China: Apple-Lieferant Foxconn verspricht Betriebsratswahlen

Der umstrittene Elektronikkonzern Foxconn will in seinen chinesischen Werken Arbeitnehmervertreter wählen lassen. Für Großunternehmen in der Volksrepublik wäre dies eine Premiere. Laut "Financial Times" reagiert Foxconn offenbar auf Druck seines Auftraggebers Apple.

Arbeiterinnen in Foxconn-Werk: Keine Vorstellung von der Rolle eines Gewerkschafters Zur Großansicht
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Arbeiterinnen in Foxconn-Werk: Keine Vorstellung von der Rolle eines Gewerkschafters

Hamburg/Hongkong - Der Elektronikkonzern Foxconn hat angekündigt, die Rechte von Arbeitnehmervertretern zu stärken. Erstmals wolle das Unternehmen in seinen Werken eine Art Betriebsratswahl organisieren, berichtet die "Financial Times" ("FT"). Dies sei eine Premiere unter chinesischen Großunternehmen, deren Gewerkschaftsvertreter bislang vom Management und den Lokalregierungen kontrolliert würden.

"Ein Vorsitzender und 20 Mitglieder der 'Foxconn Vereinigung von Gewerkschaftskomitees' werden alle fünf Jahre durch eine geheime Wahl bestimmt werden", antwortete Foxconn auf eine Anfrage der "FT".

Mit der Ankündigung reagiert das taiwanische Unternehmen offenbar auf Druck durch Foxconns Auftraggeber Apple Chart zeigen. In der Vergangenheit war Foxconn immer wieder wegen seiner Arbeitsbedingungen in die Kritik geraten. In Foxconn-Werken kam es wiederholt zu Selbstmorden und Auseinandersetzungen zwischen Angestellten und Sicherheitskräften. Apple-Chef Tim Cook hat versprochen, künftig stärker auf die Arbeitsbedingungen zu achten. Als erster Technologiekonzern trat Apple dazu der unabhängigen Fair Labor Association (FLA) bei, die eigene Inspektionen durchführt.

Der "FT" zufolge kritisierte die FLA unter anderem, dass es in den Foxconn-Werken keine echte Arbeitnehmervertretung gibt. Nach dem Ende des chinesischen Neujahrsfestes im Februar werde Foxconn seine Mitarbeiter mit Unterstützung der FLA für die Wahlen schulen. Aufgrund der bislang schwachen Rolle chinesischer Arbeitnehmervertreter hätten die meisten jungen Mitarbeiter keine Vorstellung davon, was die Rolle eines Gewerkschafters ist.

dab

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1. Sell
glgg 04.02.2013
Ich glaube ich muss meine Hon Hai Aktien verkaufen.
2.
3of5 04.02.2013
Danke Apple, aber vor Allem: danke Zivilgesellschaft. Ohne Druck der Konsumenten auf Apple zur Unterstützung der pprotestierenden ArbeiterInnen hätte diese Öffnung für gewerkschatliche Rechte wohl noch lange nicht stattgefunden.
3.
Steuerzahler0815 04.02.2013
Zitat von sysopDer umstrittene Elektronikkonzern Foxconn will in seinen chinesischen Werken Arbeitnehmervertreter wählen lassen. Für Großunternehmen in der Volksrepublik wäre dies eine Premiere. Laut "Financial Times" reagiert Foxconn offenbar auf Druck seines Auftraggebers Apple. Apple-Zulieferer Foxconn verspricht Betriebsratswahlen in China - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/apple-zulieferer-foxconn-verspricht-betriebsratswahlen-in-china-a-881267.html)
vielleicht hättet ihr gerne dass Foxconn umstritten wäre aber davon kann nicht die Rede sein Es wird in ganz Europa nicht einen erwachsenen Menschen geben der kein Produkt von Foxconn besitzt
4. optional
ftosca 04.02.2013
man will ja nichts sagen aber... Samsung-Lieferant Foxconn verspricht Betriebsratswahlen oder Apple & Samsung-Lieferant Foxconn verspricht Betriebsratswahlen ich weiß, würde man "Foxconn verspricht Betriebsratswahlen" schreiben interessiert es niemanden !
5.
Snoozel 04.02.2013
Zitat von 3of5Danke Apple, aber vor Allem: danke Zivilgesellschaft. Ohne Druck der Konsumenten auf Apple zur Unterstützung der pprotestierenden ArbeiterInnen hätte diese Öffnung für gewerkschatliche Rechte wohl noch lange nicht stattgefunden.
Mit einem kleinen Problem ... Sobald Foxconn faire Löhne zahlt und Arbeitsbedingungen wie eine deutsche Firma hat wird sich keiner mehr ein aktuelles Smartphone leisten können da diese dann 2000€+ kosten. Da muss man sich nichts vor machen - unser momentaner Wohlstand existiert und funktioniert nur weil anderswo Menschen ausgebeutet werden.
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