Dieselskandal Fahnder filzen Wohnungen von Audi-Mitarbeitern

Erst die Zentrale, jetzt Privaträume: Wegen des Dieselskandals nehmen die Behörden in drei Bundesländern erneut Audi ins Visier. Auch gegen Bosch-Mitarbeiter in den USA gibt es neue Ermittlungen.

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Die Staatsanwaltschaft München hat im Zusammenhang mit dem Diesel-SkandalPrivaträume von Audi-Mitarbeitern in Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz durchsuchen lassen. Die Staatsanwaltschaft München bestätigte einen entsprechenden Bericht der "Süddeutschen Zeitung". In der Audi-Zentrale in Ingolstadt waren die Ermittler bereits im März 2017 zur Razzia angerückt.

Standorte von Audi Chart zeigen waren nach Angaben eines Firmensprechers nicht betroffen. "Wir haben das selbst aus den Medien erfahren. Die Staatsanwaltschaft sagt uns nicht, wenn sie Wohnungen durchsucht."

Wie eine Sprecherin der Münchner Staatsanwaltschaft mitteilte, ist die Zahl der Beschuldigten in dem Verfahren wegen strafbarer Werbung und Betrugs von zuletzt sechs auf nunmehr 13 Personen ausgeweitet worden. Aktuelle oder frühere Vorstandsmitglieder der VW-Tochter seien nach wie vor nicht darunter.

Die Staatsanwaltschaft Stuttgart ermittelt seit vergangener Woche auch gegen zwei Mitarbeiter des Autozulieferers Bosch in den USA. Es bestehe der Anfangsverdacht, dass seit 2014 zwei mit Dieselmotoren ausgestattete Fahrzeugtypen der Marke Chrysler auf den US-Markt gebracht worden seien, bei denen die Wirksamkeit des Emissionskontrollsystems verringert wurde, teilten die Ermittler am Mittwoch mit. Gegen die beiden Mitarbeiter sei vor einer Woche ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts auf Beihilfe zum Betrug eingeleitet worden.

Laut Staatsanwaltschaft handelt es sich bei den betroffenen Fahrzeugmodellen um den Chrysler Jeep Grand Cherokee mit Drei-Liter-Motor und den Chrysler Dodge Ram 1500. Die Modelle seien bereits Gegenstand von Ermittlungen in den USA gewesen. Bosch bekräftigte, man kooperiere uneingeschränkt mit den Behörden. Zu Details äußere sich das Unternehmen nicht.

Bosch war bereits mit Bekanntwerden der Dieselaffäre ins Visier der Justiz geraten. Im Frühjahr 2017 leiteten die Stuttgarter Staatsanwälte im Zusammenhang mit Daimler Chart zeigen ein weiteres Ermittlungsverfahren ein, bei dem ebenfalls der Verdacht der Abgasmanipulation von Dieselmotoren im Raum steht. Ende Dezember folgte ein drittes Ermittlungsverfahren - diesmal wegen Audi. In den USA sieht sich Bosch zudem mit einer Klage konfrontiert, die sich vor allem gegen Ford Chart zeigen richtet.

dab/Reuters/dpa

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