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Apple-Zulieferer: Foxconn gesteht Arbeitsrechtsverletzungen in China

Arbeiter in einer Foxconn-Fabrik in China: Der Zulieferer räumt Regelverstöße ein Zur Großansicht
REUTERS

Arbeiter in einer Foxconn-Fabrik in China: Der Zulieferer räumt Regelverstöße ein

Neue Vorwürfe gegen Foxconn: In Überstunden und Nachtarbeit sollen chinesische Studenten für das Unternehmen Geräte zusammenbauen - wer sich wehrt, bekommt offenbar keinen Abschluss. Der Elektronikhersteller gibt die Verstöße teilweise zu.

Taipeh - Der umstrittene taiwanische Technologiezulieferer Foxconn hat Arbeitsrechtsverletzungen in einem Werk in China eingeräumt. Eine interne Untersuchung im Werk Yantai habe ergeben, dass die Unternehmensregeln zu Überstunden und Nachtarbeit in Einzelfällen nicht eingehalten worden seien, teilte das Unternehmen mit, das unter anderem für Apple, Sony und Nokia produziert. Mehrere chinesische Zeitungen hatten berichtet, dass Informatikstudenten der Universität Xian im Zentrum des Landes gezwungen würden, bei Foxconn zu arbeiten. Anderenfalls bekämen sie keinen Abschluss.

Die "Oriental Morning Post" zitierte Studenten, die bis zu elf Stunden am Fließband Spielekonsolen für Sony zusammenbauen mussten - statt eine aufs Studium bezogene Arbeit zugewiesen zu bekommen. Dem Bericht zufolge wurde es einigen Studenten verweigert, das Praktikum bei Foxconn vorzeitig zu beenden. Ihnen sei gedroht worden, dann würden sie ihr Stipendium verlieren und keinen Abschluss erhalten.

Foxconn erklärte, das Unternehmen habe dafür gesorgt, dass die Universität sich ab sofort an die Regeln halte. Überstunden und Nachtarbeit für Studenten seien nicht erlaubt. Studenten dürften ihr Praktikum im Betrieb auch von sich aus beenden.

Zuletzt war auch ein Foxconn-Werk in Prag in der Kritik: Dort sollen Gastarbeiter aus Vietnam, Bulgarien und der Mongolei im böhmischen Pardubice unter extremem Leistungsdruck, zu Niedriglöhnen und in zwölf Stunden langen Schichten praktisch ohne Pausen gearbeitet haben.

Foxconn ist der größte Technologiezulieferer der Welt und international vor allem als Hersteller von Apple-Geräten bekannt. Die Werke stehen zum Großteil in China. Dort beschäftigt der taiwanische Konzern mehr als eine Million Menschen. Die Arbeitsbedingungen in chinesischen Werken des Unternehmens standen immer wieder in der Kritik, 2010 starben mindestens 13 Arbeiter, die sich nach Angaben von Arbeitsrechtlern wegen der harten Arbeitsbedingungen selbst töteten. Foxconn wies die Anschuldigungen zurück. Das Unternehmen hob die Löhne aber um durchschnittlich fast 70 Prozent an. Apple hat für die Produktion seiner neuen Billig-Smartphones nun einen Foxconn-Konkurrenten beauftragt.

mia/AFP

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1.
HuFu 11.10.2013
Unsere tägliche Werbung gib uns heute! Gelle @SPON?
2. Apple hat einen Konkurreten beauftragt!
wolfi55 11.10.2013
Soso, der arbeitet vermutlich billiger, weil er diese Lohnerhöhungen nicht gemacht hat und die Arbeitsbedingungen genauso mies sind, wie dasm bei Foxconn war. Apple geht es dioch nur darum seine Geräte möglichst billig aus den Fabriken zu kriegen und nöglichst viel Profit in einem Double Irish and Dutch-Sandwich zu verstauen. Jeder, der Applem kauft unterstütztm diese Politik. Da sollte man mal drüber nachdenken.
3.
Klugreißer 11.10.2013
Zitat von HuFuUnsere tägliche Werbung gib uns heute! Gelle @SPON?
Vermutlich werden sich nur wenige durch diesen Artikel derart positiv angesprochen fühlen, das sie sich zum Kauf von Foxcon-Produkten animiert fühlen.
4. Was hilft?
loky mcqueen 11.10.2013
Ganz einfach! Keinen Apple Schrott mehr kaufen. Wer sich diesen Applerotz kauft und nicht kapiert hat, dass er am laufenden Band über den Tisch gezogen wird (noch dreister, als bei anderen ohnehin schon Unverschämten Firmen) - krankhaft teurer Preis, bei grottig schlechter Qualität des Innenlebens, egal ob Telefon, Ipad oder Rechner, im Vergleich zu diversen anderen Anbietern mit vergleichbaren Produkten - der ist selbst dran Schuld, dass an seinen Händen, weil er diese Firma unterstützt, das Blut von verzweifelten Profit- und Kapitalismussklaven hängt! Wie widerlich kann man eigentlich sein, bei diesen Tatsachen Appel Produkte überhaupt anzufassen! Am geilsten sind dann diese Apfelfaschisten, die einen total arrogant und herablassend blöd von der Seite anmachen, weil man ja kein Apple-Jünger sei und nicht diese hippen, abgefuckten Apple-Sekte huldigen würde ... Ich kanns mir zehnmal leisten, aber bevor ich so bescheuert bin, kauf ich ja lieber amerikanische Staatsanleihen! Die werden bald auch nicht mehr bedient ... und ich weiss, dass ich auf die Fresse fall :P Ne danke, nicht mal geschenkt würde ich Apple haben wollen!
5. Was passiert jetzt
apalanca 11.10.2013
wenn durch die neuen Arbeitsbedingungen die Preise des Apple-Zulieferers steigen, wird es Apple schwerer fallen das Budget nicht zu überschreiben. Jetzt gibt es die Möglichkeit für Apple einen neuen Zulieferer zu suchen und den dann aufzubauen oder aber woanders zu sparen. Vielleicht bei der Qualität? Wofür sich Apple entscheiden mag, steht langfristig gesehen noch offen. Letzten Endes hat Apple versagt die Arbeitsbedingungen des Zulieferers selbst zu überblicken, um Vorkehrungen treffen und den Tumult vermeiden zu können.
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