Umstrittene Reparatur Atomkraftwerk Grohnde wird Fall für den Staatsanwalt

Im AKW Grohnde wurde laut Umweltschützern eine Armatur unter Zeitdruck geschweißt, um den Reaktor schnell wieder ans Netz zu bringen. Jetzt schaltete Niedersachsens Umweltministerium die Staatsanwaltschaft ein.

Seit 1984 am Netz: Protest vor dem AKW Grohnde
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Seit 1984 am Netz: Protest vor dem AKW Grohnde


Hameln - Wegen des Verdachts einer schlampigen Reparatur darf das Atomkraftwerk Grohnde bei Hameln vorerst nicht wieder hochgefahren werden. Das niedersächsische Umweltministerium schaltete am Donnerstag die Staatsanwaltschaft Hannover ein, um prüfen zu lassen, ob bei den Reparaturarbeiten am Kraftwerk richtig gearbeitet wurde.

Umweltschützer hatten bemängelt, der AKW-Betreiber E.on Chart zeigen habe einen Riss an einer 30 Jahre alten Armatur unter Zeitdruck schweißen lassen, damit Grohnde an diesem Wochenende rasch wieder hochgefahren werden könne. Ein Austausch des Teils, das die Atomkraftgegner im nuklearen Bereich der Anlage vermuten, wäre ihrer Meinung nach sicherer gewesen.

E.on nannte die Vorwürfe der Anti-Atom-Initiative Ostwestfalen-Lippe abstrus. Der Riss der Armatur sei im konventionellen Teil des Kraftwerks entstanden und normal dokumentiert worden. Die Kritik sei ein "durchsichtiges, politisch motiviertes Manöver, um das Wiederanfahren des Kraftwerks zu verhindern". Der Konzern prüfe derzeit rechtliche Schritte.

Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) teilte mit, falls die Schilderung der Atomkraftgegner stimme, könne eine Straftat vorliegen. Die Staatsanwaltschaft müsse nun prüfen, ob gegen Paragraf 312 des Strafgesetzbuches verstoßen worden sei - danach ist die fehlerhafte Herstellung einer kerntechnischen Anlage unter Strafe gestellt. Auch wer in diesem Zusammenhang fahrlässig oder leichtfertig handelt und so Menschen gefährde, kann bestraft werden.

Das Kraftwerk Grohnde war vor zwei Monaten für eine Routine-Revision abgeschaltet worden. Während der Überprüfung der Anlage waren außer einem Defekt an einem Generator auch Schäden an Drosselkörpern entdeckt worden, die den Wasserfluss zur Kühlung der Brennelemente steuern. Der Meiler läuft seit 1984, er soll nach Plänen der Bundesregierung 2022 als letzter niedersächsischer Atomreaktor abgeschaltet werden.

dab/dpa



insgesamt 94 Beiträge
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Seite 1
ostap 19.06.2014
1. abschalten jetzt!
Zitat von sysopDPAIm Kernkraftwerk Grohnde wurde laut Umweltschützern eine Armatur unter Zeitdruck geschweißt, um den Reaktor schnell wieder ans Netz zu bringen. Jetzt schaltete Niedersachsens Umweltministerium die Staatsanwaltschaft ein. Betreiber E.on spricht von einem durchsichtigen Manöver. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/atomkraftwerk-grohnde-wird-fall-fuer-den-staatsanwalt-a-976261.html
Der einzige Weg, diesen Wahnsinn zwischen Profitgier, Leichtsinn, Dummheit und Winkeladvokatentum zu beenden ist, den Schrottmeiler sofort abzuschalten - und nicht erst in 8 gefahrenbeladenen Jahren!
Thorkh@n 19.06.2014
2. Das ist doch Irrsinn ...
... dieses Wrack wieder ans Netz gehen zu lassen!
Wolffpack 19.06.2014
3.
Zitat von ostapDer einzige Weg, diesen Wahnsinn zwischen Profitgier, Leichtsinn, Dummheit und Winkeladvokatentum zu beenden ist, den Schrottmeiler sofort abzuschalten - und nicht erst in 8 gefahrenbeladenen Jahren!
Ich hab nicht vor im Dunkeln zu sitzen. QUOTE=Thorkh@n;15963859]... dieses Wrack wieder ans Netz gehen zu lassen![/QUOTE] "Wrack" lol, 1984 find ich ziemlich neu. Aber denken war noch nie des Protestlers Stärke.
soulbrother 19.06.2014
4.
Zitat von sysopDPAIm Kernkraftwerk Grohnde wurde laut Umweltschützern eine Armatur unter Zeitdruck geschweißt, um den Reaktor schnell wieder ans Netz zu bringen. Jetzt schaltete Niedersachsens Umweltministerium die Staatsanwaltschaft ein. Betreiber E.on spricht von einem durchsichtigen Manöver. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/atomkraftwerk-grohnde-wird-fall-fuer-den-staatsanwalt-a-976261.html
Auch ohne dieses AKW exportieren wir Rekordmengen an Strom. Also einfach abgeschaltet lassen und schonmal mit dem Rückbau beginnen, wird teuer genug.
Mertrager 19.06.2014
5. Einfach
Es müßte doch leicht zu klären sein, ob das Ventil im nuklearen Bereich war oder nicht. - Braucht man dazu Leute, wie den Staatsanwalt ?
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