensive von Apple-Chef Tim Cook zeigt offenbar Wirkung: Der Konzern entdeckte bei Kontrollen, dass ein chinesischer Zulieferer Dutzende Arbeiter unter 16 Jahren beschäftigte. Das kalifornische Unternehmen kündigte daraufhin die Zusammenarbeit.

Arbeiterinnen bei Foxconn: Dauerüberwachung der Arbeitszeiten von einer Million MenschenZur Großansicht
REUTERS

Arbeiterinnen bei Foxconn: Dauerüberwachung der Arbeitszeiten von einer Million Menschen

Cupertino - Ein Schmuddelimage ist das letzte, was sich der hippe und hochpreisige Konzern Apple leisten kann. Entsprechend streng sind inzwischen die Vorgaben von Vorstandschef Tim Cook. So hat das kalifornische Unternehmen im vergangenen Jahr die Kontrollen der Arbeitsbedingungen bei seinen Zulieferern deutlich verschärft. Die Zahl der Inspektionen wurde um 72 Prozent auf 393 erhöht, wie aus einem aktuellen Bericht des Konzerns hervorgeht.

Bei einem chinesischen Teileproduzenten entdeckten die Kontrolleure 74 Arbeiter im Alter unter 16 Jahren. Apple habe die Zusammenarbeit mit der Firma beendet und die Behörden informiert. Die Arbeiter kamen demnach von einem Vermittler, der mit Hilfe der Familien Dokumente gefälscht habe, um das wahre Alter der Jugendlichen zu verschleiern.

Apple-Chef Cook hatte nach dem Amtsantritt vor knapp eineinhalb Jahren das Augenmerk auf die Arbeitsbedingungen verstärkt und mehr Transparenz versprochen. So trat Apple als erster Technologiekonzern der Fair Labor Association (FLA) bei, einer unabhängigen Organisation, die eigene Inspektionen durchführt.

In der Vergangenheit hatte beispielsweise der Zulieferer Foxconn immer wieder für negative Schlagzeilen gesorgt. Dem Konzern, der die Hälfte der weltweiten Verbraucherelektronik herstellt, wird vorgeworfen, seine Mitarbeiter besonders schlecht zu behandeln. Seit 2010, als bei Foxconn mehrere Mitarbeiter Selbstmord begingen, steht der Konzern in der Kritik. Dies führte auch zu Vorwürfen gegen Apple, seine immensen Gewinne auf dem Rücken der hart schuftenden chinesischen Arbeiter auszutragen.

Erhebliche Probleme beim Umweltschutz

Dem Bericht zufolge macht Apple bei der Einhaltung der maximalen wöchentlichen Arbeitszeit von 60 Stunden große Fortschritte. Im vergangenen Jahr hätten sich 92 Prozent der Zulieferer daran gehalten, 2011 seien es lediglich 38 Prozent gewesen. Die durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit liege inzwischen unter 50 Stunden.

Apple überwache inzwischen dauerhaft die Arbeitszeiten von rund einer Million Menschen. Der Kampf gegen ausufernde Überstunden war zum Teil auf Proteste der Arbeiter gestoßen, weil sie möglichst viel Geld für ihre Familien verdienen wollen und auf viele Überstunden pochen.

Die 393 Apple-Kontrollen im vergangenen Jahr betrafen rund 1,5 Millionen Arbeiter in 14 Ländern. Darunter waren 28 unangekündigte Besuche. Erhebliche Probleme wurden dabei beim Umweltschutz festgestellt. So seien an 147 Standorten Chemikalien unsachgemäß gelagert worden. Und an 106 Standorten sei der Umgang mit gefährlichen Abfällen falsch gewesen. In 96 Betrieben sei der Ausstoß von chemischen Substanzen in die Luft nicht überwacht worden.

yes/dpa/Reuters

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insgesamt 24 Beiträge
kork22 25.01.2013
... meldet diese heroische Tat gleich den Medien. Tue Gutes und rede darüber. Bravo Apple! Endlich passiert was.
... meldet diese heroische Tat gleich den Medien. Tue Gutes und rede darüber. Bravo Apple! Endlich passiert was.
chrimirk 25.01.2013
Völlig unglaubwürdiges Verhalten des Konzerns. Die wussten das alles immer schon oder hätten es wissen können, jedoch nicht wissen wollen. Und der Konsument der niedlichen Apple-Gadgets kauft das Zeug, zahlt dafür völlig [...]
Zitat von sysopDie Transparenzoffensive von Apple-Chef Tim Cook zeigt offenbar Wirkung: Der Konzern entdeckte bei Kontrollen, dass ein chinesischer Zulieferer Dutzende Arbeiter unter 16 Jahren beschäftigte. Das kalifornische Unternehmen kündigte daraufhin die Zusammenarbeit. Apple kündigt Zulieferer wegen Beschäftigung 15-Jähriger - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/apple-kuendigt-zulieferer-wegen-beschaeftigung-15-jaehriger-a-879593.html)
Völlig unglaubwürdiges Verhalten des Konzerns. Die wussten das alles immer schon oder hätten es wissen können, jedoch nicht wissen wollen. Und der Konsument der niedlichen Apple-Gadgets kauft das Zeug, zahlt dafür völlig überzogene Preise, schaufelt denen 13 Mrd. Quartalsgewinn in die Kassen und muss von den Schweinereien mit chinesischen Menschen auch wissen, aber....was solls! Sind ja bloss Chrinesen!
Sorgen die Apple-Wohltäter dann auch dafür, dass bessere Löhne gezahlt werden? Komischerweise wird darüber kein Wort verloren.
Sorgen die Apple-Wohltäter dann auch dafür, dass bessere Löhne gezahlt werden? Komischerweise wird darüber kein Wort verloren.
cor 25.01.2013
Nun macht Apple aktiv was für die Arbeitsverhältnisse bei den Lieferanten (wohlgemerkt bei den Lieferanten, nicht bei sich selbst) und dann wird wieder und immer noch gemeckert. Man kann Sie überhaupt nicht zufrieden [...]
Zitat von chrimirkVöllig unglaubwürdiges Verhalten des Konzerns. Die wussten das alles immer schon oder hätten es wissen können, jedoch nicht wissen wollen. Und der Konsument der niedlichen Apple-Gadgets kauft das Zeug, zahlt dafür völlig überzogene Preise, schaufelt denen 13 Mrd. Quartalsgewinn in die Kassen und muss von den Schweinereien mit chinesischen Menschen auch wissen, aber....was solls! Sind ja bloss Chrinesen!
Nun macht Apple aktiv was für die Arbeitsverhältnisse bei den Lieferanten (wohlgemerkt bei den Lieferanten, nicht bei sich selbst) und dann wird wieder und immer noch gemeckert. Man kann Sie überhaupt nicht zufrieden stellen, oder? Ausserdem verwette ich ein Jahresgehalt, dass in dem Gerät, mit dem Sie diesen Beitrag geschrieben haben, mindestens ein Teil von Foxconn verbaut ist.
xenoxx 25.01.2013
Unglaubwürdig? Zumindest passiert etwas, kümmert sich Apple um die Arbeitsbedingungen von Zulieferfirmen. Wie sieht es denn bei anderen Unternehmen aus, Unternehmen, deren Produkte auch Sie kaufen, oftmals kaum eine [...]
Zitat von chrimirkVöllig unglaubwürdiges Verhalten des Konzerns. Die wussten das alles immer schon oder hätten es wissen können, jedoch nicht wissen wollen.
Unglaubwürdig? Zumindest passiert etwas, kümmert sich Apple um die Arbeitsbedingungen von Zulieferfirmen. Wie sieht es denn bei anderen Unternehmen aus, Unternehmen, deren Produkte auch Sie kaufen, oftmals kaum eine Alternative haben: Beispiele: Philips, Siemens, Grundig, C&A, Aldi, KIK, Media-Markt, H+M … Ihre Schuhe? Wahrscheinlich in China gefertigt. Ihr T Shirt? aus der Indischen Näherei … Und bitte jetzt nicht argumentieren, dass Apple ja solo ungeheure Gewinne einfährt. Das tun andere Firme auch - gerade weil sie billig und unkontrolliert produzieren lassen.
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  • Freitag, 25.01.2013 – 10:56 Uhr
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