Kohlewende Australiens Klimarat rügt Energiepolitik von Premier Abbott 

Australiens unabhängiger Klimarat schlägt Alarm. Das Land entwickle sich von einem Vorreiter der Energiewende zum Nachzügler.

Australische Kohlemine: Energiewende rückwärts
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Australische Kohlemine: Energiewende rückwärts


Sydney - Australiens Energiewirtschaft hat eine beispiellose Kehrtwende vollzogen. Die Investitionen in erneuerbare Energien seien im Vergleich zum Vorjahr um 70 Prozent zurückgegangen, berichtet der unabhängige Klimarat des Landes in einer aktuellen Studie.

Schuld an dem Rückgang seien unklare Vorgaben in der Klimapolitik des Landes, schreiben die Spezialisten des Klimarats. "Wir hinken der ganzen Welt hinterher", sagte dessen Vorsitzender, Tim Flannery, dem Rundfunksender ABC.

Australien gehört zu den Ländern mit dem höchsten Pro-Kopf-Ausstoß an CO2, dieser liege höher als jener der Europäer oder Chinesen, heißt es in dem Bericht: Im weltweiten Vergleich belege das Land inzwischen den 15. Platz der Treibhausgas-Produzenten, vor 170 anderen Ländern. Australien bekomme bereits häufiger die Auswirkungen extremen Wetters zu spüren - wie viel Einfluss der Staat auf die Weltpolitik hinsichtlich des Klimawandels nehmen könne, hänge entscheidend davon ab, wie effektiv die Energiepolitik im eigenen Land implementiert werde.

Welche immensen Kosten Extremwetter infolge des Klimawandels verursacht, hatten im Sommer US-Experten für die Wirtschaft der Vereinigten Staaten in einer Studie veröffentlicht.

Australien hat unter der Regierung des konservativen Premierministers Tony Abbott, der seit rund einem Jahr im Amt ist, die seit 2012 geltende Kohlendioxidsteuer ("carbon pricing tax") kassiert. Das Argument: Sie sei schlecht fürs Geschäft. Die Regierung setzt statt auf grüne Energiequellen wieder auf Kohle. Hatte Abbotts Vorgänger, der Labour-Politiker Kevin Rudd, den Klimawandel noch als "größte moralische Herausforderung unseres Lebens" bezeichnet, hatte Abbott diesen als "absoluten Mist" abgetan.

Der von Spenden finanzierte Klimarat wurde von Wissenschaftlern der früheren staatlichen Klimakommission gegründet, die die konservative Regierung von Abbott nach Amtsantritt im vergangenen Jahr ebenfalls abgeschafft hatte.

Abbott ist Gastgeber des G20-Gipfeltreffens der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer. Sie tagen kommendes Wochenende in Brisbane an der australischen Ostküste. Er hat deutlich gemacht, dass er dem Thema Klimawandel keinen breiten Raum einräumen will. Nach vorläufigen Entwürfen soll es in der Abschlusserklärung nur mit einem Satz vorkommen.

bos/dpa

Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 34 Beiträge
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Bondurant 10.11.2014
1.
berichtet der unabhängige Klimarat des Landes Den Witz muss man verstehen. Unabhängig, my ass. Richtig hieße es: predigen die Priester der Klimareligion.
Delago 10.11.2014
2. Abbott ist zu loben
Vor der Wahl war Australien fest in der Hand der Klimaalarmisten. Jetzt scheint dort Vernunft eingekehrt zu sein. Nehmen wir uns ein Beispiel daran.
Mr Bounz 10.11.2014
3. Geld Geld Geld
Das man Geld nicht essen kann sollte hinlänglich bekannt sein. Es schützt aber auch nicht vor: - Hautkrebs - Uberschwemmungen - Dürren - Smog - usw.
AirStalz 10.11.2014
4. Siggi Pop tauschen?
Können wir sind den fülligen Nullpolitiker Siggi Pop gehen Abbott tauschen? Dann kehrt bei uns auch wieder die Vernunft ein, die die Ökostalinisten nicht wahrhaben wollen.
druck_im_topf 10.11.2014
5. Ohne Argumente ...
... geht es natürlich auch ein Posting abzusetzen. @Bondurant, @Delago, Sie repräsentieren ihre eigene Meinung ohne auch nur den Ansatz eines Argumentes in den Kommentar einzubauen. Sie reden von "eingekehrter Vernunft" an der man sich "ein Beispiel nehmen" sollte. Und was das "Predigen" betrifft, was tun Sie denn mit solchen Meinungsäußerungen? Schönen Tag noch!
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