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Pionier in der Krise: Zulieferer will keine Blackberry-Smartphones mehr bauen

Für Blackberry kommt es immer dicker: Sowohl Kunden als auch Partnerfirmen wenden sich vom notleidenden Smartphone-Bauer ab. In Amerika hat der Konzern mehr als die Hälfte seiner Kunden verloren, zudem will ein Auftragsfertiger keine Geräte mehr für die Kanadier produzieren.

Blackberry-Logo vor Zentrale in Waterloo (Kanada): Partner springen ab Zur Großansicht
REUTERS

Blackberry-Logo vor Zentrale in Waterloo (Kanada): Partner springen ab

New York/Waterloo - Bei Blackberry häufen sich die schlechten Nachrichten: Einer seiner Auftragsfertiger will keine Geräte mehr für den Smartphone-Pionier produzieren. Es gebe eine große Wahrscheinlichkeit, dass man die Beziehungen zu Blackberry auflösen werde, sagte der Chef des Herstellers Jabil Circuit, Mark Mondello, in einer Telefonkonferenz des Unternehmens. Über Details werde derzeit verhandelt.

Bereits am Mittwoch hatte ein weiterer Blackberry-Partner Konsequenzen aus der miserablen Situation gezogen: T-Mobile USA kündigte an, Blackberry-Geräte aus den Regalen seiner Läden zu werfen. Die Nachfrage sei einfach zu gering. Immerhin sollen die Smartphones zumindest online weiter angeboten werden.

Am Freitag legte der kanadische Konzern seine ausführlichen Zahlen für das bis Ende August dauernde zweite Geschäftsquartal vor - sie fielen dramatisch aus. Blackberry schrieb von Juni bis August 965 Millionen Dollar Verlust, wovor der Konzern bereits vor einer Woche gewarnt hatte. Der Umsatz brach im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um fast die Hälfte auf 1,6 Milliarden Dollar ein.

Zweifel an Milliardenübernahme

Dabei wenden sich gerade auf seinem Heimatmarkt Amerika die Kunden massenhaft von dem notleidenden Unternehmen ab. Der Umsatz in Lateinamerika fiel im Jahresvergleich um 62 Prozent. In Nordamerika verlor Blackberry 52 Prozent seines Geschäfts. Im Rest der Welt fielen die Einbußen nicht ganz so dramatisch aus. Weil in vielen Schwellenländern die älteren Blackberry-Modelle als günstige Einstiegsgeräte beliebt sind, verkaufte der Konzern weiterhin mehr Smartphones mit dem alten Betriebssystem Blackberry 7 als mit dem neuen System Blackberry 10.

An den Aktienmärkten wachsen zudem offenbar die Zweifel, dass der geplante Verkauf von Blackberry Chart zeigen an den Finanzdienstleister Fairfax Financial für 4,7 Milliarden Dollar zustande kommt. Denn mit 8,11 Dollar lag der Aktienkurs deutlich unter dem Preis, den Fairfax Financial zahlen will.

Blackberry leidet seit geraumer Zeit unter der starken Konkurrenz von Android-Handys und Apples iPhone. Der aus Deutschland stammende Konzernchef Thorsten Heins streicht nun weitere 4500 Stellen und damit mehr als jeden dritten Job.

fdi/Reuters/dpa

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1. Schade
Dominik-Pro PV 27.09.2013
Blackberry war ein Pionier beim Thema Mails auf dem Handy. Ich hatte etliche Modelle. Seit 2 Jahren habe ich HTC mit Android. Ich hatte überlegt wieder zu Blackberry zu wechseln aber bei den ganzen Hiobs Botschaften lass ich das lieber
2. Mich wundert das nicht!
Holledauer 27.09.2013
Ich habe mir vor 3 Jahren ein Blackberry zugelegt. Es ist das Mobiltelefon mit der schlechtesten Empfangs- und Sendeleistung, das ich jemals hatte. Selbst alte Nokia-Geräte, welche schon 6 - 7 Jahre alt sind, zeigen bessere Leistungen.
3.
sponner_hoch2 27.09.2013
Bin ich froh, dass ich mir noch ein Q10 sichern konnte. Ich bin super zufrieden damit. Jetzt habe ich (erfahrungsgemäß) erst mal wieder zwei bis drei Jahre Zeit, bich es mich wieder nach einem neuen gelüstet. Ich hoffe, bis dahin gibt es wieder andere Modelle mit Hardware-Tastatur (oder nur-Touch Dinger, die mich mal überzeugen), die dann auch sonst aktzeptabel sind (und nicht wie bei Apple in alles reinregieren wollen etc.). falls nicht, wirds wohl länger halten müssen als die 2-3 Jahre. Was mich daran erinnert, endlich eine Hülle zu kaufen.
4. optional
Ratzfatz030 27.09.2013
Bei allem Respekt ... Wer ist oder was war Blackberry? Ein völlig überschätztest Mobilgerät, welches notgedrungen genutzt wurde, weil es vor 10 Jahre für eine mobile Kommunikation kaum etwas anderes gab ... Dazu kam, dass sich RIM arrogant auf den Geschäftsbereich konzentrierte anstatt auf den Privatbereich. Dort waren die Geräte nie angesagt, stattdessen Nokia und später Apple und Android ... Nun wird Blackberry verschwinden, wie schon Palm, Nokia und demnächst auch Microsoft ...
5. RIM Schlecker
c218605 27.09.2013
Zitat von sysopREUTERSFür Blackberry kommt es immer dicker: Sowohl Kunden als auch Partnerfirmen wenden sich vom notleidenden Smartphone-Bauer ab. In Amerika hat der Konzern mehr als die Hälfte seiner Kunden verloren, zudem will ein Auftragsfertiger keine Geräte mehr für die Kanadier produzieren. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/auftragsfertiger-will-keine-smartphones-fuer-blackberry-mehr-bauen-a-924962.html
Dieser Mensch der allen Tablet-Usern Anfang des Jahres noch erzaehlt hat, das BB10 auch auf ihr Playbook kaeme. Und wahrscheinlich hat er sich wohl auch von seinen Mitarbeitern, die er jetzt ruckzuck expediert mit aehnlichen falschen Versprechungen und faulen Prognosen noch ein halbes Jahr Motivation erlogen. f y Thorsten!
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