Maschinenbauer Manz Chinesen steigen bei deutschem Apple-Zulieferer ein

Der schwäbische Maschinenbauer Manz ist in der Krise - nun will Shanghai Electric bei dem Apple-Zulieferer einsteigen. Damit geht die Einkaufstour chinesischer Staatsfirmen in Deutschland weiter.

Manz-Zentrale in Reutlingen: Apple-Zulieferer mit chinesischer Beteiligung
Manz AG

Manz-Zentrale in Reutlingen: Apple-Zulieferer mit chinesischer Beteiligung


Vor allem wegen verschobener Aufträge in China ist der Maschinenbauer Manz tief in die Verlustzone gerutscht - nun steigt ein chinesischer Mischkonzern bei dem Unternehmen aus Reutlingen ein. Shanghai Electric will sich mindestens 29,9 Prozent an Manz sichern, gab das Unternehmen in einer Pflichtmitteilung bekannt. An der Börse ist Manz derzeit gut 200 Millionen Euro wert.

Konkret soll der Einstieg der chinesischen Staatsfirma demnach durch eine Kapitalerhöhung bei Manz von 43 Prozent ermöglicht werden. An dieser wolle sich der Firmengründer und Vorstandschef Dieter Manz nicht beteiligen, der bislang 35,2 Prozent der Anteile hält. Shanghai Electric habe sich verpflichtet, Aktien zum Bezugspreis zu übernehmen. Wie viel die Chinesen im Detail investieren werden, blieb zunächst offen.

Zudem planen Dieter Manz und Shanghai Electric eine Stimmbindungsvereinbarung, die beide Partner verpflichtet, ihre Stimmrechte bei bestimmten Fragen auf der Hauptversammlung gemeinsam auszuüben. Das hat Folgen: Da nach dem Abschluss einer solchen Vereinbarung Shanghai Electric auch die Anteile von Dieter Manz angerechnet würden, stiege die Beteiligung der chinesischen Staatsfirma über 30 Prozent. Ab dieser Schwelle ist Shanghai Electric verpflichtet, eine Übernahmeofferte abzugeben.

China seit Jahren auf Einkaufstour in Deutschland

Der Maschinenbauer hatte Ende vergangenen Jahres ein Sparprogramm angekündigt, 174 von zuletzt gut 2000 Stellen sollten gestrichen werden. Manz, das auch Apple-Zulieferer ist, stellt vor allem Anlagen zur Produktion von Displays für Tablet-PCs, Smartphones und Notebooks her. Große Hoffnungen setzt Manz auf das Batteriegeschäft und will dabei von der steigenden Nachfrage nach Elektroautos profitieren.

Der Einstieg beim schwäbischen Maschinenbauer ist nur die vorerst letzte einer ganzen Reihe von Übernahmen deutscher Mittelständler durch chinesische Firmen in den vergangenen Jahren. Eine Auswahl:

fdi/dpa/Reuters

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