Atomausstieg Industrie schürt Angst vor Stromausfällen

Die Warnung klingt dramatisch: Der Verband energieintensiver Unternehmen behauptet, durch den Atomausstieg komme es immer öfter zu Stromausfällen im Millisekundenbereich, die Wettbewerbsfähigkeit von Konzernen sei bedroht. Doch hinter der Aufregung steckt ein altbekanntes Phänomen.

Stromnetze: Neue Belastungen durch Energiewende
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Stromnetze: Neue Belastungen durch Energiewende

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Hamburg - Es klingt beunruhigend, was der Verband VIK in einer Presseerklärung beklagt: Durch den Atomausstieg hätten sich in Deutschland die Netzstabilität und Stromqualität verschlechtert, schreibt die Interessenvertretung energieintensiver Unternehmen. "Stromausfälle im Millisekundenbereich" nähmen "sichtbar zu": "Was bei Haushalten nicht auffällt", heißt es in der Erklärung, "weil Kühlschränke oder Waschmaschinen dies aushalten -, bedeutet für hochkomplexe Fertigungsprozesse im Industrieland Deutschland teure Ausfälle. Weitere Folge für die Unternehmen: Kosten steigen und Liefertermine werden schlechter kalkulierbar; für einen Exportmeister keine akzeptable Entwicklung."

Das weckt Ängste. Hatten die Energiekonzerne während der Regierungsverhandlungen zum Atomausstieg nicht immer wieder genau davor gewarnt, dass die Netze durch den Wegfall der Kernkraftwerke instabil werden? Gab es nicht immer wieder die Furcht vor einem Blackout im Winter?

Bei genauerem Hinsehen zeigt sich: Die Lage ist weit weniger dramatisch als in der Meldung beschrieben. Die Stromausfälle, vor denen der VIK warnt, sind in Wahrheit gar keine. Strom sei bei den beschriebenen Störungen durchaus noch da, erläutert der Verband auf Nachfrage. Nur eben nicht mehr so viel wie normalerweise, weil die Spannung abfalle. Der korrekte Begriff für dieses Phänomen lautet nicht Stromausfall, sondern Kurzunterbrechung (KU). Umgangssprachlich wäre wohl Flackerstrom das bessere Wort, denn niemand sitzt deswegen im Dunkeln, man kann nur bisweilen sehen, dass Glühbirnen flackern.

Hinzu kommt: Die Behauptung, dass Ausfälle im Millisekundenbereich zunähmen, ist zwar plausibel. Der VIK hat dafür aber gar keine statistische Grundlage. Es sei auffällig, dass sich Mitgliedsunternehmen in letzter Zeit viel darüber beschwerten, heißt es aus dem Verband. Die letzte offizielle Umfrage dazu sei aber bereits 2009 durchgeführt worden. Rund 65 Mitgliedsfirmen des Verbands meldeten seinerzeit im Schnitt drei Kurzunterbrechungen pro Jahr. Schon damals beobachtete der Verband eine Zunahme dieser Störungen und erklärte diese unter anderem mit dem steigendem Kostendruck bei den Netzbetreibern.

Sprich: Das Flackerstrom-Problem, vor dem der Verband am Mittwoch warnte, ist weder neu, noch ist erforscht, inwieweit es sich durch den Atomausstieg verschlimmert hat. Auch handelt es sich vermutlich um ein Übergangsphänomen, immerhin will die Regierung die Spannung in den Netzen bis 2012 wieder stabilisieren.

Richtig ist, dass Industrieunternehmen unter den Kurzunterbrechungen leiden. Denn durch sie können bestimmte Geräte ausfallen, die wichtige Teile von Industrieanlagen steuern. Schlimmstenfalls fällt dadurch die Produktion aus, und den Firmen entstehen Schäden von einigen hunderttausend Euro. Viele Industriekonzerne sichern sich daher gegen solche Ausfälle ab. Sollte die Zahl der Kurzunterbrechungen wirklich langfristig steigen, müssten sie wohl künftig mehr Geld in Schutzmaßnahmen investieren.

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mexi42 19.10.2011
1. Natürlich ...
werden Black-Outs auftreten. Das Schönreden und Beschwichtigen nützt nichts.
heuwender 19.10.2011
2. ohne
Zitat von sysopDie Warnung klingt dramatisch:*Der Verband energieintensiver Unternehmen behauptet,*durch den Atomausstieg komme es immer öfter zu Stromausfällen im Millisekundenbereich,*die Wettbewerbsfähigkeit von Konzernen sei bedroht.*Doch hinter der Aufregung steckt ein altbekanntes Phänomen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,792762,00.html
diese Stromer erfinden immer wieder neue Lügen,die sollten sich diese beim Patentamt anmelden.Aber Masten und Leitungen i.O.halten,das steht nicht zur Debatte,nur Gewinn Gewinn und nochmals Gewinn einstreichen.
erlachma 19.10.2011
3. auch natürlich
Zitat von mexi42werden Black-Outs auftreten. Das Schönreden und Beschwichtigen nützt nichts.
...aber nicht mehr oder weniger als vor dem Atomausstieg. Blödsinn prophezeihen nützt nichts.
weltbetrachter 19.10.2011
4. Kurzunterbrechungen
Wenn einmal die Glühlampen etwas flackern, dann ist das ja nicht weiter tragisch. Falls aber gleichzeitig die PC-Anlage ausfällt, dann kann dies auch in kleinen oder mittleren Unternehmen zu Problemen führen. -- Zwar könnte man jetzt auf die Idee kommen, alles mit Batteriepuffern abzusichern. Nur, wer ist Verursacher und wer soll es bezahlen ?
quone, 19.10.2011
5. .
Zitat von mexi42werden Black-Outs auftreten. Das Schönreden und Beschwichtigen nützt nichts.
Genau und wenn die ersten Krankenhäuser ohne Strom sind und es schlimmstenfalls Opfer gibt werden die Atomphobiker immer noch glauben alles richtig gemacht zu haben. Leute, die sich für moralich überlegen halten sind in der Regel unbelehrbar. Und warum das alles? Wieviel Opfer hat Fukushima nochmal gefordert? 3 Aufräumarbeiter soweit ich mich erinnern kann. Schlimm, aber soviel sind im Kohlebergbau früher regelmässig über die Klinge gesprungen. Immerhin haben die Reaktoren dem zweitschlimmsten Erdbeben aller Zeiten standgehalten. Wie sicher sollen die Dinger denn noch sein? Kein anderes Kraftwerk, keein Staudamm, keine Chemiefabrik usw hätte das ausgehalten. Aber gegen die irrationale German Angst ist halt kein Kraut gewachsen.
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