Außenhandel Deutsche Wirtschaft rechnet 2014 mit Spitzenwert beim Export

Die Kritik an der deutschen Exportstärke könnte sich im kommenden Jahr noch verschärfen. Die Wirtschaft rechnet einem Zeitungsbericht zufolge für 2014 mit einem neuen Rekord. Die Ausfuhren sollen dabei mit vier Prozent deutlich stärker zulegen als die Gesamtwirtschaft.

Pkw in Bremerhaven: Exporte sollen deutlich steigen
REUTERS

Pkw in Bremerhaven: Exporte sollen deutlich steigen


Berlin/Wiesbaden - Die deutsche Wirtschaft geht davon aus, im kommenden Jahr einen neuen Exportrekord aufzustellen. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) erwartet für 2014 einen Exportumsatz von 1,45 Billionen Euro, berichtet die "Bild"-Zeitung.

Überraschender als eine neue Höchstmarke für den Wert der Ausfuhren an sich ist die enorme Steigerungsrate, die sich aus der Prognose des Wirtschaftsverbands ergibt. Sie entspricht einem Plus von mehr als vier Prozent im Vergleich zu 2013 - und liegt damit deutlich über den Erwartungen für das Wirtschaftswachstum insgesamt. Die Bundesregierung sagt für 2014 ein Plus von 1,7 Prozent voraus.

Damit dürfte die internationale Kritik an der deutschen Exportstärke kaum leiser werden. Der Überschuss bei den Ausfuhren schwäche die Krisenländer der Euro-Zone zu stark, monieren Ökonomen. Zudem werde der Konsum deutscher Güter im Ausland oft durch Schulden finanziert. Beides schade den ohnehin hoch verschuldeten Ländern im Süden Europas.

Im November hatte die EU-Kommission eine Untersuchung der hohen Handelsbilanzüberschüsse der Bundesrepublik gestartet. Sie will überprüfen, ob Deutschland gegen EU-Regeln verstößt. Denn eigentlich darf der Außenhandelsüberschuss eines Landes im Durchschnitt von drei Jahren nicht bei mehr als sechs Prozent liegen. Deutschlands Exportplus übersteigt jedoch seit 2006 diesen Wert.

Der DIHK selbst sieht den erwarteten Exportrekord dagegen aus einer rein bundesrepublikanischen Perspektive ausschließlich positiv: "Das sichert Jobs in Deutschland", sagte Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben der Zeitung. Jeder dritte Beschäftigte arbeite mittlerweile für den Export.

fdi/Reuters



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insgesamt 53 Beiträge
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analysatorveritas 27.12.2013
1. Das Europroblem!
Zitat von sysopREUTERSDie Kritik an der deutschen Exportstärke könnte sich im kommenden Jahr noch verschärfen. Die Wirtschaft rechnet einem Zeitungsbericht zufolge für 2014 mit einem neuen Rekord. Die Ausfuhren sollen dabei mit vier Prozent deutlich stärker zulegen als die Gesamtwirtschaft. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/aussenhandel-deutsche-wirtschaft-rechnet-2014-mit-export-rekord-a-940912.html
Der italienische Ministerpräsident Letta schimpfte schon auf den "hohen Außenwert des Euro gegenüber dem Dollar". Sollten sich zusätzlich die ökonomischen Ungleichgewichte im Euroraum verstärken, gerät Merkel in Brüssel unter Druck. Viele angeschlagene Eurovolkswirtschaften brauchen und wollen einen schwächeren Euro, eine andere Geld-, Währungs-, Arbeitsmarkt-, Budget- und Finanzpolitik. Draghi's Vize möchte den weiteren massiven Ankauf von Eurostaatsanleihen, die Entscheidung über diese Vorgehensweise in Karlsruhe steht noch aus. Merkel wird in Brüssel unter Druck geraten, die EZB ist weiterhin gefordert und muss weitere Programme auflegen, Weidmann ist isoliert. Der Euroraum ist, war und bleibt eine fragementierte Wirtschaftszone und ein dysfunktionaler Währungsraum. Und viele Euroländer stecken in der Wettbewerbs- und Überschuldungsfalle. Berlin braucht ein neues europäisches Konzept, im neuen Jahr 2014 wartet also viel Arbeit auf die neue groKo. Deutsche Exporterfolge alleine werden daran wohl kaum etwas ändern können, denn man teilt sich eine neue, multinationale Einheitswährung mit vielen anderen Problemvolkswirtschaften.
cpt.holzschnauz 27.12.2013
2. Eurosozialismus?
Ihr armen Deutschen müsst wirklich für alles den Kopf hinhalten, ich als "neutraler" Schweizer sag jetzt mal: Die Deutschen sollen Erfolg haben dürfen, die Deutschen sollen sagen dürfen wenn ihnen etwas nicht passt, der zweite Weltkrieg ist lange vorbei, die EU soll froh sein das die Deutschen arbeiten und das südliche Larifari bezahlen, Deutsche hört endlich mit der Selbstzerfleischrei auf (Da sind wir Schweizer weltspitze) . In diesem Sinne ein erfolgreiches 2014! Prost!
Neapolitaner 27.12.2013
3. Unheimlich und bedrohlich
Zitat von sysopREUTERSDie Kritik an der deutschen Exportstärke könnte sich im kommenden Jahr noch verschärfen. Die Wirtschaft rechnet einem Zeitungsbericht zufolge für 2014 mit einem neuen Rekord. Die Ausfuhren sollen dabei mit vier Prozent deutlich stärker zulegen als die Gesamtwirtschaft. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/aussenhandel-deutsche-wirtschaft-rechnet-2014-mit-export-rekord-a-940912.html
Während andere, ehemals große Industriestaaten in der Rezession verharren und die Schwellenländer erheblich unter Druck geraten, baut Deutschland seinen Export aus. Zugleich erholt sich die Kaufkraft nach den Rückschlägen 2002 - 2009 nicht, und die Investitionen in D. bleiben schwach. Die dt. Exporterfolge werden sämtlich durch die Ausweitung der Bankbilanzen finanziert, inklusive der der Zentralbank(en). Letztlich Geld ohne Gegenwert. Unter diesen Umständen gibt es mit dem "Spitzenwert beim Export" nichts zu feiern.
Arrakis 27.12.2013
4. Deutsches Wintermärchen
Angenommen, die Meldung ist wahr und die Erwartungen an den Export gehen in Erfüllung. Dann hätte "die Wirtschaft" einen guten Anlaß, um mehr Personal einzustellen, unbefristet und anständig bezahlt. Mal sehen, warum das nicht geht. Die Erklärung wird nicht lange auf sich warten lassen. Mal sehen, wie lange es dauert, bis die Öffentlichkeit erfährt, daß spanische und griechische Arbeitslose importiert werden müssen, weil die deutschen Arbeitslosen alle zu dumm, zu faul und zu anspruchsvoll sind oder aus welchen Gründen sie nicht in Frage kommen. Die Arbeitslosen sind übrigens vorhanden, wenn man einen Sündenbock braucht, wenn man eine Sau durchs Dorf treiben muß. Sie sind dagegen nicht vorhanden, wenn die Politik Erfolgsmeldungen nötig hat. Dann ist nämlich beinahe Vollbeschäftigung, die Reformen im Arbeits- und Sozialwesen sind ein Erfolg, der in die Geschichtsbücher eingehen wird und die Bundesagentur für Arbeit ist eine Vorzeigebehörde. Die Gleichschaltung in Presse, Funk, Fernsehen und Internet funktioniert schon ganz gut. Ab dem neuen Jahr sollte man sich aber noch mehr auf das Vermeiden inhaltlicher Widersprüche konzentrieren. Selbst der treueste und bemühteste deutsche Michel weiß ja nicht mehr, was er noch glauben soll. So geht das natürlich nicht.
kenterziege 27.12.2013
5. Kritik an der Exportstärke?
Zitat von sysopREUTERSDie Kritik an der deutschen Exportstärke könnte sich im kommenden Jahr noch verschärfen. Die Wirtschaft rechnet einem Zeitungsbericht zufolge für 2014 mit einem neuen Rekord. Die Ausfuhren sollen dabei mit vier Prozent deutlich stärker zulegen als die Gesamtwirtschaft. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/aussenhandel-deutsche-wirtschaft-rechnet-2014-mit-export-rekord-a-940912.html
Ich kann es nicht mehr ertragen! Niemand ist gezwungen unsere Waren zu kaufen! Das haben früher die Briten in ihren Kolonien getan, um ihren Schrott los zu werden. Heute basiert das auf Freiwilligkeit. Wenn ein Franzose lieber ein deutsches Auto kauft, als ein französisches, dann ist das doch eine demokratische Entscheidung, die man nur begrüßen kann. Als Chef von Peugeot oder Renault würde ich mal überlegen, woran es liegen könnte. Wenn eine chinesische Firma lieber einen deutschen Roboter für die Fertigung kauft, als einen japanischen, dann ist es doch o.k.! Wenn die Franzosen keinen Roboter verkaufen, weil sie keine bauen, ist es ihre Sache. Wenn Franzosen wenig die Welt exportieren, weil sie nur ungern englisch sprechen oder Sonntags arbeiten, dann ist das auch ihre Sache! Wir üben daran keine Kritik, solange wir dafür nicht zahlen müssen. Wir sollten uns jede Kritik von außen strikt verbitten! Es ist die Kritik der Low-Performer.
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