Arbeitsmarkt: Vollzeitbeschäftigung nimmt zu

Nach der Krise folgt der Aufschwung: Laut des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung finden immer mehr Deutsche eine Vollzeitstelle. Die Unternehmen konnten ihre Produktivität im Vergleich zum Vorjahr steigern.

Techniker bei der Arbeit: Vollzeitbeschäftigung in Deutschland steigt Zur Großansicht
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Techniker bei der Arbeit: Vollzeitbeschäftigung in Deutschland steigt

Nürnberg - Die Lage am Arbeitsmarkt entspannt sich: Nach den Turbulenzen durch die Finanz- und Wirtschaftkrise bekommen immer mehr Beschäftigte einen Vollzeitjob.

So habe die Zahl der entsprechenden Arbeitsplätze im zweiten Quartal mit 23,806 Millionen um 1,7 Prozent über dem Vorjahresniveau gelegen, berichtete das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). "Damit hat sich die Dynamik des ersten Quartals 2011 fortgesetzt", sagten die IAB-Arbeitsmarktforscher Eugen Spitznagel und Susanne Wanger. Schon im ersten Quartal hatte die Zahl der Vollzeitarbeitsplätze um 1,7 Prozent zugelegt.

Dagegen sei die Zahl der Teilzeitjobs von April bis Juni lediglich um 0,7 Prozent auf 12,64 Millionen angewachsen. Die Zahl aller Beschäftigten hat laut Studie mit 36,446 Millionen um 1,3 Prozent höher gelegen als im entsprechenden Vorquartal. Dank der guten Auftragslage vieler Unternehmen seien inzwischen auch die in der Krise geleerten Arbeitszeitkonten der Beschäftigten wieder gut gefüllt. Jeder Beschäftigte habe im zweiten Quartal im Schnitt 0,97 Überstunden pro Woche geleistet. Die Kurzarbeit habe im Frühjahr 2011 nur noch eine geringe Rolle gespielt.

Auch arbeiteten die deutschen Unternehmen inzwischen wieder deutlich produktiver als während der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise. Im Schnitt habe die Produktivität der Volkswirtschaft im zweiten Quartal 2011 um 1,2 Prozent höher gelegen als vor einem Jahr. Damit steige die Produktivität das sechste Quartal in Folge, stellten die Arbeitsmarktforscher mit.

Die Effizienz der Unternehmen war mit dem massiven Einsatz von Kurzarbeit im Jahr 2008 stark gesunken. Viele Unternehmen hatten damals in Erwartung eines baldigen Aufschwungs trotz mangelnder Auslastung ihre Stammbelegschaften gehalten.

dis/dpa-AFX

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