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Ausstieg bei EADS: Regierung ködert Daimler mit Elektroauto-Prämie

Berlin fürchtet um den deutschen Einfluss beim Luftfahrt- und Rüstungskonzern. Damit Daimler seine EADS-Anteile behält, könnte die Bundesregierung nach SPIEGEL-Informationen einen Wunsch des Autobauers erfüllen: eine Verkaufsprämie für Elektroautos. 

EADS-Standort in Friedrichshafen: Daimler will aussteigen Zur Großansicht
DPA

EADS-Standort in Friedrichshafen: Daimler will aussteigen

Hamburg - EADS ist nicht irgendein Konzern. In der Luftfahrtbranche kämpft das Unternehmen mit US-Konkurrent Boeing regelmäßig um Milliardenaufträge, als Rüstungskonzern beliefert es unter anderem die Bundeswehr. Und als deutsch-französisches Unternehmen wurde EADS immer wieder Schauplatz von Machtkämpfen zwischen den beiden Ländern.

Deshalb ist Berlin nun offenbar wenig begeistert, dass der deutsche Einfluss bei EADS sinken könnte. Der Automobilkonzern Daimler soll den Verkauf seines 15-Prozent-Anteils an EADS planen. Nach SPIEGEL-Informationen prüft die Bundesregierung nun, wie sie Daimler Chart zeigen bewegen kann, seine Anteile zu halten.

Sollte das Stuttgarter Unternehmen weiter als Aktionär zur Verfügung stehen, sei das Bundeskabinett bereit, über eine Verkaufsprämie für Elektroautos nachzudenken, hieß es jüngst bei Gesprächen zwischen Regierungs- und Konzernvertretern in Berlin. Vor einigen Wochen hatte Daimler-Chef Dieter Zetsche gefordert, ein entsprechendes Förderprogramm aufzulegen, um den Verkauf der Elektromobile anzukurbeln.

Daimler und der französische Staat sind derzeit mit je 15 Prozent an dem Konzern beteiligt, die französische Lagardère-Gruppe und ein deutsches Bankenkonsortium halten jeweils rund 7,5 Prozent. Für den Anteil der deutschen Bankengruppe liegen die Stimmrechte bei Daimler. Vertraglich sind die Schwaben bis 2012 gebunden.

Die Chancen Berlins, Daimler umzustimmen, stehen aber schlecht. Das Unternehmen ist fest entschlossen, seine EADS-Anteile deutlich zu reduzieren. Diese Woche will die Bundesregierung darüber beraten, wie der deutsche Einfluss auch bei einem Rückzug Daimlers aufrechterhalten werden könnte.

EADS selbst will nach Informationen der "Wirtschaftswoche" Lagardère und Daimler sowie den Regierungen von Frankreich und Deutschland ein besonderes Stimmrecht in strategischen Fragen einräumen. Dazu soll eine sogenannte Goldenen Aktie geschaffen werden. Solche Aktien räumen Anteilseignern Rechte ein, die über die Befugnisse anderer Aktionäre hinausgehen - ein Beispiel ist die Sperrminorität des Landes Niedersachsen beim Autokonzern Volkswagen. EADS wollte sich zu den angeblichen Plänen nicht äußern, auch das Wirtschaftsministeriums bestätigte den Bericht nicht.

dab/dpa

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insgesamt 9 Beiträge
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1. Ganz einfach:
jObserver 20.02.2011
Der BUND kauft die Anteile. Warum denn bitte nicht, auf der anderen Seite steht auch der Staat (Frankreich). Wehe, Bundesregierung, wenn ihr jetzt EADS an den Franzosen verpokert.
2. Seit
Hovac 20.02.2011
wann gehört den Daimler dem Staat, also wie kann es wichtig sein das EADS bei Daimler ist.
3. Finger weg!
oldharold 20.02.2011
Wann begreifen Politiker endlich, dass sie keine blasse Ahnung haben, wie Wirtschaft funktioniert und sich daher am besten völlig raushalten sollten? Keine Subventionen, wofür auch immer! Nur Eingriffe, wenn Marktmacht missbraucht wird!
4. russland
iosono3 20.02.2011
mit diesen anteilen wird russland bei EADS mit ins boot genommen-die achse paris-berlin-moskau ist die zukunft europas gegen die usa ,china,indien..........warschau schaut schon böse-können sich halt nicht entscheiden die polen zwischen den usa und europa-pech für warschau
5. Wo bleibt unserer Blubberer
Haligalli 20.02.2011
Zitat von sysopBerlin fürchtet um den deutschen Einfluss*beim Luftfahrt- und Rüstungskonzern. Damit Daimler seine*EADS-Anteile*behält, könnte die Bundesregierung nach SPIEGEL-Informationen*einen Wunsch des Autobauers*erfüllen: eine Verkaufsprämie für Elektroautos.* http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,746650,00.html
Jetzt ist es an der Zeit dass sich unser Wirtschaftsminister Brüder'le sich der Sache an nimmt. Es kann nicht sein, dass sich die Anteile bei EADS zu Gunsten der Franzosen ändert. Wenn er das nicht geregelt kriegt, soll er schleunigst sein Amt zur Verfügung stellen.
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EADS
Der Konzern
Die European Aeronautic Defence and Space Company (EADS) wurde 2000 gegründet. EADS ist der größte Luft-, Raumfahrt- und Rüstungskonzern in Europa und der zweitgrößte Branchenvertreter der Welt. Das Unternehmen setzt gut 40 Milliarden Euro pro Jahr um und beschäftigt fast 120.000 Mitarbeiter.
Die Geschäftsfelder
Rund drei Viertel seines Umsatzes erzielt EADS mit dem Flugzeughersteller Airbus, der sowohl zivile (unter anderem A 380) als auch militärische (A400M) Modelle im Angebot hat. Der restliche Umsatz verteilt sich auf das Geschäft mit Hubschraubern ("Eurocopter"), die Raumfahrt ("Astrium") sowie die Produktion von Eurofigthern und Co.
Der Chef
Seit Juni 2012 steht der Deutschen Thomas Enders an der Spitze von EADS. Zuvor hatte der Franzose Louis Gallois den Konzern geführt.

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