Verkaufsprobleme Apple drosselt iPhone-Produktion angeblich um 30 Prozent

Apple lässt angeblich deutlich weniger iPhone-Modelle der neuesten Generation produzieren. Der mögliche Grund und die Quelle der Nachricht sind unklar, aber prompt fallen die Aktienkurse des Konzerns und vieler seiner Zulieferer.

Elektronikgeschäft in Hongkong: Bricht die iPhone-Nachfrage ein?
REUTERS

Elektronikgeschäft in Hongkong: Bricht die iPhone-Nachfrage ein?


Eine Nachricht in der renommierten japanischen Wirtschaftszeitung "Nikkei" genügte: Von Januar bis März wolle Apple die Produktion der neuesten iPhone-Modelle 6S und 6S Plus deutlich reduzieren, schrieb das Blatt - rund 30 Prozent weniger Geräte sollten hergestellt werden. Erst im zweiten Quartal von April bis Juni solle sich die Produktion wieder normalisieren, hieß es weiter.

Die Anleger reagierten umgehend, auch wenn die Zeitung keine genaue Quelle für die Informationen nannte: Apple-Aktien büßten umgehend 2,5 Prozent an Wert ein. Auf Anfrage der Nachrichtenagentur Bloomberg gab der kalifornische Konzern keinen Kommentar zu dem Bericht ab. Analysten zufolge reagiert Apple auf eine Nachfrageflaute - möglicherweise verknappt das Unternehmen aber auch einfach das Angebot.

Analysten zufolge stapeln sich mehr als 20 Millionen unverkaufte iPhones bei Zulieferern und in den Lagern der Geschäfte. Einige Branchenbeobachter sind sogar der Meinung, dass die Produktion auch über den März hinaus gedrosselt bleibe. Auch die Nachricht, dass der wichtigste iPhone-Produzent, die chinesische Firma Hon Hai Precision Industry, genannt Foxconn, mit staatlichen Subventionen gestützt werde, schürt die Sorge vor einem Absatzeinbruch bei Apples wichtigstem Produkt.

Aus Furcht vor einem schwächelnden Geschäft mit dem wichtigen Kunden Apple Chart zeigen ziehen sich Anleger aber gleich auch aus zahlreichen Elektronikwerten zurück. So verloren Aktien der asiatischen Zulieferer Sharp Chart zeigen und Japan Displays mehr als drei Prozent an Wert, die Firma Pegatron, die iPhones montiert, sackte um fast sechs Prozent ab. Auch deutsche Firmen spürten die Skepsis, zahlreiche Aktien im TecDax Chart zeigen lagen im Minus.

Die gedrosselte Produktion könnte allerdings auch einen ganz anderen Grund haben. Apple hängt inzwischen sehr stark vom chinesischen Markt ab, der nach schwächerem Wirtschaftswachstum in Turbulenzen ist. Sollte der mögliche Produktionsrückgang damit zusammenhängen, würde das wenig über die Begehrtheit von Apples Produkten oder die Wirksamkeit von Apples Geschäftsstrategie aussagen.

nck/ssu/Reuters/dpa

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insgesamt 76 Beiträge
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Seite 1
pb-sonntag 06.01.2016
1. Apple drosselt iPhone-Produktion
Sicherlich nur aus dem einzigen Grund: die Preise ins astronomische zu treiben. Egal, es wird immer Käufer geben, die diesem Wahnsinn mitmachen und diese völlig überbewertete Produkte von Apple jede Summe bezahlen. Dabei sein ist eben alles und der Glaube an etwas Besonderes unbezahlbar.
tiefenrausch1968 06.01.2016
2. Kein Wunder
Ist ja auch viel zu teuer, ohne echte Vorteile zu bieten. Die Preise für alte IPhones werden ja auch künstlich hochgehalten, oder? Kaufen die den Markt selbst leer oder warum kosten veraltete Modelle immer noch 500 Tacken? Das ist ja schon ein halbes Mac Book Air?
oisndoivnpsdv 06.01.2016
3. Apple-frei leben
Ich leb konsequent Apple-frei und hab sogar Spaß dabei. Ich werde nie verstehen, warum man freiwillig so viel Geld für durchschnittliche Produkte eines sehr unsympathischen Herstellers bezahlt.
FlinxDE 06.01.2016
4. iPhone 6C steht vor der Tür
Mal abgesehen davon, dass der Absatz im 1. Quartal immer signifikant absinkt, wird - dem Vernehmen nach - im 2. Quartal ein drittes Modell, das sog. iPhone 6C (mit 4"-Display), herausgebracht, dass natürlich den Absatz der anderen Modelle reduzieren wird. Ob Apple tatsächlich ein Channel-Inventory von 20 Mio. iPhones hat, ist natürlich nicht auszuschließen. Ich halte das aber für ein Gerücht. Das zielgenaue Management von Lagerbeständen ist eines der Erfolgsgeheimnisse von Apple und der Grund, warum der Konzern nur in ganz seltenen Fällen überschüssige Stückzahlen rabattieren muss. Allerdings muss Apple (und deren Aktionäre) damit fertig werden, dass die iPhone-Absätze tendenziell nicht mehr groß anwachsen können, wenn Apple die Preise nicht signifikant senkt. Solange die Marge und der Reingewinn jedoch phänomenal bleiben, ist das eher ein Problem für die Apple-Hater als für Apple selbst.
puby 06.01.2016
5. Unglaublich,
sollte auch im Smartphonebereich das kapitalistische Phänomen der Marktsättigung auftreten? Völlig undenkbares Szenario, schließlich geht der Trend zum Zweit- oder Dritthandy.
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