Atomwende in Deutschland: Turbo-Ausstieg würde rund 170 Milliarden Euro kosten

Von Stefan Schultz

Die Fukushima-Katastrophe befeuert die deutsche Energiedebatte: Viele wollen nur noch raus aus der Atomkraft. Aber wie schnell geht das? Experten halten den Turbo-Ausstieg bis 2020 für möglich. Er wäre allerdings teuer - und würde die Landschaft total verändern.

Offshore-Windpark vor Borkum in der Nordsee: Der schnelle Atomausstieg würde teuer Zur Großansicht
dapd

Offshore-Windpark vor Borkum in der Nordsee: Der schnelle Atomausstieg würde teuer

Hamburg - Es sind schockierende Nachrichten: Den japanischen Atomspezialisten gelingt es trotz permanenter Wasserzufuhr nicht, die Brennstäbe in den Reaktoren 1, 2 und 3 der Atomanlage Fukushima I ausreichend zu kühlen. Die Strahlung auf dem Kraftwerksgelände war zeitweise so hoch, dass sie Menschen innerhalb weniger Wochen töten könnte. Behörden und freiwillige Helfer müssen improvisieren, um das havarierte Kraftwerk doch noch zu retten - Ausgang ungewiss.

In Deutschland verursachen die Meldungen irrationale Panik. Obwohl zwischen Fukushima und Berlin rund 8750 Kilometer liegen, steigt die Nachfrage nach Jodtabletten. Das Jod lagert sich in der Schilddrüse an, radioaktives Jod kann dann nicht aufgenommen werden. Und die in Deutschland ohnehin starke Anti-Atom-Bewegung bekommt dieser Tage Rekordzulauf. In vielen Städten gehen Menschen auf die Straßen. "Raus aus der Kernenergie", skandieren sie.

Aber geht das überhaupt? Und wenn ja: Was würde ein Turbo-Ausstieg kosten?

Michael Sterner leitet am Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES) die Gruppe Energiewirtschaft und Systemanalyse. Er berät regelmäßig die Bundesregierung, zuletzt hat er an der Leitstudie 2010 für das Bundesumweltministerium mitgearbeitet - die zentrale Analyse des Ministers, in der technische Möglichkeiten und Kosten für den Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland aus allen Perspektiven untersucht werden.

Schon die Leitstudie der Regierung zeigt Wege auf, um rasch aus der Kernenergie auszusteigen. Die Basisszenarien A und B gehen davon aus, dass es keine Laufzeitverlängerung für Deutschlands 17 Atommeiler gibt - und dass der letzte Meiler 2024 vom Netz ist.

Für SPIEGEL ONLINE hat Sterner noch einmal neue Abschätzungen vorgenommen. Sein Fazit: "Wenn man die BMU-Szenarien nur geringfügig anpasst, ist ein Ausstieg aus der Kernenergie schon bis 2020 problemlos möglich."

Und das ohne große Quantensprünge: Sterners Szenario berücksichtigt keine Energierevolutionen, die erst noch realisiert werden müssen. "Um bis 2020 aus der Kernenergie auszusteigen, reicht es aus, dass der Ausbau der erneuerbaren Energien wie gehabt weitergeht."

Wie funktioniert der Atom-Ausstiegsplan? Derzeit haben Deutschlands Kernkraftwerke eine Leistung von rund 20,8 Gigawatt. Deren Kapazitäten müssen teils ersetzt werden; teils wurden sie schon ersetzt. Das zeigt der aktuelle Atom-Aktionismus der Regierung: Sieben von 17 Atommeilern werden für aufwendige Sicherheitschecks heruntergefahren. Ein achtes Kraftwerk, das AKW Krümmel, ist ohnehin nicht am Netz. Trotzdem droht Deutschland offensichtlich kein Blackout.

Leistung der sieben Altmeiler plus Krümmel
Kraftwerk Betriebsstart Nettoleistung in MW
Brunsbüttel 1977 771
Isar I 1979 878
Neckarwestheim 1 1976 785
Philippsburg I 1980 890
Biblis A 1974 1167
Biblis B 1976 1240
Unterweser 1978 1345
Krümmel 1984 1346
Gesamt 8422
Quelle: Bundesumweltministerium, Bundesamt für Strahlenschutz, IAEA - Power Reactor Information System, Informationskreis KernEnergie
Mehr noch: Die Bundesregierung plant, einige AKW stilllegen zu lassen. Neckarwestheim I und Philippsburg müssen vom Netz. Die Existenz der anderen Meiler ist in Frage gestellt. Rein rechnerisch könnten insgesamt sieben Meiler abgeschaltet werden, ohne dass eine Stromlücke entsteht.

Bleiben aber immer noch zehn Atomkraftwerke - und Kapazitäten von rund 14 Gigawatt, die ersetzt werden müssen. Auch das ist laut Sterners Berechnungen möglich - ohne dass an der aktuellen Energiepolitik viel geändert werden muss. "Ältere Kohlekraftwerke können wie geplant stillgelegt werden", sagt Sterner.

Alle Fragen und Antworten zum Turbo-Ausstieg aus der deutschen Atomkraft im Überblick:

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1. Rolle Röttgen
Robert Nozick 17.03.2011
Zitat von sysopDie Fukushima-Katastrophe befeuert die deutsche Energiedebatte: Viele wollen nur noch raus aus der Atomkraft. Aber wie schnell geht das? Laut einem Szenario des IWES für SPIEGEL ONLINE*wäre der Turbo-Ausstieg bis 2020 möglich. Er wäre allerdings teuer - und würde die Landschaft total verändern. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,751293,00.html
oops, na wenn das so ist, dann bitte doch nich abschalten
2. Na und?
R. Kolberg 17.03.2011
Zitat von sysopDie Fukushima-Katastrophe befeuert die deutsche Energiedebatte: Viele wollen nur noch raus aus der Atomkraft. Aber wie schnell geht das? Laut einem Szenario des IWES für SPIEGEL ONLINE*wäre der Turbo-Ausstieg bis 2020 möglich. Er wäre allerdings teuer - und würde die Landschaft total verändern. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,751293,00.html
Was glaubt ihr eigentlich was ein GAU kostet und wie er die Landschaft verändert? Und wie lange? Schon mal an die Folgewirkung /-kosten gedacht, wenn z.B. in Stuttgart etwas passieren sollte? Was passiert dann mit der deutschen Automobilindustrie? Ein Blick auf die Karte hilft. Welche Unternehmen da so sitzen ... Im übrigen: Die Kosten trägt in beiden Fällen am Ende der Bürger, nicht die Atomindustrie!
3. die trommeln fangen jetzt schon an..
yk007 17.03.2011
dass die Steuerzahler, wie in der Finanzkrise, die Kosten dafür tragen müssen. die Medien spielt wie immer, mit.
4. Das doch nicht teuer!
amerlogk 17.03.2011
230 Milliarden : 9 Jahre = 25,5 Milliarden pro Jahr. Und natürliche Landschaft haben wir nach Jahrhunderten menschlichen tuns sowieso nicht mehr. Nutzen wir die Chancen. Wir brauchen Arbeit auf dem flachen Land. Es ist ein Herausforderung an uns als Gesellschft. Wir schaffen das!
5. Ausstieg sofort wenn so billig ist!
kdshp 17.03.2011
Zitat von sysopDie Fukushima-Katastrophe befeuert die deutsche Energiedebatte: Viele wollen nur noch raus aus der Atomkraft. Aber wie schnell geht das? Laut einem Szenario des IWES für SPIEGEL ONLINE*wäre der Turbo-Ausstieg bis 2020 möglich. Er wäre allerdings teuer - und würde die Landschaft total verändern. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,751293,00.html
Hallo, was so wenig? Das wären mal gerade ca. 25mrd im jahr und das ist nicht viel wenn ich dann noch abziehe was wir bei einem ausstieg sparen da gehene experten von bis zu 500mrd aus in 30 jahren.
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Grafiken: Fakten zur globalen Atomindustrie

Vor-/Nachteile der Energieträger
Die Energiewirtschaft befindet sich im Umbruch - SPIEGEL ONLINE zeigt die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Energieträger.
Erdöl
Plus: Erdöl ist der Schmierstoff industrieller Volkswirtschaften. In Deutschland deckt Öl rund 35 Prozent des Energiebedarfs - so viel wie kein anderer Rohstoff. Im Verkehrssektor gibt es momentan kaum Alternativen zu Öl: Das bestehende Tankstellennetz ist auf Benzin und Diesel ausgerichtet, die heute gängigen Motoren fahren fast nur mit diesen beiden Treibstoffen.

Minus: Der Ölpreis ist in den vergangenen Jahren rasant gestiegen - und mit ihm der Spritpreis. Autofahrer mussten zeitweise mehr als 1,50 Euro für Benzin zahlen. Die deutsche Volkswirtschaft verliert dadurch Milliardenbeträge, denn das Land ist fast völlig von Importen abhängig. Weltweit liegen die meisten Ölvorkommen in politisch heiklen Regionen wie dem Nahen Osten, Russland, Venezuela oder Nigeria. Versorgungskrisen kann man daher nicht ausschließen. Darüber hinaus ist Erdöl ein endlicher Rohstoff: Die bekannten Vorkommen gehen langsam zur Neige. Große neue Felder wurden in den vergangenen Jahren kaum entdeckt - und wenn, dann nur in schwierig zu erschließenden Gebieten wie der Arktis. Hinzu kommt die CO2-Problematik: Wenn Öl verbrannt wird, entsteht das Klimagas Kohlendioxid .
Erdgas
Plus: Erdgas ist der klimafreundlichste fossile Energieträger - bei der Verbrennung entsteht weniger CO2 als bei Kohle oder Öl. Außerdem halten die Vorräte noch eine Weile: Die Reichweite der Gasvorkommen wird auf rund 60 Jahre geschätzt, bei Öl sind es nur 40 Jahre. machen zudem den Zugriff auf große neue Gas-Reservoirs möglich. Ein weiterer Vorteil: Gas kann einen wichtigen Beitrag zur Stromerzeugung leisten. Denn Gaskraftwerke lassen sich schnell hoch- und runterfahren - diese Flexibilität hilft, die Schwankungen beim Windstrom auszugleichen.

Minus: Weltweit verfügen nur wenige Länder über Gasvorkommen. Entsprechend groß sind die Abhängigkeiten - Deutschland bezieht rund 40 Prozent seines Erdgases aus Russland. Problematisch ist außerdem die noch immer weit verbreitete Bindung an den Ölpreis: Je teurer Erdöl wird, desto teurer wird auch Gas. Stromkonzerne klagen bereits, dass sich Gaskraftwerke kaum mehr rentieren. Private Haushalte kennen dasselbe Problem beim Heizen - Gas ist kaum günstiger als Öl. Auch beim Autofahren stellt Erdgas keine Alternative dar: Der aktuelle Preisvorteil gegenüber Benzin und Diesel liegt nur an der steuerlichen Begünstigung.
Kohle
Plus: Kohle gibt es fast überall auf der Welt - einseitige Importabhängigkeiten wie beim Gas sind deshalb nicht zu befürchten. Auch Deutschland verfügt über nennenswerte Ressourcen: Braunkohle lässt sich ohne Subventionen fördern, für Steinkohle ist dies bei weiter steigenden Preisen zumindest denkbar. Außerdem reichen die Vorräte so lange wie bei keinem anderen fossilen Energieträger: Schätzungen gehen von rund 200 Jahren aus. Kohle eignet sich vor allem zur Stromerzeugung in der Grundlast - rund 50 Prozent des deutschen Stroms stammen aus Kohlekraftwerken .

Minus: Kein Energieträger ist so klimaschädlich wie Kohle. Bei der Verbrennung entsteht rund doppelt so viel CO2 wie bei Gas. Problematisch könnte dies vor allem dann werden, wenn man bestehende Atomkraftwerke durch neue Kohlekraftwerke ersetzt - oder wenn Elektroautos künftig in großem Stil Kohlestrom tanken. Bedenklich sind außerdem die Arbeitsbedingungen, unter denen Kohle gefördert wird : Zu den größten Produzenten zählen China, Russland und Südafrika - Länder, in denen immer wieder Bergleute ums Leben kommen.
Atomenergie
Plus: Kernkraftwerke produzieren - wenn sie einmal gebaut sind - günstigen Strom. Der Rohstoff Uran wird nur in geringen Mengen verbraucht, so dass die laufenden Betriebskosten gering sind. Atomstrom kann in der Grundlast eingesetzt werden, also unabhängig von kurzfristigen Wetterschwankungen. In Frankreich wird Atomstrom auch zum Heizen verwendet, langfristig könnten so auch Elektroautos betrieben werden. Bei der Kernenergie wird kaum CO2 freigesetzt. Sie ist damit klimafreundlicher als Kohle oder Gas.

Minus: Der größte Nachteil der Atomenergie ist das Risiko eines GAUs. Selbst wenn man dafür eine geringe Wahrscheinlichkeit unterstellt - der Schaden wäre enorm. Die Katastrophe in Tschernobyl war nur ein Vorgeschmack dessen, was im dicht besiedelten Mitteleuropa passieren würde: Tausende Opfer, auf ewig verseuchte Landstriche, Vermögensverluste in zigfacher Milliardenhöhe. Hinzu kommt die ungelöste Frage der Endlagerung : Obwohl die Kernenergie seit rund 50 Jahren genutzt wird, gibt es bis heute keine dauerhafte Deponie für die verstrahlten Abfälle. Ob es überhaupt ein sicheres Endlager geben kann, ist umstritten: Der Atommüll strahlt zum Teil mehr als 100.000 Jahre lang - was in dieser Zeit alles passiert, kann niemand vorhersagen. In jüngster Zeit wird ein weiteres Problem immer häufiger diskutiert: Was geschieht, wenn Terroristen einen Anschlag auf ein Kernkraftwerk verüben? Oder wenn sie in den Besitz von spaltbarem Material gelangen? Sicherheitsexperten haben auf diese Fragen keine abschließende Antwort.
Wasser
Plus: Die Wasserkraft ist sehr umweltfreundlich - mit geringem Eingriff in die Natur lässt sich günstig Energie gewinnen. Rund fünf Prozent des deutschen Stroms stammen aus Wasserkraftwerken. Außerdem lässt sich in Stauseen sehr gut Energie speichern: Bei einem Überangebot an Strom wird Wasser nach oben gepumpt. Bei Bedarf wird es dann abgelassen, um die Turbinen anzutreiben.

Minus: In Deutschland ist das Potential der Wasserkraft so gut wie ausgeschöpft. Fast jeder Fluss hat ein Kraftwerk, ebenso fast jeder See. Im Ausland wiederum ist die Wasserkraft zum Teil in Verruf geraten: Riesenprojekte wie der Jangtse-Staudamm in China zerstören die Natur in großem Stil.
Wind
Plus: Von allen erneuerbaren Energien ist die Windkraft in den vergangenen Jahren am stärksten gewachsen. Mittlerweile beziehen die Deutschen deutlich mehr Strom aus Windrädern als aus Wasserkraftwerken. Auch in Zukunft hat die Branche großes Wachstumspotential - vor allem offshore, also in Windparks auf dem Meer . Ein weiterer Vorteil: Die Windkraft ist verhältnismäßig günstig. Die Betreiber der Anlagen bekommen über das Erneuerbare-Energien-Gesetz nur wenig mehr Förderung als der Preis für konventionellen Strom an der Energiebörse hoch ist. Zum Vergleich: Solarstrom wird weit höher vergütet.

Minus: Kritiker halten Windräder für eine Verschandelung der Landschaft. Außerdem weht der Wind sehr unzuverlässig: Bei einer starken Brise wird das deutsche Stromnetz überlastet, bei Flaute muss Strom aus dem Ausland hinzugekauft werden. Praktikable Speicher für Windenergie gibt es bisher nicht. Ein weiterer Nachteil: Starker Wind bläst vor allem in Norddeutschland, die großen Verbrauchszentren liegen aber im Süden und Westen. Um den Strom abzutransportieren, sind zahlreiche neue Leitungen nötig .
Sonne
Plus: Die Sonne ist nach menschlichen Maßstäben eine ewige Energiequelle , und sie scheint für jeden umsonst. Hätten alle Dächer Deutschlands eine Solaranlage, könnte so ein großer Teil des hiesigen Strombedarfs gedeckt werden - klimaschonend und unabhängig von Importen. Darüber hinaus lässt sich das Sonnenlicht auch zur Warmwasserbereitung nutzen: Mit Solarkollektoren kann man herkömmliche Heizungen ergänzen und so die Energiekosten drücken.

Minus: Die Sonne hat den gleichen Nachteil wie der Wind - ihre Energie lässt sich nicht zu jeder Uhrzeit nutzen. Das größte Problem ist jedoch der Preis: Solarstrom kostet viel mehr als konventioneller Strom. Und trotz milliardenschwerer Subventionen leistet Sonnenenergie bislang nur einen geringen Beitrag zur deutschen Stromversorgung: Schätzungen schwanken zwischen einem um zwei Prozent. Damit die Photovoltaik in Mitteleuropa wettbewerbsfähig wird, müsste es eine technische Revolution geben - oder die Preise für konventionelle Energie müssten dramatisch steigen.
Biomasse
Plus: Holz, Stroh, Mais - beim Verbrennen dieser Stoffe wird nur so viel CO2 freigesetzt, wie die Pflanzen vorher der Atmosphäre entzogen haben. Biomasse lässt sich in vielen Bereichen einsetzen: zum Heizen (beispielsweise mit Holzpellets), zum Autofahren (mit Biodiesel oder Bioethanol ) oder zur Stromerzeugung (mit Biogas). Der große Vorteil: Biomasse ist gespeicherte Energie. Man kann also frei entscheiden, wann man sie nutzen möchte - anders als bei Wind- oder Solarkraft. Ein weiterer Pluspunkt: Energiepflanzen, die in Deutschland wachsen, reduzieren die Abhängigkeit von Importen.

Minus: In jüngster Zeit gerät die Bioenergie massiv in die Kritik. Denn die Pflanzen benötigen enorme Anbauflächen - und treten damit in direkte Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion. Gerade bei Biotreibstoffen wird das zum Problem: Lässt es sich moralisch rechtfertigen, dass die Reichen Mais tanken - während die Armen hungern? Hinzu kommt ein gigantisches Mengenproblem: Wollte Deutschland seinen gesamten Benzin- und Dieselbedarf mit Biokraftstoffen decken, wäre dafür eine Fläche nötig, die größer ist als die gesamte Bundesrepublik. Das Gleiche gilt fürs Heizen: Sollten alle Bundesbürger auf Holzpellets umsteigen, würde der deutsche Wald dafür nicht reichen - erneut wären Energie-Importe nötig.
Erdwärme
Plus: Die Wärme im Erdinneren steht rund um die Uhr zur Verfügung. Sie lässt sich sowohl zum Heizen als auch zur Stromerzeugung nutzen. Gäbe es keine Probleme mit der Bohrtechnik, könnte die Geothermie den gesamten deutschen Energiebedarf decken.

Minus: In Deutschland muss man Hunderte oder gar Tausende Meter tief bohren, um ein ausreichendes Temperaturniveau zu erreichen. Die Kosten der Geothermie sind deshalb sehr hoch. Mancherorts gibt es außerdem Probleme mit dem Grundwasser. Andere Länder sind hier aus geologischen Gründen in einer besseren Position: Island zum Beispiel deckt seinen Energiebedarf zum Großteil mit der Wärme aus dem Erdinneren.
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Grafiken: Wie Öko- und Atomstrom konkurrieren

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