HSH Nordbank: Aufsichtsratschef Kopper will Amt niederlegen

Eigentlich hätte der Aufsichtsratsvorsitzende der HSH Nordbank bis Mai 2014 sein Amt ausüben sollen. Nun will Hilmar Kopper laut einem Zeitungsbericht vorzeitig als Chefkontrolleur der Bank aufhören - wahrscheinlich schon im Februar.

Der Aufsichtsratsvorsitzende der HSH-Nordbank, Hilmar Kopper, im Oktober 2012 in Kiel Zur Großansicht
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Der Aufsichtsratsvorsitzende der HSH-Nordbank, Hilmar Kopper, im Oktober 2012 in Kiel

Hamburg - Hilmar Kopper will vorzeitig als Aufsichtsratsvorsitzender der krisengeschüttelten HSH Nordbank abtreten. Der 77-Jährige legt sein Amt wahrscheinlich schon zu Ende Februar nieder, wie die "Süddeutsche Zeitung" schreibt.

Laut Vertrag hätte der frühere Vorstandssprecher der Deutschen Bank das Gremium des Instituts, das mehrheitlich den Ländern Hamburg und Schleswig-Holstein gehört, bis Mai 2014 leiten sollen. Der SPIEGEL hatte bereits im Dezember berichtet, dass die Länder Hamburg und Schleswig-Holstein als Haupteigner der Nordbank nach einem Nachfolger für ihn suchten.

Die Sprecher von Hamburgs Finanzsenator Peter Tschentscher (SPD) und Kiels Finanzministerin Monika Heinold (Grüne) teilten laut "'Süddeutscher Zeitung" lediglich mit: "Es ist nicht richtig, dass sich die Länder Hamburg und Schleswig-Holstein um einen vorzeitigen Rücktritt von Herrn Kopper als Aufsichtsratsvorsitzenden bemüht haben."

Tschentschers Sprecher und die HSH Nordbank waren für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen. Kopper selbst äußerte sich dem Bericht zufolge nicht. Der frühere Vorstandssprecher der Deutschen Bank steht seit 2009 an der Spitze des HSH-Aufsichtrats.

Zuletzt hatte Kopper sich im Zusammenhang mit der Millionen- Abfindung des früheren Vorstandschefs Dirk Jens Nonnenmacher am Dienstag geäußert: Falls der ehemalige Bankmanager rechtskräftig verurteilt wird, soll er die Summe von vier Millionen Euro zurückzahlen. "Mit dieser Vereinbarung ist es der Bank gelungen, ihre Interessen in vollem Umfang nachhaltig zu wahren", hatte Kopper erklärt.

Dabei geht es um das Ermittlungsverfahren der Kieler Staatsanwaltschaft wegen falscher Verdächtigung oder Untreue im Zusammenhang mit der Entlassung des ehemaligen HSH-Vorstandsmitglieds Frank Roth. Nonnenmacher selbst rechnet nach Angaben seines Anwalts nicht damit, dass er seine Abfindung zurückzahlen muss. Er geht demnach davon aus, dass das Verfahren eingestellt wird.

kha/dpa

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insgesamt 12 Beiträge
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1. Für Kopper
mimija 10.01.2013
war vermutlich die Aufsichtsratsvergütung "Peanuts"!
2. 77?
dido007 10.01.2013
Wieso sollte ein älterer Herr so einen Posten belegen? In normalen Jobs ist man mit 47 schon zu alt, und wenns um XXL-Mrd. geht dann darf man ruhig Ende 70 noch werkeln?
3. Wird auch Zeit
Liechtenstein 10.01.2013
Wird auch höchste Zeit, dass der alte Mann endlich abtritt. Er hat als Aufsichtsratsvorsitzendet doch total versagt. Ein typischer Frühstücksdirektor.
4. Es war hohe Zeit
stanzer 10.01.2013
Ich verstehe diese Entscheidung zu diesem Zeitpunkt nicht mehr ganz. Dies hätte wesentlich früher passieren müssen. Viel Geld ist den Steuerzahlern der Länder Schleswig- Holstein und Hamburg ins Obligo gestellt worden. Warum haben also die politischen Verantwortlichen nicht früher die Reissleine gezogen?
5. Die Kosmetikfigur Kopper
mischpot 11.01.2013
sollte wohl nur zu mit seinem Namen die Vertuschungen der HSH Nordbank überdecken, jetzt wird es Ihm zu heiß und nichts wie weg. Bald fliegt die vom Steuerzahler subventionierte Bank an der sich viele bereicherten hoch. Das die Staatsanwaltschaft nicht tätig wird ist unglaublich.
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