Konjunktur Arbeitslosenzahl sinkt auf 2,932 Millionen

Der deutsche Arbeitsmarkt belebt sich. Die Zahl der Erwerbslosen geht laut Arbeitsagentur auf 2,932 Millionen zurück. Das ist der niedrigste Wert für den Monat März seit 24 Jahren. Im Euro-Raum sinkt die Arbeitslosenquote auf 11,3 Prozent.


Nürnberg - Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im März um 85.000 auf 2,932 Millionen gesunken. Das sind 123.000 weniger als vor einem Jahr, teilte die Bundesagentur für Arbeit mit. Die Arbeitslosenquote ging um 0,1 Punkte auf 6,8 Prozent zurück.

"Die günstige Entwicklung am Arbeitsmarkt hält an", sagte der Chef der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise. "Das liegt an der guten Konjunktur und der einsetzenden Frühjahrsbelebung."

Zum Frühjahrsbeginn hat die gute Auftragslage vieler deutscher Unternehmen die Nachfrage nach Arbeitskräften auf eine neue Rekordhöhe steigen lassen. Im März habe es so viele freie Stellen gegeben wie seit mindestens elf Jahren nicht mehr, berichtete die Bundesagentur für Arbeit (BA). Die Nürnberger Bundesbehörde führt diese Entwicklung auf die "insgesamt positive Grundstimmung sowie die optimistischen Ausblicke der Unternehmen" zurück.

Allerdings spiegele die große Zahl der offenen Stellen nicht nur die gute konjunkturelle Lage wieder, räumt die BA ein. Sie sei auch eine Folge des derzeit häufigeren Stellenwechsels. Dadurch würden viele Stellen frei, von denen manche nicht sofort wieder besetzt werden könnten.

Bundesarbeitsagentur-Chef Weise (Archivbild): "Günstige Entwicklung"
AP

Bundesarbeitsagentur-Chef Weise (Archivbild): "Günstige Entwicklung"

Ein Rückgang der registrierten Arbeitslosigkeit ist im März üblich, weil in der Regel mit dem Nachlassen des Winterwetters die Beschäftigung in den Außenberufen wie am Bau zunimmt. In diesem Frühjahr fällt die Abnahme der Erwerbslosigkeit allerdings stärker aus als zuvor: Der aktuelle Rückgang ist die niedrigste Arbeitslosenzahl in einem März seit 24 Jahren.

Saisonbereinigt sank die Arbeitslosenzahl in Deutschland im März um rund 15.000 auf 2,798 Millionen. Volkswirte hatten im Schnitt einen Rückgang um 12.000 prognostiziert. Die um jahreszeitliche Einflüsse bereinigte Erwerbslosenzahl ging im Westen Deutschlands um gut 8000 zurück, im Osten sank sie um mehr als 6000.

Erwerbslosigkeit im Euro-Raum sinkt auf 11,3 Prozent

Neue Zahlen zur Arbeitslosenquote veröffentlichte am Dienstag auch die EU-Statistikbehörde Eurostat. Die Erwerbslosigkeit in den Euro-Ländern ist im Februar weiter leicht gesunken: auf 11,3 Prozent. Dies ist im Euroraum die niedrigste Quote seit Mai 2012.

Für den Januar korrigierten die Statistiker die Zahl auf 11,4 Prozent von zuvor errechneten 11,2 Prozent nach oben. In den 19 Staaten mit der Gemeinschaftswährung waren insgesamt 18,204 Millionen Frauen und Männer ohne Job.

Die niedrigsten Quoten hatten Deutschland mit 4,8 Prozent und Österreich mit 5,3 Prozent. Am höchsten lag die Quote in Griechenland mit 26 Prozent, dies allerdings nach den jüngsten verfügbaren Zahlen aus dem Monat Dezember. Die zweithöchste Quote im Euroraum wurde mit 23,2 Prozent in Spanien registriert.

bos/dpa/Reuters

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insgesamt 95 Beiträge
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Seite 1
felisconcolor 31.03.2015
1. wieviele
von den jetzt Beschäftigten können davon leben. Ihr tollen Journalisten, bringt doch mal eine saubere Statistik darüber wieviele AN trotzdem noch vom Staat alimentiert werden müssen.
student93 31.03.2015
2. Mini-Job Lüge
Seit dem nun die Leute mit Mini-Jobs nicht mehr als Arbeitslos gelten, ist die Quote natürlich schön gerechnet. Der Unterschicht und der kaum noch vorhandenen Mittelschicht geht es immer schlechter?? Good job
ClausWunderlich 31.03.2015
3.
Super Sache und zeigt das die Politik der MITTE noch am besten ist.
fragel 31.03.2015
4. Witz komm raus, du bist umzingelt
Diese Zahlen sind der Grippewelle zu verdanken. bin ja gespannt, wieviele es in der Realität sind. 5-6 Millionen entsprechen wohl eher der tatsächlichen Arbeitslosenzahl.
maxhennings 31.03.2015
5. Wieso sinkt?
Wieso sinken denn jetzt die Arbeitslosenzahlen? Oh nein, unser ganzes Lügengebilde gegen den Mindestlohn schwimmt uns davon. Die Zahlen müssen hoch gehen, Massenentlassungen, usw. SPON, was tut ihr bloß? Bild hat doch geschrieben, dass der Mindestlohn uns alle schadet. Warum werden jetzt wieder mehr Leute eingestellt und nicht entlassen? Verkehrte Welt, dass was die Gewerkschaften gesagt haben, tritt ein. Oh nein, dann muss ich wohl doch mal Mitglied werden.
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