Atomkatastrophe Kraftwerksbetreiber Tepco zahlt Schadensersatz

Mehr als drei Monate ist die Atomkatastrophe im japanischen Kraftwerk Fukushima jetzt her, doch die betroffenen Anwohner haben vom Betreiber Tepco bisher nur geringe Entschädigungen erhalten. Das soll sich nun ändern, verspricht der Atomkonzern - am besten mit Hilfe der Regierung.

Evakuierungszone um Fukushima: 150.000 Menschen mussten ihre Häuser verlassen
AP

Evakuierungszone um Fukushima: 150.000 Menschen mussten ihre Häuser verlassen


Tokio - Rund 750 Millionen Euro gibt der Kraftwerksbetreiber Tepco nach eigenen Angaben allein im laufenden Quartal aus, um die Opfer des Unglücks im Atomkraftwerk Fukushima zu entschädigen. Das Geld soll an 150.000 Betroffene gezahlt werden. Sie mussten ihre Häuser in der Umgebung des Atomkraftwerks verlassen, das bei dem Erdbeben vom 11. März und dem nachfolgenden Tsunami schwer beschädigt wurde.

Die Zahlen beziehen sich auf den Zeitraum von April bis Juni. Schon im Mai hatte Tepco umgerechnet 430 Millionen Euro an 50.000 Haushalte gezahlt. Die Regierung hatte in der vergangenen Woche ein Gesetz beschlossen, um Tepco bei der Bewältigung der Kompensationszahlungen zu helfen. Demnach soll ein Fonds eingerichtet werden, in den neben dem Staat auch andere Energiekonzerne einzahlen sollen. Mit dem Geld sollen die Opfer des Atomunfalls entschädigt werden. Tepco soll das Geld später zurückzahlen, wobei im Gesetzentwurf keine Jahreszahl genannt wird. Das Parlament muss den Rettungsplan noch billigen, dort wird allerdings starker Widerstand erwartet.

stk/dpad

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jenzy 22.06.2011
1. krank!
150.000 menschen werden durch diese verbrecher heimatlos, erhalten nach 3 monaten 5000 euro, und die bürger müssen diesen wahnsinn selbst berappen. das ist schon eine verkehrte welt!
m a x l i 22.06.2011
2. Keine Almosen
Ich kann nur hoffen, die Betroffenen finden die Staerke, zu fordern, dass sie bekommen was ihnen zusteht - und das zu 100 Prozent, schnell und unbuerokratisch. Sie sollten sich nicht mit Almosen abspeisen lassen. Und sie sollten sich nicht verneigen und bedanken.
gorge11, 23.06.2011
3. Tepco ist kein Atomkonzern. alles futsch
Zitat von sysopMehr als drei Monate*ist die Atomkatastrophe im japanischen Kraftwerk Fukushima*jetzt her, doch die*betroffenen Anwohner haben*vom Betreiber Tepco*bisher nur*geringe Entschädigungen*erhalten. Das soll sich nun ändern, verspricht*der Atomkonzern - am besten mit Hilfe der Regierung. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,769905,00.html
Tepo hat einen gewissen Anteil von Atomkraftwerken an seinem Kraftwerkspark (einige zig Prozent) Tepco hat aber auch einen relativ hohen Windkraftanteil. Tepco ist nicht in der Lage, den Schaden zu bezahlen. Japans Staatshaushalt soll einspringen, und alle jap. Stromunternehemen soll das dann peu a peu zurückzahlen. Die Schadensumme sollte um die 100Mrd Euro sein. Aufgrund der Küstenlage mit ablandigem Wind hält sich der Schaden in Grenzen, bis jetzt. Wenn man unterstellt, dass Atomstrom 1ct/kwh billiger ist, als anderes, dann ergibt sich aus der Jährlichen Atomstrompruktion von 250 Mrd kwh ein Preisvorteil von 2,5 Mrd€. Nach 30 Jahren Atomnutzung macht das 75 Mrd insgesamt über 30 Jahre. Mit dem Fukushima-Schaden sind die weg. Ausser Spesen nix gewesen.
fatalismo 23.06.2011
4. Okay, ein bisschen Milchmädchen steht immer Pate...
Zitat von gorge11Tepo hat einen gewissen Anteil von Atomkraftwerken an seinem Kraftwerkspark (einige zig Prozent) Tepco hat aber auch einen relativ hohen Windkraftanteil. Tepco ist nicht in der Lage, den Schaden zu bezahlen. Japans Staatshaushalt soll einspringen, und alle jap. Stromunternehemen soll das dann peu a peu zurückzahlen. Die Schadensumme sollte um die 100Mrd Euro sein. Aufgrund der Küstenlage mit ablandigem Wind hält sich der Schaden in Grenzen, bis jetzt. Wenn man unterstellt, dass Atomstrom 1ct/kwh billiger ist, als anderes, dann ergibt sich aus der Jährlichen Atomstrompruktion von 250 Mrd kwh ein Preisvorteil von 2,5 Mrd€. Nach 30 Jahren Atomnutzung macht das 75 Mrd insgesamt über 30 Jahre. Mit dem Fukushima-Schaden sind die weg. Ausser Spesen nix gewesen.
...bei solchen Rechnungen. Falsch sind sie trotzdem nicht - sie dienen der Anschaulichkeit. Mit dem Peu-a-peu-Zurückzahlen ist das halt so eine Sache. Schwer zu glauben, dass die Profiteure aus der Vergangenheit jetzt brav Cent für Cent zurückgeben, was sie längst eingesackt haben. Das tun die ebenso wenig, wie sie dem Staat all die Entwicklungs-Milliarden zurückgeben, die einst in die Technologie geflossen sind. Alle die vielen kleinen Münzen holen die sich über die Stromrechnung zurück. Und wenn sie halt nicht mehr genug Kundschaft finden, gehen sie pleite. Nun ja, wir schalten jetzt unsere KKW's ab. Wo sind die stolzen Rücklagen für den Rückbau? Über die Mülllagerung sollten wir sowieso besser schweigen; schon unsere Enkel könnten uns dafür prügeln, dass sie in grauer Zukunft unsere Stromrechnungen von heute zahlen müssen. Warten wir's ab. Aber sicher, auch die Rente ist ja sicher - solange meine Nachbarn genug Kinder kriegen, um sie zu bezahlen...
Bernhard Fischer 23.06.2011
5. sgb II
Zitat von m a x l iIch kann nur hoffen, die Betroffenen finden die Staerke, zu fordern, dass sie bekommen was ihnen zusteht - und das zu 100 Prozent, schnell und unbuerokratisch. Sie sollten sich nicht mit Almosen abspeisen lassen. Und sie sollten sich nicht verneigen und bedanken.
So mal ganz zynisch am Rande erwähnt, damit die Menschen vor lauter Technikgeilheit nicht vergessen werden: Die Opfer von Fukushima, welche Sozialhilfe bezogen, bekommen nach der Auszahlung des TEPCO-Ausgleiches (~8000€??) ihre Unterstützung gestrichen, bis diese donations aufgebraucht sind... (http://www.yomiuri.co.jp/dy/national/T110616005064.htm) der „Ausgleich“ für die Evakuierung und der Verlust von Eigentum, Wohnung etc. wird als Einkommen angerechnet. Ähnelt ja den Hartz IV Praktiken hier....
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