Arbeitskampf: Mitarbeiter werfen Lufthansa-Chef Markenbeschädigung vor

Der Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber steht in der Kritik: Laut dem Chef der Personalvertretung haben Beschäftigte in einer internen Sitzung bemängelt, die Führung setze zu sehr auf Expansion - und schädige den Ruf als Premiumfluglinie.

Demo in Frankfurt am Main: "Verwässerung der Marke" Zur Großansicht
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Demo in Frankfurt am Main: "Verwässerung der Marke"

Frankfurt am Main - Lufthansa-Mitarbeiter haben Konzernchef Wolfgang Mayrhuber auf einer Personalversammlung heftig kritisiert. Personalvertretungschef Stefan Ziegler sagte, die Beschäftigten hielten Mayrhuber vor, mit seinem Sparprogramm die Rolle des Unternehmens als Premium-Airline zu gefährden. Es war das erste Treffen des Lufthansa-Chefs mit Piloten und Kabinenpersonal seit zwei Jahren.

Die Kritiker seien in der nichtöffentlichen Sitzung mit großem Applaus aus den Reihen der etwa 500 bis 1000 Zuhörer bedacht worden, sagte Ziegler. Im Anschluss demonstrierten Mitarbeiter an der Konzernzentrale gegen eine "Verwässerung der Premiummarke Lufthansa".

Viele Mitarbeiter kritisierten laut Ziegler, dass sich das Management zu sehr mit Zukäufen im Ausland beschäftige, statt am Produkt der Lufthansa Chart zeigen selbst zu arbeiten. Das Angebot sei durch die vielen Töchterunternehmen auch im Inland schon sehr heterogen.

Mayrhuber habe die Expansion dagegen damit verteidigt, dass der deutsche Markt begrenzt sei, sagte Ziegler. In den vergangenen Jahren hat Lufthansa mehrere Fluggesellschaften gekauft - unter anderem in der Schweiz, in Österreich und in Großbritannien. Mit einem Sparprogramm sollen die jährlichen Kosten um eine Milliarde Euro gesenkt werden. Allerdings hat das Management wiederholt betont, Lufthansa solle eine Premiummarke bleiben.

Seit Monaten laufen die Tarifverhandlungen für die Piloten und das Kabinenpersonal. Bei den Piloten soll im Laufe der nächsten Tage ein Schlichter gefunden werden, nach SPIEGEL-Informationen sind Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder und der frühere Hamburger Oberbürgermeister Klaus von Dohnanyi im Gespräch. Bei den Kabinenbeschäftigten stellte Lufthansa für die kommenden Tage ein Angebot in Aussicht.

cte/dpa/apn

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Forum - Verdienen Lufthansa-Piloten zu wenig?
insgesamt 1792 Beiträge
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1.
Sunny, 17.02.2010
Fragen wir doch mal Guido.. ;) Aber im Ernst: Piloten haben sicher einen anstrengenden und verantwortungsvollen Job, aber den haben andere Berufsgruppen mit wesentlich geringerem Salär auch (Busfahrer z.B. - und unter der Annahme, dass die Angaben zu den Gehältern stimmen). Bleibt also die Frage: was sind die Fluggesellschaften zu zahlen bereit, und das testen die Piloten jetzt aus. Ist ja auch mindestens 2 Jahre her, seit das letzte Mal Piloten gestreikt haben... Kurze Frage: wer bezahlt eigentlich eine Pilotenausbildung? Geht der Pilot in Vorleistung?
2.
unente, 17.02.2010
"Cockpit" will für Arbeitsplatzsicherheit streiken, nicht für mehr Geld. ---Zitat von spon--- ...Kern der aktuellen Auseinandersetzung ist der Wunsch der Arbeitnehmer, die Auslagerung von Stellen in billigere Tochtergesellschaften zu stoppen, was der Konzern aber nicht ausschließen will. *Für eine derartige Zusage wären die Piloten auch zu einer Nullrunde beim Gehalt bereit*... ---Zitatende---
3. Auf zu neuen Ufern !
Kalix 17.02.2010
Die Probleme mit Sysop werden grösser. In einer marktwirtschaftlichen Tarifauseinandersetzung ist es vollkommen egal, ob wie hier die Piloten gut verdienen oder nicht. Es geht ausschliesslich um den Interessenausgleich zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern. Die Lufthansa hat trotz stärkstem Wettbewerb gute Erträge; garantiert unter anderem durch den Einsatz der Piloten und des fliegenden und nicht fliegenden Personals. Warum sollen hiervon ausschliesslich die Aktionäre profitieren ? Warum sollen die Mitglieder von Cockpit tatenlos zuschauen, wenn ihre Arbeitsplätze weg rationalisiert werden zugunsten von Billigfliegern unter dem Dach der Lufthansa? Ich denke, die Akzeptanz eines Streikes ist von der Bevölkerung erst dann gegeben, wenn Unternehmen wie Lufthansa gezwungen werden, ihre Unternehmensstrategie auch an den Beschäftigten zu orientieren. Wir brauchen mehr Streiks, um das Perfide in den Unternehmensstrategien 1fach unmöglich zu machen. Jede Drohung, Unternehmensverwaltungen in das Ausland zu verlagern, zeigt von der fehlenden moralischen Qualifikation dieser sogenannten Manager, deren Leistung nur im unteren Drittel des Rankings weltweit gewürdigt wird.
4. Naja
highn00n 17.02.2010
Bei der wirtschaftlichen Lage zu streiken ist nicht so ganz ungefährlich. Durch die Wirtschaftskrise ist der Fracht und auch der Personenverkehr so stark zurückgegangen wie noch nie zuvor. Ob da ein Streik wirklich Sinn macht, wenn dann die Airline pleite macht, wage ich zu bezweifeln. Unternehmen müssen Überkapazitäten nun mal abbauen können, um ihr Überleben zu sichern.
5.
dennis.hoppler 17.02.2010
Zitat von sysopPiloten gehören zu den Besserverdienern in Deutschland - insbesondere bei der Lufthansa. Ist ihr Streik trotzdem berechtigt?
Schon wieder diese Boulevard-Vorlage, die am Thema vorbeigeht. Es geht nicht um Gehaltsverhandlungen, sondern um Rettung der Arbeitsplätze in Lufthansa-Cockpits und gegen das vehemente "Outsourcing", das seit Jahren vom Management betrieben wird-entgegen geschlossener Vereinbarungen. Die Pilotenschaft bietet sogar eine Nullrunde an.
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