Schlag für Frankreichs Haushalt Atomkonzern Areva macht Milliardenverlust

Die französische Regierung hat alle Mühe, die Verschuldung des Haushalts im Griff zu behalten. Jetzt kommt ein neuer Tiefschlag: Der zu wesentlichen Teilen im Staatsbesitz befindliche Atomkonzern Areva hat einen Milliardenverlust erwirtschaftet.

Atomanlage La Hague: Nachwirkungen der Atomkatastrophe von Fukushima
AFP

Atomanlage La Hague: Nachwirkungen der Atomkatastrophe von Fukushima


Paris - Der französische Atom-Konzern Areva hat einem Medienbericht zufolge im vergangenen Jahr einen Nettoverlust von rund vier Milliarden Euro eingefahren. Die Zeitung "Le Figaro" berief sich dabei am Freitag auf Informationen von Insidern, Einzelheiten nannte sie jedoch nicht.

Erst kürzlich hatte die Wochenzeitung "Le Journal du Dimanche" berichtet, dass ein Fehlbetrag von mehr als drei Milliarden Euro anfallen könnte. Areva hatte Anfang Februar erklärt, dass das Minus 2014 wegen Rückstellungen und Abschreibungen noch höher ausgefallen sei, als es mit knapp 700 Millionen Euro bereits zur Jahresmitte war.

Die Nachricht ist alarmierend für die französischen Steuerzahler. Der Regierung in Paris bleibe keine andere Wahl als den Energietechnik-Hersteller mit frischem Kapital zu versorgen, schreibt "Le Figaro". Der französische Staat hält rund 87 Prozent der Anteile an dem Konzern. Bei der Vorlage der Jahreszahlen am 4. März soll ein Umbauplan vorgestellt werden.

Areva verdient sein Geld überwiegend mit dem Bau von Atomkraftwerken. Im Zusammenhang mit Verzögerungen beim Bau eines neuen Blocks für das finnische AKW Olkiluoto in Partnerschaft mit Siemens hat der Konzern bereits Milliardenbeträge zurückgelegt. Das Unternehmen leidet unter den Nachwehen der Fukushima-Atomkatastrophe, die zu weniger AKW-Neubauten führte. Für weitere Belastung sorgt die gespannte Lage auf dem Strommarkt, deretwegen viele Versorger bei Wartungsaufträgen sparen.

mik/dpa/Reuters



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