Talfahrt an der Wall Street Apple und Konjunkturdaten drücken US-Börsen tief ins Minus

Verfehlte Umsatzziele von Apple haben einen Ausverkauf an der Wall Street ausgelöst. Der Leitindex Dow Jones gab am zweiten Handelstag des neuen Jahres um 2,8 Prozent nach.

Händler an der New Yorker Börse
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Händler an der New Yorker Börse


Gesenkte Umsatzziele des iPhone-Herstellers Apple sowie beunruhigende Stimmungsdaten aus der US-Industrie haben am Donnerstag die US-Börsen steil auf Talfahrt geschickt. Die Aussagen des Technologieriesen hätten zunächst die bereits bestehenden Sorgen der Anleger um die allgemeine Wirtschaftslage weiter verstärkt, hieß es. Als dann der Einkaufsmanagerindex ISM für das verarbeitende Gewerbe veröffentlicht wurde, ging es noch etwas deutlicher abwärts.

Zudem wird das Regieren für Präsident Donald Trump zunehmend schwieriger, weil im neuen Repräsentantenhaus die Demokraten inmitten des weiter akuten teilweisen Regierungsstillstandes inzwischen die Mehrheit haben.

Der Leitindex Dow Jones Industrial gab am zweiten Handelstag des neuen Jahres um 2,8 Prozent auf 22.686,22 Punkte nach. Damit schloss er nahe an seinem kurz zuvor erreichten Tagestief und knüpfte wieder an seinen schwachen Jahresabschluss 2018 an. Im vergangenen Jahr hatte der Dow etwas mehr als fünfeinhalb Prozent verloren, was seine schlechteste Jahresbilanz seit der Finanzkrise 2008 bedeutet.

Apple-Aktien büßen zehn Prozent ein

Die anderen US-Börsenindizes gaben am Donnerstag ebenfalls kräftig nach: Der marktbreite S&P 500 fiel um 2,48 Prozent auf 2447,89 Zähler und der technologielastige Nasdaq 100 büßte 3,36 Prozent auf 6147,13 Punkte ein. Am US-Rentenmarkt legten zugleich die Staatsanleihen kräftig zu.

Zwar ist das Wachstumsszenario für die US-Industrie weiterhin intakt, allerdings war der ISM-Index im Dezember überraschend so deutlich zurückgegangen wie seit 10 Jahren nicht mehr. Er war von 59,3 Punkten im Vormonat auf 54,1 Punkte gefallen, wie das Institute for Supply Management (ISM) in Washington mitteilte. Damit wurde der tiefste Stand seit November 2016 erreicht. Bankvolkswirte hatten im Schnitt mit einem Rückgang auf 57,5 Zähler gerechnet. Diese Daten hätten die Konjunktursorgen weiter verstärkt, sagte ein Börsianer. "Amerikas Konzerne bekommen gerade kalte Füße über die Wirtschaftsaussicht."

Unter den US-Einzelwerten stachen im Dow die Papiere von Apple hervor, die als Schlusslicht 10 Prozent einbüßten und auf den tiefsten Stand seit Mitte 2017 absackten. Wegen eines schwächelnden China-Absatzes seiner iPhones lief das vergangene Weihnachtsgeschäft so schlecht, dass Apple am Mittwochabend nach Handelsschluss mitteilte, die Umsatzziele für die vergangenen drei Monatenicht halten zu können. Apple hatte die konjunkturelle Entwicklung in China und ihre Folgen falsch eingeschätzt. Apple blieb den Angaben zufolge mehrere Milliarden Dollar hinter seinem selbst gesteckten Umsatzziel zurück - erstmals seit etwa zwölf Jahren.

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Darunter litten auch die Anteilscheine des Elektronikhändlers Best Buy (minus 2 Prozent), der laut der schweizerischen Bank UBS bis zu 20 Prozent seines Umsatzes mit Apple-Produkten erzielt. Die Papiere des Sensorenherstellers Lumentum, der als Zulieferer von Apple gilt, büßten mehr als 8 Prozent ein. Die Aktien des Grafikkarten-Spezialisten Nvidia gaben um 6 Prozent nach.

Auch Aktien der Airlines gaben nach

Gekappte Umsatzerwartungen der Fluggesellschaft Delta Airlines zogen deren Aktien um 9 Prozent nach unten auf den tiefsten Stand seit September 2017. Die Durchschnittserlöse sollen im vierten Quartal 2018 im Jahresvergleich nur noch um 3 Prozent statt wie zuvor prognostiziert um 3,5 Prozent steigen. Papiere anderer Fluggesellschaften wurden davon mit nach unten gerissen. Die Aktien von United Continental gaben um 5 Prozent nach, American Airlines um mehr als 7 Prozent.

Dagegen ließ ein Übernahmeangebot von Bristol-Myers Squibb (BMS) die Aktien von Celgene um knapp 21 Prozent auf 80,43 US-Dollar nach oben schießen. Der Pharmariese will den Biopharmaspezialisten für rund 74 Milliarden Dollar übernehmen und bietet den Celgene-Anteilseignern pro eigener Aktie ein BMS-Papier und 50 Dollar. Auf Basis des BMS-Schlusskurses vom Mittwoch wären das insgesamt 102,34 Dollar, was einem Aufschlag von 54 Prozent auf den entsprechenden Celgene-Schlusskurs gleichkäme. Die BMS-Papiere büßten daraufhin 14 Prozent ein.

Teva gewannen 4 Prozent, nachdem der israelische Pharmakonzern einen Streit mit dem Biotechunternehmen Amgen (-1,5 Prozent) wegen eines Generikums beigelegt hatte. Teva will das entsprechende Nachahmerprodukt des Amgen-Medikaments Cinacalcet nur noch bis Mitte 2021 verkaufen und beteiligt Amgen an den erzielten Erlösen. Amgen-Titel gaben um 1,5 Prozent nach.

Der Kurs des Euro pendelte um die Marke von 1,14 Dollar und lag zum Börsenschluss an der Wall Street bei 1,1389 Dollar. Am US-Rentenmarkt sprangen richtungweisende zehnjährige Staatsanleihen um 20/32 Punkte auf 104 31/32 Punkte hoch und rentierten mit 2,550 Prozent.

lie/dpa

insgesamt 2 Beiträge
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Anhaltiner 04.01.2019
1.
so beautiful red. i love it. the best red ever! Ist doch wahnsinig toll diese Talfahrt, ideal um einzusteigen und billig an Aktien zu kommen, das Ersparte kann man ja für die Mauer spenden. Was für ein einen tollen Präsi die Amerikaner doch haben. und wartets nur ab wenn erst die Chinesen für Taiwan die Zölle fallen lassen, dann sprudeln die Gewinne wieder. Und kauft schonmal US-Stahl - irgendwann werden auch die Dems den Shut Down nicht mehr ertragen können, die Aufträge sind ja schon erteilt.
dirkcoe 04.01.2019
2. Mich überrascht das wenig
Wie soll die Wirtschaft Vertrauen in einen Staat (USA) haben, der mittlerweile fast regelmäßig seine Behörden abschaltet, eine Ministerien in die Pause schickt - und dessen Präsident mit diesem Chaos auch noch prahlt?
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