Aktien-Trends 2018 Asiens Reformeifer könnte Aktienmärkte stützen

Asiatische Aktienmärkte könnten vom globalen Wirtschaftsaufschwung weiter profitieren. Andernorts sind die Aussichten durchwachsener.

Liao Xun/Getty Images


Asiens Aktien dürften 2018 stark von der guten Weltkonjunktur und dem anziehenden Welthandel profitieren. Das gilt unter anderem für Japan, dessen Exporteure von einem vergleichsweise schwachen Yen gestützt werden sollten. Daneben könnten strukturelle Anpassungen im Unternehmenssektor wie der Aufbruch ineffizienter Überkreuzbeteiligungen oder die von Premierminister Shinzo Abe eingeleiteten Reformen hinsichtlich der Unternehmensführung und des Einsatzes der hohen Bargeldreserven ihre Wirkung stärker entfalten. Derzeit verfügen die Unternehmen im Leitindex Topix über Cash-Bestände in Höhe von rund 31 Prozent ihrer Marktkapitalisierung, die künftig effizienter genutzt werden sollen - sei es in Form von Investitionen, Aktienrückkäufen oder Dividenden. Während Anleger von Investitionen langfristig profitieren könnten, dürften sich höhere Ausschüttungen kurzfristig auf die Erträge von Aktieninvestments auswirken. Ergebnisse der Bestrebungen zur Steigerung der Kapitaleffizienz sind bereits zu beobachten: Die Eigenkapitalrendite japanischer Unternehmen stieg in den vergangenen fünf Jahren von 4 auf 8 Prozent.

Zum Autor
  • Dr. Ulrich Stephan, Chef-Anlagestratege Privat- und Firmenkunden der Deutschen Bank

Liberalisierung von Chinas Kapitalmärkten schreitet voran

Noch tiefer als in Japan greift der Wandel in China: Bereits seit Jahren befindet sich die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt in einem Transformationsprozess. Darin eingebunden sind auch die Kapitalmärkte: Der für ausländische Investoren teilweise unzugängliche chinesische Aktienmarkt öffnet sich zusehends. Über Kooperationen zwischen der Börse in Hongkong und den Festlandbörsen in Shanghai und Shenzhen, die sogenannten Stock Connects, können Festlandchinesen jetzt auch "H-Aktien" chinesischer Unternehmen kaufen, die vormals exklusiv in Hongkong gehandelt wurden. Gleichzeitig wurden die Restriktionen für Ausländer beim Erwerb von chinesischen Festlandaktien, den sogenannten A-Aktien, gelockert. Die Deutsche Bank geht davon aus, dass sich die sukzessive Öffnung der chinesischen Kapitalmärkte fortsetzen und die Zuflüsse in chinesische Aktien entsprechend zunehmen dürften. Zumal durch die Liberalisierung der Märkte die Gewichtung Chinas im Schwellenländer-Leitindex MSCI Emerging Markets weiter steigen sollte.

Darüber hinaus ist zu erwarten, dass Chinesen durch die Liberalisierung einen größeren Teil ihrer hohen Ersparnisse in ausländische Aktien investieren könnten. Zu den Hauptprofiteuren dürften asiatische Nachbarn wie Taiwan oder Südkorea gehören, die aufgrund ihrer vielen Techunternehmen nicht nur für chinesische Investoren interessant sein könnten.

Indien: Reformeifer könnte Wachstum langfristig stützen

Mit Indien zeigt sich ein weiterer asiatischer Riese gewillt, durch strukturelle Reformen seine wirtschaftlichen Perspektiven nachhaltig zu verbessern. 2017 gelang Premierminister Narendra Modi mit der Einführung einer einheitlichen Mehrwertsteuer ein wichtiger Schritt. Zudem dürfte die jüngste Rekapitalisierung der öffentlichen Banken die Kreditvergabe ankurbeln und damit die Wirtschaft stimulieren. Angesichts des Reformeifers der Modi-Administration, einer jungen Bevölkerung und eines starken Wachstums sieht die Deutsche Bank für den indischen Aktienmarkt langfristig weiteres Potenzial - trotz möglicher Rücksetzer, die bei groß angelegten Reformprogrammen auftreten können.

Schwellenländer mit Licht und Schatten

Während in China und Indien die wirtschaftlichen Entwicklungen optimistisch stimmen, kann in anderen Schwellenländern wie Südafrika und der Türkei die Politik zum Belastungsfaktor werden. Dafür könnten Russland und Brasilien im Laufe des Jahres 2018 wieder stärker in den Investmentfokus rücken. Das liegt unter anderem am Anstieg der für beide Volkswirtschaften wichtigen Rohstoffpreise. Dazu kommt, dass Russland seine Währung stabilisieren sowie seine Leistungsbilanz verbessern konnte, während Brasilien die Inflation deutlich gesenkt hat. Allerdings bleibt in der größten Volkswirtschaft Lateinamerikas der Ausgang der Präsidentschaftswahl im Oktober 2018 ein potenzieller Unsicherheitsfaktor.

Aktien als Kerninvestment: Zykliker vor defensiven Titeln

Aktien bleiben im Jahr 2018 ein Kerninvestment der Deutschen Bank. Zwar könnten politische und geldpolitische Unsicherheiten immer wieder für zeitweise Kursrücksetzer sorgen. Die fundamentalen Aussichten für die Aktienmärkte weltweit sind jedoch positiv. Insgesamt erscheint für 2018 ein global breit gestreutes Aktienportfolio ratsam. Auf Sektorenebene dürften insbesondere konjunktursensitive Titel interessant sein. Hoch bewertete defensive Titel und Dividendenaktien dagegen könnten sich in Zeiten einer anziehenden Weltkonjunktur schwächer entwickeln als zyklische Werte.

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