Streit über Preisabsprachen Apple wird staatliche Aufpasser nicht los

Ein Kontrolleur soll im Auftrag des US-Justizministeriums sicherstellen, dass sich Apple an das Wettbewerbsrecht hält. Das Unternehmen beschwerte sich über die Einmischung, sprach von Behinderung - und scheiterte nun mit seiner Klage vor einem Berufungsgericht.

Apple-Logo in San Francisco: Der Kontrolleur darf bleiben
REUTERS

Apple-Logo in San Francisco: Der Kontrolleur darf bleiben


New York - Im Streit über Preisabsprachen bei elektronischen Büchern wird Apple einen gerichtlich zugeteilten Aufpasser der Wettbewerbshüter vorerst nicht los. Ein New Yorker Berufungsgericht wies am Montag einen Antrag von Apple ab, den im Oktober eingesetzten Kontrolleur Michael Bromwich wieder aus dem Unternehmen abzuziehen. Die Befugnisse des Anwalts hätten zwar ihre Grenzen, hieß es vom Gericht. Er könne jedoch trotz einiger berechtigter Bedenken von Apple Chart zeigen seine Arbeit zunächst fortsetzen.

Bromwich soll im Auftrag des US-Justizministeriums sicherstellen, dass sich Apple an das Wettbewerbsrecht hält. Der Konzern wirft ihm vor, sich zu sehr in geschäftliche Angelegenheiten einzumischen und so die Entwicklung neuer Produkte zu behindern.

Das Justizministerium begrüßte das Urteil. Es mache deutlich, dass Apple mit dem Kontrolleur zusammenarbeiten müsse, sagte eine Sprecherin. Apple selbst wollte die Entscheidung des Gerichts bisher nicht kommentieren.

Apple war im Juli schuldig befunden worden, bei Preisabsprachen in der E-Book-Branche eine Schlüsselrolle gespielt zu haben: Das Unternehmen soll sich demnach zum Verkaufsstart seines iPads heimlich mit fünf Verlagen abgesprochen haben, um trotz der Marktführung des Online-Versandhändlers Amazon höhere Preise durchsetzen zu können. Als Konsequenz hätten die Verbraucher für E-Books "Dutzende Millionen Dollar zusätzlich" zahlen müssen, hieß es in der Klageschrift.

aar/AP/Reuters

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Hübitusse 11.02.2014
1. So ist das eben
So ist das eben wenn man die Allgemeinheit durch Absprachen betrügt und belügt - denen glaubt man nicht mehr. Besonders wenn sie den Eindruck erwecken, sie glaubten über dem Gesetz zu stehen nur weil sie everybody's darling und erfolgreich sind...
HerbertVonbun 11.02.2014
2. Omnia
Wieder ein Beispiel, wie prächtig Märkte funktionieren. Einfach toll! Davon müssen wir unbedingt noch mehr haben. Öffnen wir unsere Grenzen für die Märkte der Welt und verbringen ein Leben beim Zocken ums Geld. "American Way Of Life"! Auf dass es uns alle erfreut! Privatisiert unser Wasser, vergiftet unsere Böden, verpestet unsere Luft zum Atmen, statt Bio nur noch Genfood und geklonte Viecher. In unseren Betrieben nur noch Automaten am Werken, digital gesteuert auf Gewinnmaximierung programmiert. Der Mensch wird überflüssig und Demokratie nur noch lästig. Bildung, Kultur, Rechtsstaatlichkeit stören dabei nur. Freiheit wird zum Unwort dekliniert. Nur noch ein paar Stellschrauben sind zu justieren, dann lässt sich auch am Krieg wieder verdienen. "Schöne Neue Welt" über die der Geist des Mammons regiert. Die Menschleins werden wegreguliert, zu einer frei verfügbaren Masse, ganz ohne Plaisier. - Auf zu neuen Märkten, zu den Gewinnversprechung auf den Papieren!
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