Schlappe für US-Regierung AT&T schließt Milliarden-Übernahme von Time Warner ab

Ein Richter hat die geplante Fusion von AT&T und Time Warner ohne Auflagen durchgewinkt. Für US-Präsident Trump bedeutet das eine herbe Niederlage.

Time-Warner-Zentrale in New York
AFP

Time-Warner-Zentrale in New York


Nach ihrer gescheiterten Kartellrechtsklage will die US-Regierung dem Telekomriesen AT&T bei der Übernahme des Medienkonzerns Time Warner vorerst keine weiteren Steine in den Weg legen. Das Justizministerium stimmte dem Abschluss der Fusion bis auf Weiteres zu, wie aus einem Antrag hervorgeht, den die Streitparteien am Donnerstag gemeinsam beim zuständigen Gericht einreichten.

Allerdings können die Wettbewerbshüter der Regierung von US-Präsident Donald Trump auch nach Vollzug des gut 85 Milliarden US-Dollar teuren Time-Warner-Kaufs durch AT&T noch Berufung einlegen. Laut einem Justizsprecher wird diese Option auch weiterhin geprüft. Die Regierung hatte gegen den Mega-Deal geklagt, weil sie eine zu große Marktmacht und Nachteile für Wettbewerber und Kunden befürchtete.

Es war dem Justizministerium bei einem sechswöchigen Prozess aber nicht gelungen, das Gericht zu überzeugen. Am Dienstag winkte der zuständige Richter Richard Leon die Fusion ohne Auflagen durch. Für Trump, der mit dem zu Time Warner gehörenden Nachrichtensender CNN auf Kriegsfuß steht, war das auch eine persönliche Niederlage - er hatte sich wiederholt öffentlich gegen den Zusammenschluss ausgesprochen und schon im Wahlkampf angekündigt, ihn zu verhindern.

Nun könnten sich eine ganze Reihe Fusionen anschließen, denn die Medienbranche ist im Umbruch und wird von Netflix und Google zunehmend unter Druck gesetzt. Allen voran hat Comcast für Teile von Twenty-First Century Fox geboten.

mik/dpa-AFX



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