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Apple: Rekordgewinn, Rekordverkäufe, Rekordsorgen

Apple-Chef Cook in einem seiner Shops in New York (Archiv): "Das beste Quartal aller Zeiten" Zur Großansicht
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Apple-Chef Cook in einem seiner Shops in New York (Archiv): "Das beste Quartal aller Zeiten"

18,4 Milliarden Dollar Gewinn, 74,8 Millionen verkaufte iPhones: Apple meldet die besten Zahlen der Firmengeschichte. Allerdings wächst die Nachfrage nach den Telefonen nicht mehr so rasant, wie es der Konzern gewohnt war - und wie er es braucht.

Ja, Apple ist erfolgsverwöhnt, und ja, die neuen Quartalszahlen sind sehr gut. Allerdings hat der Konzern den iPhone-Absatz kaum noch steigern können. In den drei Monaten vor dem Weihnachtsfest seien 74,8 Millionen Geräte verkauft worden, teilte der kalifornische Konzern am Dienstagabend mit. Der Zuwachs von 0,4 Prozent ist so niedrig wie nie seit der Markteinführung vor neun Jahren. Vor einem Jahr war dem Unternehmen noch ein Absatzplus von 46 Prozent gelungen.

Ansonsten hat Apple aber die stärksten Quartalszahlen seiner Geschichte bekannt gegeben: Das Unternehmen habe 18,4 Milliarden Dollar Gewinn gemacht, teilte der Konzern mit. In der Jubelprosa des Konzernchefs Tim Cook klingt das so: "Unser Team hat Apple Chart zeigen das beste Quartal aller Zeiten beschert, dank der weltweit innovativsten Produkte und Rekordverkäufe von iPhone, Apple-Watch und Apple TV."

Auch beim Umsatz legte Apple im ersten Geschäftsquartal, das Ende Dezember abgeschlossen war, um 1,7 Prozent auf 75,87 Milliarden Dollar zu. Das Weihnachtsgeschäft kurz nach dem Verkaufsstart neuer iPhone-Modelle ist traditionell die wichtigste Zeit für Apple.

Trotz der Rekordzahlen blicken Anleger mit wachsender Skepsis auf Apple. Der teuerste Konzern der Welt hat in den vergangenen zwei Monaten ein Fünftel seines Wertes verloren. Anleger sorgen sich wegen Apples großer Abhängigkeit vom iPhone.

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Apples Meilensteine: Der Weg zur Watch
Der Smartphone-Klassiker ist Apples wichtigstes Produkt und macht mehr als 60 Prozent des Geschäfts aus. Bislang wurde kein ähnlich umsatzträchtiger Nachfolger für das iPhone gefunden. Verkäufe von iMac und iPad stagnieren, zu Produkten wie der im Frühjahr gestarteten Apple-Watch und dem Streamingdienst Apple Music gibt der Konzern keine Verkaufszahlen bekannt.

Grund zur Sorge gibt auch das langsamere Wachstum in China, wo Apple rund ein Viertel seiner Umsätze erwirtschaftete. Apple-Chef Cook bekräftigte noch vor einigen Monaten, der Konzern sehe sich davon nicht betroffen und wolle weitere Apple Stores in dem Land eröffnen.

Für das laufende Vierteljahr rechnet Apple mit dem ersten Umsatzrückgang seit mehr als einem Jahrzehnt. Die Erlösprognose wurde auf 50 bis 53 Milliarden Dollar festgesetzt. Vor einem Jahr machte Apple in dem Quartal bis Ende März noch 58 Milliarden Dollar Umsatz. Die Anleger hatten sich bereits darauf eingestellt: Die Aktie notierte nachbörslich kaum verändert.

sun/dpa

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insgesamt 95 Beiträge
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1. Apple ist Apple
amdorf 26.01.2016
Hochwertige Smartphones von Samsung, Windows usw. erreichen auch Apples Preisregionen. Dann kann man bei der Konkurenz oft den Akku auch nicht wechseln, oder den Speicher mit einer Microsd erweitern. Aber das größte Manko von Android ist, das die Geräte nach einem halben Jahr veraltet sind und sich nicht updaten lassen. Ausser bei Apple gibt es das nur noch bei Windows. In der Zukunft sehe ich keine Probleme bei Apple, Windows ist langsam aber sicher im Kommen, nur Samsung und die ganze Android Mannschaft sackt ab.Wer will ein Handy, welches nach einem halben Jahr veraltet ist und das dramatisch an Wert verliert.
2. Raubtier-Kapitalismus!
spontanistin 26.01.2016
Das ist doch eine logische Entwicklung in einem zinsbasierten Finanzsystem. Wer den Anlegern Renditen im Bereich von 70 Prozent verspricht bei zweistelligen jährlichen Wachstumsraten stößt eben schneller als andere an die Grenzen des Wachstum! Der von Schumpeter idealisierte Unternehmer muss sich jetzt in der Terminologie des Neusprechs diskutiert verhalten, den alten Laden abstoßen und neue Geschäftsfelder erschließen! IBM hat's versucht, HP, Intel, Microsoft etc. werden das ebenfalls machen müssen - oder untergehen!
3. Mut
powaaah 26.01.2016
Es fehlt der Mut etwas völlig neues zu kreieren. Steve Jobs war ein Stratege und Visionär. Jetzt herrschen gefühlt Bürokraten. Apple hat so viel Geld, dass man auf vielen Gebieten forschen und entwickeln könnte. Apples Idee war eigentlich immer, ein bestehendes Produkt so zu verändern, dass der Nutzer das Produkt einfacher benutzen kann als vorher. Ob da jetzt nochmal was besonderes kommt?
4. zuviel gewinn
pr-watch 26.01.2016
Wenn ein Konzern 18,4 Milliarden Gewinn im Quartal macht, könnte man geneigt sein zudecken, das die Produkte viel zu teuer sind.
5. @Aktionäre von Apple
peter.haase 27.01.2016
Sell on good news
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