Ausbau des Schienennetzes: Deutsche Bahn investiert noch mehr Milliarden

Große Pläne für das Schienennetz: Die Deutsche Bahn will 50 Milliarden in die Infrastruktur und die Qualitätsverbesserung investieren. Vorstände werden ab sofort auch nach Kundenzufriedenheit bezahlt.

Deutsche Bahn: Das Unternehmen will investieren Zur Großansicht
DPA

Deutsche Bahn: Das Unternehmen will investieren

Berlin - Die Deutsche Bahn will in den nächsten fünf Jahren 49,5 Milliarden Euro in den Eisenbahnverkehr in Deutschland investieren. Zwei Drittel davon sollen in die Infrastruktur gehen. Der Rest des Geldes sei für Fahrzeuge und die Qualitätsverbesserung eingeplant, erklärte der Vorstandsvorsitzende Rüdiger Grube. Die Summe ist um 3,5 Milliarden Euro höher als die bisher genannten Zahlen.

Zudem will der Konzern seine Vorstände stärker in die Mangel nehmen. Die Höhe der Bonuszahlungen sei ab sofort auch davon abhängig, wie zufrieden Kunden und Mitarbeiter seien. "Jeder Konzernvorstand spürt ab sofort die Kunden- und Mitarbeiterzufriedenheit im Portemonnaie", sagte Grube.

Alle Führungskräfte habe er außerdem zu einem "Service-Tag" verpflichtet, sagte Grube. Mindestens einmal im Jahr sollen sie mit Basismitarbeitern zusammenarbeiten. "Ich persönlich verbringe künftig rund 50 Prozent meiner Zeit mit unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Regionen - ob im Zug, im Reisezentrum oder bei der Fahrzeuginstandhaltung", versprach Grube.

Laut Konzernunterlagen rechnet die Bahn in diesem Jahr trotz Schuldenkrise mit einem Rekordgewinn.

kha/dpa/dapd/AFP

Diesen Artikel...
  • Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • Auf anderen Social Networks teilen

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 2 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit - die Bahn stellt Weichen für die Zukunft
eva1811 26.01.2012
Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit das sind Punkte, die die Bahn immer noch nicht im Griff hat, warum eigentlich?? Infrastruktur und Ausbau samt sanierung des vorhandenen Netzes ist wichtig und wir reisen gerne mit der Bahn, aber noch ist alles zu kompliziert im Tarifwirrwarr/-system. Die Fahrkartenautomaten, viele unserer ausländischen Besucher stehen da oft mit Fragezeichen davor, vielleicht wäre es an der Zeit, hier evtl. ein EU-weites Konzept zu erarbeiten, ala Sensor am Bahngleis, wie Auflegen einer Bankkarte oder der Bahncard), Handy oder co, die zeigen bezahlt! Ohn so was, kein Zutritt zum Zug!! (gibt es doch schon U-bahnmäßig weltweit und funktioniert, ist also erprobt!). Ein einheitliches EU-Fahrkartensystem - wie wäre es mal damit das zu überlegen - es wäre einfacher und die Globalisierung macht auch vor der Bahn nicht halt! Auch die Umsteige/Anschlusssysteme sollten mal genauer betrachtet werden, evtl. steckt da auch der Teufel im Detail und meist sind es kleine Dinge die hier was großes bewegen könnten. Neue Züge brauchen wohl ihre Zeit, wie wäre es die vorhandenen evtl. ala "pimp the train" zu machen?? (bessere Bestuhlung oder gar evtl. bessere Möglichkeiten die Gepäckstücke zu lagern??) oder doch Wasserspender in allen Zügen.
2. Was bedeutet die Meldung denn ?
albert schulz 27.01.2012
Nach mir die Sintflut von dem erfolgsverwöhnten Gespann Schröder / Mehdorn hat offensichtlich ausgedient, und zwar schon länger. Dafür ist allerdings nicht Herr Grube verantwortlich, sondern die Politik, die bereits große Summen für die Sanierung und Verbesserung der Infrastruktur bereit gestellt hat. Und das ist dringend vonnöten. Die Gleise oder besser deren Unterbau sind so zerfahren, daß selbst auf ehemaligen D – Zug – Strecken nicht mehr 160 sondern bestenfalls 120 km/h gefahren werden können, und das ist bestenfalls ein schlechter Witz angesichts der Tatsache, daß diese Geschwindigkeit von jedem Regionalzug erreicht werden kann und bei größeren Haltepunktabständen lohnt. Vielleicht wird auch die üble Strategie überdacht, im Regionalverkehr nur noch alle zwei Stunden zu fahren. Das führt klar zu einer verminderten Bahnnutzung, weil keiner ellenlang auf seinen Anschluß warten will und kann. Dazu gehört allerdings auch, daß man im Regionalverkehr Anschlüsse aufeinander abstimmt, was derzeit nicht gemacht wird. Also etwa die Züge an den Bahnknoten ein paar Minuten stehenlassen, damit jeder umsteigen kann, genauso wie beim ICE und jedem Busbahnhof auf dem Land. Wer heute den Tarif „quer durchs Land“ nutzt, ist häufig nur zwanzig Prozent länger im Zug unterwegs als mit einem IC oder ICE, allerdings lernt er jede Menge U/msteigebahnhöfe längelang bis zum Erbrechen kennen, zumeist ohne jede Möglichkeit, im Warmen zu sitzen oder sich zu verköstigen, und am Ende ist er doppelt so lange unterwegs. Ein Punkt noch, der mich immer wieder die gewaltige Kompetenz der Bahn bestaunen läßt, ist die Fahrplanauskunft. Ich fummle mir mühevoll im Internet eine Verbindung zusammen, frage danach den Automaten am Bahnhof, wie er das sieht, hernach den Schalterbeamten, dann den Schaffner, und auf Umsteigebahnhöfen studiere ich die Fahrpläne. Und siehe da, diese fünf Auskunftsmöglichkeiten haben nur äußerst bedingt etwas miteinander zu tun. Es scheint sich um wenigstens fünf verschiedene Computer zu handeln, die hier nach der besten Möglichkeit suchen, und jeder anders. Die Undurchsichtigkeit des Preisgefüges ist im Übrigen nicht nur für Ausländer, sondern für alle seltenen Zugbenutzer eine echte Zumutung. Immerhin kennen heute die Bahner ihre Tarife, ganz im Gegensatz zu den Neunzigern, als jeder eine andere Preisversion angeboten hat. Natürlich ist es blödsinnig, den Vorständen mehr Geld zu geben, weil mehr Leute Zug fahren. Die rechnen mit dem Pfennig und lassen ihr Auto stehen, sofern sie eins haben, weil sie erkannt haben, daß es durchaus möglich ist, mit der Bahn zu fahren und dabei mit weniger als dem entsprechenden Spritgeld auszukommen. Es geht doch letztlich nur um die Zufriedenheit der Bahnkunden. Und es geht um die Zukunftsfähigkeit der Bahn, egal wie diese Zukunft aussehen mag, was sich über fünfzig Jahre gesichert nicht voraussagen läßt. Fakt ist, daß die Immobilien in Bahnnähe weiterhin ihren Wert steigern. Auch wer drei Autos vor der Tür stehen hat scheint zu wissen, daß er alt oder arm werden kann und dann auf die Bahn angewiesen ist. Abseits der Bahnlinien rauschen die Preise für Immobilien in den Keller und die Leute flüchten in die Ballungsgebiete, die nur noch mit schienengebundenen Fahrzeugen den immensen Verkehr gewährleisten können, wir erleben eine erhebliche Landflucht, und die hat nicht nur Vorteile. Das rollende Material ist übrigens asbach uralt, etwas aufgehübscht.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Wirtschaft
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Unternehmen & Märkte
RSS
alles zum Thema Deutsche Bahn
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



  • Drucken Senden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Kommentieren | 2 Kommentare
Fotostrecke
Logistik-Riese: Wichtige Fakten über die Bahn

Deutsche Bahn
Der Konzern
Mit einem Umsatz von 39,3 Milliarden Euro und weltweit 285.000 Mitarbeitern ist die Deutsche Bahn einer der größten Konzerne des Landes. 2012 machte die Bahn einen Gewinn von 1,5 Milliarden Euro. Jedes Jahr transportiert die Bahn weltweit fast zwei Milliarden Reisende im Fern- und Nahverkehr.
Die Geschäftsfelder
Die Deutsche Bahn bietet neben dem Personenverkehr auch andere Transport- und Logistikdienstleistungen (DB Schenker) an. Gut ein Drittel des Umsatzes erzielt das Unternehmen mit dem Fern- und Nahverkehr und dem Betrieb von Bussen im Stadtverkehr. Der Bereich DB Schenker, in dem unter anderem der Schiengüterverkehr gebündelt ist, trägt rund die Hälfte zum Gesamtumsatz bei.
Der Chef
Rüdiger Grube ist seit Mai 2009 Chef der Deutschen Bahn. Der Top-Manager hat sich von der Hauptschule über eine Berufsausbildung und ein Studium bis an die Spitze des Logistikkonzerns hochgearbeitet. Vor seinem Wechsel zum Staatsunternehmen war er im Vorstand des Autobauers Daimler für die Konzernentwicklung zuständig. Davor arbeitete Grube mehrere Jahre bei der Daimler-Benz Aerospace (DASA), die später im Luft- und Raumfahrtkonzern EADS aufging.
Fotostrecke
Hochgeschwindigkeitszüge: Höchste Eisenbahn