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Arbeitsmarkt 2010 Deutschland rüstet sich für das Jobkrisenjahr

Stahlarbeiter in Salzgitter: Weltkrise beschleunigt den StrukturwandelZur Großansicht
dpa

Stahlarbeiter in Salzgitter: Weltkrise beschleunigt den Strukturwandel

2. Teil: Beginn eines fundamentalen Wandels - Deutschland muss sich runderneuern

Sicher sei nur, dass es in der deutschen Nachkriegsgeschichte noch nie vorgekommen sei, dass Unternehmen sinkende Produktivität einfach so hingenommen hätten. In der aktuellen Rezession habe sich die Stundenproduktivität in der deutschen Wirtschaft zum ersten Mal seit 1970 verringert. "Für gewöhnlich lösen solche Entwicklungen Entlassungswellen aus", sagte Klinger. Für solche gebe es bislang aber noch keine Anzeichen.

Einig sind sich die Experten dagegen in einem anderen Punkt: Auch in den kommenden Jahren bleiben die Aussichten für den Arbeitsmarkt düster. Zu tief ist Deutschlands Konjunktur gestürzt, zu langsam berappelt sie sich wieder. "Alle exportorientierten Industrien geraten stark unter Druck. Das Niveau der Exporte ist sehr niedrig. Es wird ein paar Jahre dauern, bis es sich wieder auf dem Niveau vor der Krise befindet", sagt Konjunkturexperte Scheide.

Immer deutlicher zeigt sich zudem, dass die Jobkrise in den Schlüsselindustrien nicht nur durch die Konjunkturflaute verursacht wurde - sondern auch durch einen gewaltigen Strukturwandel, der sich durch den globalen Abschwung jetzt rapide beschleunigt. Klassische Industriezweige verlieren an Bedeutung - und der Trend wird auch nach der Krise anhalten. In der Folge entstehen im Industriesektor Überkapazitäten. Der Riss, der durch den deutschen Jobmarkt geht, verbreitert sich. In der Metall- und Elektroindustrie etwa ist die Produktion seit Beginn 2009 um ein Viertel geschrumpft. Im Maschinenbau sind die deutschen Werke nur noch zu 70 Prozent ausgelastet; vor einem Jahr lag der Wert noch bei fast 90 Prozent. Die Autobranche leidet massiv unter Überkapazitäten.

Viele Großkonzerne werden auch in den kommenden Jahren in Deutschland Jobs abbauen. Siemens Chart zeigen etwa erwirtschaftet nur gut 14 Prozent seines Umsatzes hierzulande, beschäftigt aber noch rund ein Drittel seiner Mitarbeiter in der Bundesrepublik. Bei Daimler arbeiten mehr als 60 Prozent der Beschäftigten im Inland, der Konzern verkauft aber drei Viertel seiner Fahrzeuge im Ausland. Dieses Ungleichgewicht lässt sich immer schwerer aufrechterhalten.

Deutschland am Wendepunkt

Die Weltkrise beschleunigt den Strukturwandel in Deutschland. 2010 ist daher nicht nur das Jahr der Jobkrise. Es ist auch das Schicksalsjahr für die Zukunft der Republik: das Jahr, in dem viel Altes vergeht und das Neue sich erst durchsetzen muss.

Schon jetzt richten sich die Hoffnungen vieler Experten auf Zukunftsmärkte wie die Informationstechnologie, die Umwelttechnologie und den Gesundheitssektor, der durch die immer älter werdende Gesellschaft an Bedeutung gewinnt. Die Frage, die sich viele stellen, ist, ob in diesen Zukunftsmärkten genauso schnell Jobs entstehen, wie in den alten Märkten verloren gehen.

Der Staat wird dabei nicht viel helfen können - er hat seinen finanziellen Spielraum weitgehend aufgebraucht. Um die Banken zu retten, um die Konjunktur anzukurbeln, wird der Bund 2010 fast 86 Milliarden Euro an neuen Krediten aufnehmen. Von 2011 bis 2016 aber muss Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) 60 Milliarden Euro einsparen, jedes Jahr zehn Milliarden, um die Bundeskasse wieder in Einklang mit Stabilitätspakt und Schuldenbremse zu bringen. Der Wirtschaftsweise Peter Bofinger fürchtet deshalb bereits einen "Magerstaat".

"Der Staat kann die Wirtschaft im Umbruch nicht mehr stützen", sagt Wolfgang Buchholz, Professor für Umweltökonomie an der Universität Regensburg. "Deutschland muss sich aus eigener Kraft restrukturieren."

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insgesamt 1370 Beiträge
berlin_rotrot 14.12.2009
nein, angst habe ich nicht um meinen job da er gute qualifikationen benötigt die man nicht so schnell per praktikum/selber finanzierte fortbildung finanzieren kann. mitleid habe ich für die heutige jugend die auf diesem [...]
nein, angst habe ich nicht um meinen job da er gute qualifikationen benötigt die man nicht so schnell per praktikum/selber finanzierte fortbildung finanzieren kann. mitleid habe ich für die heutige jugend die auf diesem miserablen arbeitsmarkt zurecht kommen muss. gute nacht!
raess2007 14.12.2009
Wie?Was jetzt? Wir sind doch im Aufschwung! Immer weiter mit wehenden Fahnen. Ach SPON, ist schon lustig mit euch :-)
Wie?Was jetzt? Wir sind doch im Aufschwung! Immer weiter mit wehenden Fahnen. Ach SPON, ist schon lustig mit euch :-)
Beutz 14.12.2009
Warum? Ich rentnere. Aber das alles war vorauszusehen, dafür braucht man keine Weisen und keinen Herrn Weise. Die Kaufkraft wird gestohlen und da kann man eben nicht erwarten das die Produkte gekauft werden können. Liebe [...]
Zitat von sysopArbeitsagentur-Chef Weise warnt für 2010 vor massivem Jobabbau. Dies gelte vor allem für Hightechbranchen wie die Autoindustrie. Regional seien vor allem Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen betroffen. Machen Sie sich Sorgen um Ihren Job?
Warum? Ich rentnere. Aber das alles war vorauszusehen, dafür braucht man keine Weisen und keinen Herrn Weise. Die Kaufkraft wird gestohlen und da kann man eben nicht erwarten das die Produkte gekauft werden können. Liebe Grüße
capu65 14.12.2009
Ich bin für eine Abwrackprämie II. Dann würde meine alte Karre Bj. 2001 auch darunterfallen. Das Thema "Jobangst" könnten wir doch auch um ein Jahr verschieben.
Zitat von sysopArbeitsagentur-Chef Weise warnt für 2010 vor massivem Jobabbau. Dies gelte vor allem für Hightechbranchen wie die Autoindustrie. Regional seien vor allem Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen betroffen. Machen Sie sich Sorgen um Ihren Job?
Ich bin für eine Abwrackprämie II. Dann würde meine alte Karre Bj. 2001 auch darunterfallen. Das Thema "Jobangst" könnten wir doch auch um ein Jahr verschieben.
barry60 14.12.2009
Das ist jetzt aber gemein! Nein, mache mir keine Sorgen, investiere gerade per Kredit in Wohneigentum. Hauptsache das Geld ist weg und liegt nicht mehr inflationsgefähredet bei irgendwelchen Banken rum :=) Wenn's kracht, [...]
Zitat von sysopArbeitsagentur-Chef Weise warnt für 2010 vor massivem Jobabbau. Dies gelte vor allem für Hightechbranchen wie die Autoindustrie. Regional seien vor allem Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen betroffen. Machen Sie sich Sorgen um Ihren Job?
Das ist jetzt aber gemein! Nein, mache mir keine Sorgen, investiere gerade per Kredit in Wohneigentum. Hauptsache das Geld ist weg und liegt nicht mehr inflationsgefähredet bei irgendwelchen Banken rum :=) Wenn's kracht, kracht's, so oder so sieht's dann übel aus, ob mit oder ohne Arbeitsplatz ist dann schon fast nebensächlich :)
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