Atomausstieg RWE-Chef warnt vor Industrieschwund in Deutschland

Er gibt nicht auf: RWE-Chef Jürgen Großmann warnt weiter mit drastischen Szenarien vor dem Atomausstieg. Dem eigenen Konzern drohe eine Übernahme, sagt er in einem Interview, und Unternehmen wie BASF der ThyssenKrupp könne es sogar bald "hier nicht mehr geben".

RWE-Chef Großmann: "Die Gefahr ist real"
DPA

RWE-Chef Großmann: "Die Gefahr ist real"


Hamburg/München - Seitdem Schwarz-Gelb einen schnellen Atomausstieg angekündigt hat, ist RWE-Chef Jürgen Großmann im Dauereinsatz: Großmann persönlich warnte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) vor einer "Ökodiktatur" und schickte ihr einen bösen Brief.

Nun legt der RWE-Chef mit neuen Warnungen nach. Als schwerwiegende Folge des Ausstiegs drohe der gesamten deutschen Wirtschaft eine Deindustrialisierung, sagte der Manager der "Süddeutschen Zeitung" ("SZ"). "Wenn die Politik weiter so konsequent die Zerstückelung der industriellen Energieerzeugung betreibt, werden wir bald auf ganze Industriezweige verzichten müssen. Konzerne wie BASF oder ThyssenKrupp wird es dann hier nicht mehr geben."

Auch um die eigene Branche sorgt sich Großmann. "Der Wertverlust unserer Aktie macht mir Sorge", sagte er. Mit sinkenden Kursen steige die Gefahr einer feindlichen Übernahme. Warum eine von ihm selbst angestrebte Fusion mit dem spanischen Versorger Iberdrola geplatzt ist, wollte Großmann jedoch nicht kommentieren. Auf die Frage, ob RWE weiter offen für einen Zusammenschluss sei, sagte Großmann lediglich: "In Zukunft kann nicht mehr jeder alles alleine machen."

Der Manager kündigte auch neue Klagen wegen des Atomausstiegs an. "Die Brennelementesteuer ist aus verfassungsrechtlicher und EU-rechtlicher Sicht bedenklich und angreifbar", sagte Großmann. "Es sprechen deutlich mehr Gründe für eine Klage als dagegen." Auch Schadensersatzforderungen seien möglich, denn dem Konzern entgingen Milliardeneinnahmen.

Großmann zufolge wächst durch den Atomausstieg das Risiko von Stromausfällen in Deutschland. "Die Gefahr ist real", sagte der RWE-Chef und rief die Bundesregierung auf, eine Möglichkeit zur nachträglichen Anpassung der Ausstiegsbeschlüsse zu schaffen. "Warum soll nicht 2018 oder 2019 überprüft werden, ob wir mit der geplanten Wende im richtigen Korridor sind? Schaffen wir den Ausstieg 2022 wirklich?" Als Unternehmer seien es Worte wie "alternativlos" oder "unumkehrbar", die im Sorgen machten.

Großmann, dessen Vertrag bis September 2012 läuft, war wegen seines Pro-Atom-Kurses zuletzt auch im eigenen Unternehmen in die Kritik geraten. Dennoch sagte der Konzernchef es habe "Bestrebungen gegeben, mich zum Bleiben zu überreden. Aber das will ich nicht".

dab/dpa-AFX/Reuters

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katanga1 10.06.2011
1. Ein gefährlicher Schwätzer
Dieser Mann hat sich mehr als einmal unglaubwürdig gezeigt. Es scheint als wenn er nur düstere Szenarien verbreiten kann. Das ganze ist hoch gefährlich für unser Land und schlecht für RWE. Gibt es denn ausser den Aktionären niemanden der diesen Mann aufhalten kann. Na dann warten wir mal die nächste Hauptversammlung ab.
nixkapital 10.06.2011
2. Gähn...
Zitat von sysopEr gibt nicht auf: RWE-Chef Jürgen Großmann warnt weiter mit drastischen Szenarien vor dem Atomausstieg. Dem eigenen Konzern drohe eine Übernahme, sagt er in einem Interview, und Unternehmen wie BASF der ThyssenKrupp könne es sogar bald "hier nicht mehr geben". http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,767817,00.html
...die alte Leier: "Arbeitsplätze gehen verloren, Firmen wandern aus". Geht dahin, wo Ihr moch unreguliert Dreck machen könnt. Es gibt bestimmt noch genug Diktaturen, wo gegen einen kleinen Obulus in Privatschatullen ungehemmt dem reinen Kapitalismus gefrönt werden darf. Da sind dann solche Hemmschuhe wie Ökologie, Gewerkschaften oder Menschenrechte einfach nicht vorhanden und man hat wieder Spaß am Unternehmertum.
fordp 10.06.2011
3. der mann macht sich doch komplett lächerlich
Zitat von sysopEr gibt nicht auf: RWE-Chef Jürgen Großmann warnt weiter mit drastischen Szenarien vor dem Atomausstieg. Dem eigenen Konzern drohe eine Übernahme, sagt er in einem Interview, und Unternehmen wie BASF der ThyssenKrupp könne es sogar bald "hier nicht mehr geben". http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,767817,00.html
erst kürzlich hat eine umfrage unter topmanagern ergeben, dass deutschland im moment DAS land für investitionen ist. aber da will ihm nun einmal jemand seine melkkuh wegnehmen, da kann man schon mal ein wenig lügen, um die menschen einzuschüchtern.
Juergen Wolfgang, 10.06.2011
4. wsd
Zitat von sysopEr gibt nicht auf: RWE-Chef Jürgen Großmann warnt weiter mit drastischen Szenarien vor dem Atomausstieg. Dem eigenen Konzern drohe eine Übernahme, sagt er in einem Interview, und Unternehmen wie BASF der ThyssenKrupp könne es sogar bald "hier nicht mehr geben". http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,767817,00.html
Der liebe Großmann!! Der RWE droht bald ein bankrott wenn alle Kunden abwandern. Diese kindische Gehabe.... Geblärre..... bbbähhhhhhhh die nehmen mir mein Spielzeug (AKW) weg.... bbbääähhhhhh die Bösen!! Die RWE wusste seit mehr als 10 Jahren das 2022 schluss sein wird. Und nun Jammern und so tun alös ob erst seit Gestern dies jeder wusste!! Der Mann ist kein Manager das ist ein Jammerlappen. Die Hoffnung, das die Milliönchen die zugesteckt wurden um die Laufzeit doch länger als 2022 zu haben und diese Milliönchen nun doch nicht geholfen haben,.... ist wie eine Seifenblase zerplatzt. Großmann!!! Pack dich... Du hinkst deiner zeit hinter her!!
Marvel Master 10.06.2011
5. Sinnflut
Der Mann hat ja gar keine Ahnung. Nicht nur BASF und die RWE wird es dann nicht mehr in Zukunft geben, nein, es wird auch Heuschrecken regnen, die Flüsse werden austrocknen, ganze Landstriche werden menschenleer sein. Es ist nur noch eine Frage der Zeit bis die Apokalypse eintreten wird. Daher gilt: Rette sich wer kann. VG Marvel
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