Artensterben: Französisches Gericht verurteilt Ikea wegen Umweltsünden

Das schwedische Möbelunternehmen Ikea muss in Frankreich eine Geldstrafe zahlen: Weil beim Bau eines Zentrallagers der Lebensraum von mehreren geschützten Arten zerstört wurde, sind 30.000 Euro fällig.

Ikea-Flaggen: Umweltverbände verklagten das Unternehmen Zur Großansicht
REUTERS

Ikea-Flaggen: Umweltverbände verklagten das Unternehmen

Aix-en-Provence - Ein Gericht im südfranzösischen Aix-en-Provence hat Ikea Frankreich schuldig gesprochen: Das Möbelunternehmen soll beim Bau eines riesigen Lagers in der Hafenstadt Marseille mehrere geschützte Blumen-, Vogel- und Reptilienarten "zerstört" haben. Umweltschutzorganisationen hatten gegen das Unternehmen geklagt, nachdem es 2008 mit dem Bau der 65.000 Quadratmeter großen Lagerhalle begonnen hatte.

Es sei "das erste Mal", dass Ikea wegen so etwas verurteilt werde, sagte Pressesprecher Pierre Deyries. "Wir bedauern diese Situation sehr." Das Unternehmen sei "ständig" darum bemüht, möglichst wenig Schaden anzurichten.

Ikea hatte sein Zentrallager für die europäischen Möbelhäuser bis vor kurzem in der spanischen Hafenstadt Barcelona. Mittlerweile kommen die Waren aus Südostasien im neuen Zentrallager in Fos-sur-Mer an, das zum Hafen von Marseille gehört. In Frankreich hat das schwedische Unternehmen 26 Möbelhäuser.

wit/AFP

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 4 Beiträge
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1. Wie...
Legacy 04.06.2010
Zitat von sysopDas schwedische Möbelunternehmen Ikea muss in Frankreich eine Geldstrafe zahlen: Weil beim Bau eines Zentrallagers der Lebensraum von mehreren geschützten Arten zerstört wurde, sind 30.000 Euro fällig. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,698789,00.html
...? Jetzt erst ? Und nur 30.000 Ecken ? Das bezahlt ein einzelner Ikeamarkt doch locker aus der Portokasse mit einem elchigen Lächeln auf der Lippe....
2. Warum bestrafen?
Poisen82 04.06.2010
Nehmen wir einmal an es war wirklich alles ein versehen, warum dann 30.000 Strafe zahlen? Ikea sollte einfach das Lager wieder abreisen und die Landschaft renaturieren, damit wären die Gesetze auch etwas gerechter. Jemand der einen kleinen Eingriff in das Ökosystem vornimmt wird dadurch milde bestraft und die Person die einen großen Eingriff vornimmt eben härter. Es kann doch nicht sein das Karl Mustermann für einen gefällten Baum im Garten 15.000 Euro zahlt und Ikea das 65.000 zupflaster mit 30.000 Euro. Da wäre es doch besser die Handlungen soweit es geht rückgängig zu machen.
3. Methode fehlt
TheBear 04.06.2010
Zitat von sysopDas schwedische Möbelunternehmen Ikea muss in Frankreich eine Geldstrafe zahlen: Weil beim Bau eines Zentrallagers der Lebensraum von mehreren geschützten Arten zerstört wurde, sind 30.000 Euro fällig.
Die 30.000 Euro (eine lächerliche Summe) zeigen, dass es zur Zeit noch sehr schwer ist Umweltschäden zu beziffern, denn - so werden die Umweltsünder immer sagen - es ist ja kein nachweisbarer wirtschaftlicher Schaden entstanden. Es wird an der Zeit damit anzufangen Umweltschäden als das zu behandeln, was sie sein sollten: Zu bezahlende Schäden. Das korrekte Vorgehen gegen BP wegen des Oil-spills wird unter anderem daran scheitern, dass es noch keine anerkannte Relation zwischen Umweltschaden und Kosten in $ oder € gibt.
4. /
Moxxo 04.06.2010
Hoffentlich müssen sich auch die entsprechende Behörden verantworten, die den Bau genehmigt haben.
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