Peking - Ausländische Investoren zögern, ihr Geld weiter in China anzulegen. Im Vergleich zum Vorjahr sanken die ausländischen Direktinvestitionen im September um 6,8 Prozent auf rund 8,4 Milliarden Dollar (6,4 Milliarden Euro). Das gab das Handelsministerium in Peking am Freitag bekannt. Die Zahl schließt Investitionen in die Industrie ein, nicht jedoch Finanzanlagen wie Aktien.
Die Eintrübung bei den Investitionen ist ein weiteres Signal für die Eintrübung der Konjunktur in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt. Erst am Donnerstag hatte das chinesische Statistikamt mitgeteilt, dass die Wirtschaft in der Volksrepublik im dritten Quartal so langsam gewachsen sei wie seit drei Jahren nicht mehr. Die zurückgehenden Investitionen aus dem Ausland sind ein Grund dafür, dazu kommt eine schwächelnde Nachfrage aus dem Inland und sinkendes Exportwachstum.
Das Handelsministerium begründet den Rückgang der Investitionen mit den Folgen der Staatsschuldenkrise auf die Länder der Euro-Zone und die anhaltenden Wirtschaftsprobleme der USA. Die Zurückhaltung der Investoren könnte auch mit zunehmenden Spannungen in den Wirtschaftsbeziehungen mit den USA zusammenhängen: Erst vor zwei Wochen hatte der US-Kongress dem chinesischen Telekom-Konzern Huawei Spionage vorgeworfen.
ade/afp
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