Entscheidung des Aufsichtsrates Vertriebsvorstand Schot soll Audi vorläufig leiten

Jetzt ist es offiziell: Audi-Vertriebsvorstand Abraham Schot übernimmt kommissarisch die Leitung des Autobauers. Der Aufsichtsrat hat den seit gestern in U-Haft sitzendenden Chef Rupert Stadler erst einmal beurlaubt.

Audi-Vertriebsvorstand Abraham Schot
REUTERS

Audi-Vertriebsvorstand Abraham Schot


Der Audi-Aufsichtsrat und der Aufsichtsrat des VW-Konzerns haben sich für eine Interimslösung entschieden: Audi-Vertriebsvorstand Abraham Schot übernimmt bei dem Autobauer vorläufig den Chefposten. Der seit Montag inhaftierte Vorstandschef Rupert Stadler wird vom Aufsichtsrat beurlaubt, wie das Unternehmen weiter mitteilte.

Bereits gestern galt die Berufung von Schot als wahrscheinlich, die formale Entscheidung stand jedoch noch aus.

Stadler gehört als Audi-Vorstandschef auch dem VW-Konzernvorstand an. Er sitzt seit Montag in Augsburg in Untersuchungshaft und kann seine Aufgaben zumindest vorerst nicht mehr wahrnehmen. Die Staatsanwaltschaft München wirft ihm im Zusammenhang mit dem Dieselskandal Betrug und geplante Beeinflussung von Zeugen oder Mitbeschuldigten vor.

Stadler vorübergehend von seinen Aufgaben entbunden

Stadler habe den Aufsichtsrat gebeten, von seinen Aufgaben als Audi-Chef und Volkswagen-Vorstandsmitglied vorübergehend entbunden zu werden, teilte der Autobauer mit. Die Aufsichtsräte von Volkswagen und Audi hätten der Bitte entsprochen. "Die Entbindung wird vorübergehend vorgenommen, bis der Sachverhalt geklärt ist, der zu seiner Verhaftung geführt hat", teile das Unternehmen mit.

Abraham Schot gehört dem Audi-Vorstand erst seit September an. Der 56-jährige Niederländer ist dort bislang für den Vetrieb zuständig. Begonnen hatte er seine Karriere bei Mercedes-Benz, ab 2012 war er dann Vertriebschef der Nutzfahrzeuge-Sparte bei VW.

cop/dpa



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kenterziege 19.06.2018
1. Jeder ist besser, als Stadler
Stadler hat schon vor dem Abgasskandal die einst innovative Firma Audi in die Grütze gefahren. Er war immer Statthalter der Familie Piëch/Porsche. Viel für den Goodwill ist in der Betriebsratsaffaire von VW zu suchen. Stadler sicherte die FireWall um Piëch. Geopfert wurden Hartz, Volkert und ein paar andere Organisatoren des feucht-fröhlichen Lebens. Was waren denn die Meriten, die Stadler zum CEO von Audi qualifizierten? Als Betriebswirt hätte er von Vorsprung durch Technik keinen blassen Schimmer. Prof. Hackenberg, Erfinder der diversen modularer Längs- und Querbaukästen, wurde von VW zu Audi zurückgeschickt, um das Launching des A4 wegen desolater Cinnectivity um ein Jahr zu verschieben. Jeder andere CEO wäre geschasst worden. Der neue Mann ist bestimmt gut. Hoffentlich erkennt er das Potential seiner Abteilung Technische Entwicklung und bringt da Ruhe hinein. An der Spitze dieser Firma kann nur ein Vertriebsprofi oder ein Technik-Guru stehen. Stadler wird im Knast über manches nachdenken und gesprächig gemacht werden. Untersuchungshaft ist für Leute, wie diese, Höchststrafe und dient dazu gefügig zu machen!
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