Anleihen-Rekord Apple nimmt 17 Milliarden Dollar ein

Apple stellt mal wieder einen Rekord auf: Der Konzern hat mit dem Verkauf von Anleihen 17 Milliarden Dollar eingenommen - so viel wie nie zuvor ein US-Unternehmen. Das Geld fließt an die Aktionäre.

Apple in Berlin: Deutsche Bank half dem Konzern bei der Platzierung der Anleihe
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Apple in Berlin: Deutsche Bank half dem Konzern bei der Platzierung der Anleihe


New York - Apple hat sich erfolgreich verschuldet. Der Konzern beschaffte sich durch den Verkauf von Anleihen insgesamt 17 Milliarden Dollar und damit so viel wie kein anderes US-Unternehmen zuvor auf einen Schlag. Das meldet der Finanzdienstleister Bloomberg.

Der iPhone- und iPad-Hersteller will das Geld in den Rückkauf eigener Aktien stecken und an Aktionäre ausschütten. Damit will Apple seinen seit einiger Zeit schwächelnden Aktienkurs aufpäppeln. Die Aktie liegt derzeit um rund 40 Prozent unter ihrem Rekordhoch bei gut 700 Dollar.

Anleihen sind Schuldpapiere. Apple muss dafür Zinsen zahlen und das Geld nach einer vorher festgelegten Zeit zurückzahlen. Für Apple ist es günstiger, Schulden zu machen, statt auf die eigenen Reserven in Höhe von rund 145 Milliarden Dollar zurückzugreifen. Klingt nach einem Widerspruch? Ist aber keiner. Denn mehr als 100 Milliarden Dollar sind außerhalb der USA geparkt. Bei der Überweisung in die Vereinigten Staaten würden hohe Steuern fällig.

Deshalb hatte Apple schon vor einer Woche verkündet, erstmals seit fast zwei Jahrzehnten wieder Anleihen verkaufen zu wollen. Die Papiere bekamen schnell den Spitznamen iBonds. Und diese iBonds waren gefragt bei den Investoren. Wie Bloomberg und das "Wall Street Journal" unter Berufung auf Insider schreiben, hätten in den Orderbüchern Anfragen über 50 Milliarden Dollar gestanden.

Apple bot sechs Anleihetypen an, die das Unternehmen in 3 bis 30 Jahren zurückzahlen muss. Entsprechend unterschiedlich waren auch die Zinssätze. Insgesamt muss Apple aber nur Minizinsen zahlen, weshalb sich die Aktion für den Konzern überhaupt lohnt. Allgemein ist das Zinsniveau niedrig und Apple besitzt bei den zwei großen Rating-Agenturen S&P und Moody's eine hervorragende Kreditwürdigkeit - wenngleich nicht die Bestnoten.

So gab es von Moody's ein Rating der zweitbesten Stufe Aa1 statt des begehrten Triple-A, wie es etwa Deutschland besitzt. Für Tech-Unternehmen, die so stark von der Gunst der Verbraucher abhingen, gebe es langfristige Risiken, hieß es zur Begründung. Von S&P gab es auf deren Skala ebenfalls die zweitbeste Bewertung AA+.

Russischer Milliardär gibt 100-Millionen-Dollar-Investment bekannt

Zuletzt hatte Apple 1996 Schuldpapiere ausgegeben. Danach hatte der zurückgekehrte Gründer Steve Jobs viel Wert darauf gelegt, das Unternehmen schuldenfrei zu halten. Doch Apple hatte unter Jobs' Nachfolger Tim Cook jüngst seine Ausschüttungen an die Anteilseigner auf 100 Milliarden Dollar verdoppelt und erklärt, zur Finanzierung den Kapitalmarkt anzapfen zu wollen. Die Deutsche Bank organisierte die Platzierung der Anleihen zusammen mit der US-Großbank Goldman Sachs.

Unabhängig von der Anleihe gab der russische Milliardär Alischer Usmanow am Dienstag eine Investition von 100 Millionen Dollar in Apple-Aktien bekannt. "Ich glaube an die Zukunft von Apple auch nach dem Tod von Steve Jobs", sagte Usmanow in einem Bloomberg-Interview. Usmanow ist ein bekannter Internet-Investor und machte zum Beispiel viel Geld beim Facebook-Börsengang im vergangenen Jahr.

yes/dpa

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insgesamt 48 Beiträge
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stscon 01.05.2013
1. In 30 Jahren ...
Durchaus möglich, dass es Apple in 30 Jahren garnicht mehr gibt. Das kann sogar schon in 10 Jahren sein. Wenn man Nokia sieht, die waren vor 10 Jahren noch dicke da, heute stehen sie mit einem Bein in der Insolvenz.
stopfiatmoney 01.05.2013
2. Jürgen Konopke
Seines Zeichen Hartz 4 Bezieher, hat neulich über den XY-Bank mit 17% Überziehungszinsen einen Überbrückungskredit von 1000 EUR erhalten. Da er das als "Einnahme" verbucht fühlt er sich jetzt reich (Wirtschaftsstimulation!), erhält weitere Kredite, strotzt vor Liquidität, schüttet Taschengelder an seine Kinder aus. Und alles ist gut für ihn. Hm.
bvdlinde 01.05.2013
3. Steuerhinterziehung
Wenn man sich mal vorstellt, dass das Barvermoegen von Apple im grunde deutlich niedriger ist als in den Medien immer wieder angegeben (weil in Steueroasen liegend und nicht nach amerikanischen oder europaeischen Saetzen versteuert), dann ist das schon eine kranke Aktion. Apple nimmt Schulden auf um damit Aktionaere zu begluecken, aber nur, weil es sein hinterzogenes Geld nicht versteuern will.
monolithos 01.05.2013
4. So ein Hype um einen angebissenen Apfel.
Warum parkt man Geld außerhalb der USA (in einem Steuerparadies?), wenn man dort nicht gut rankommt? Naja, die US-Steuerfahnder werden es genau beobachten, denke ich. Der allererste Hype der Menschheit (die damals aus 2 Individuen bestand) um einen angebissenen Apfel führte übrigens zum Rauswurf aus dem Paradies.
maximillian64 01.05.2013
5. Alisher Usmanov
Wenn dann die Kurse vor der Ausschüttung gestiegen sind, wird Herr Usmanov ohne grosses Pressegetöse für 120 Millionen oder mehr verkaufen,,,,
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