Medienbericht Neue Schummelsoftware bei Audi entdeckt

Audi hat bei den Abgaswerten seiner Autos offenbar mehr getrickst als bisher bekannt. Einem Bericht zufolge hat die kalifornische Umweltbehörde eine neue Schummelsoftware entdeckt. Auch Autos in Europa seien betroffen.

Audi Q5
DPA

Audi Q5


Audi gerät in der Abgas-Affäre immer stärker unter Druck. Die kalifornische Umweltbehörde CARB habe im Sommer eine weitere illegale Softwarefunktion bei einem Audi mit V6-Motor entdeckt, berichtet die "Bild am Sonntag". Der Ingolstädter Autohersteller habe diese auch für die Manipulation von Dieselautos und Benzinern in Europa verwendet.

Auf Anfrage äußerte sich den Angaben zufolge ein Audi-Sprecher nicht. Er verwies auf die andauernden Gespräche zum Abgasbetrug in den USA.

Audi hatte monatelang abgestritten, die Abgaswerte seiner Autos manipuliert zu haben. Doch dann stellte sich heraus, dass die Drei-Liter-Dieselautos des Autobauers die Grenzwerte für Stickoxide nicht einhalten. Nun muss Audi in den USA möglicherweise Tausende Autos zurückkaufen.

Von den neuen Vorwürfen sind Audi-Modelle mit einem bestimmten Automatikgetriebe betroffen. Sie können dem Bericht zufolge an der Lenkradstellung erkennen, ob sich der Wagen auf einem Prüfstand befindet oder nicht.

Wird das Lenkrad wie auf dem Prüfstand nach dem Start nicht bewegt, aktiviere sich demnach ein Schaltprogramm für das Getriebe, das besonders wenig CO2 produziere. Drehe der Fahrer das Lenkrad dagegen um mehr als 15 Grad, deaktiviere sich diese "Aufwärmstrategie". Das Fahrzeug laufe daraufhin mit einem anderen Schaltprogramm, das mehr Kraftstoff verbrauche und mehr CO2 produziere.

Audi setze diese Prüfstanderkennung bereits seit Jahren ein, heißt es unter Berufung auf vertrauliche Firmendokumente in dem Zeitungsbericht. Betroffen von dem Lenkrad-Trick seien leistungsstarke Audi-Modelle, die über das Stufenautomatikgetriebe mit der internen Bezeichnung AL 551 verfügen.

sep/AFP



insgesamt 185 Beiträge
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no_reservations 06.11.2016
1. ist der Ruf erst ruiniert...
Nicht dass sich die Abgasaffäre nachher nur als Spitze eines schmutzigen Eisbergs erweist... Man muss den Amerikanern zugute halten, dass sie bei der Bestrafung von Firmen nicht zimperlich sind und Firmen dort Strafen selten aus der Portokasse zahlen können, wie es hier oftmals üblich ist. Vielleicht erwägen die Aktionäre und Gesetzgeber nicht doch noch einmal eine veränderte Form der Managerhaftung. Bei guten Verkaufszahlen streichen Vorständen zweistellige Millionensummen ein. Aber was passiert bei Verlusten und gravierenden Fehlentscheidungen? Sie werden noch teurer abgefunden. Schade für den normalen Angestellen, Steuerzahlen und Ottonormalverdiener...
joG 06.11.2016
2. War es gestern, ....
....dass VW erklärte es habe nicht gegen europäische Gesetze verstoßen und die Gase wären nicht giftig? Und nun das? Ist den Vorständen nicht klar, dass mit dieser neuen Sache sie viel schlimmer dran sind, wenn sie uneinsichtig auch noch sind? Also ich weiß nicht. Und damit kommt dieses Unternehmen durch? Deutschland ist offensichtlich krank.
trader_07 06.11.2016
3. Nicht, dass ich....
Nicht, dass ich in irgendeiner Form Audi-Fan wäre - weiß Gott nicht. Ich bevorzuge die andere bayerische Marke. Aber wenn man irgendwo von Schummelei sprechen kann, dann bei dem Elektro-Karren-Krempel, der im Alltag bis zu 50% weniger Reichweite als Werksangabe hat. Nirgendwo werden die Leute mehr vera*scht.
Philip J. Fry 06.11.2016
4. Nennt das Kind doch beim Namen!
Schummeln tut man beim Mau Mau. Hier jedoch handelt es sich um gewerbsmäßigen Betrug. Und das darf man dann auch ruhig mal so nennen, da muss man sich auch bei SPON nicht hinter Euphemismen verstecken.
prof.korngold 06.11.2016
5. Die Amis
liefern uns und dem BND dankenswerterweise Hinweise auf mutmaßliche IS-Terroristen in Deutschland, sowie Aufklärung über die organisierte kriminelle Aktivität von VW, Audi und Konsorten. DANKE USA !
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