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Sinkende Kurse an den Börsen: Krim-Krise versetzt Anleger in Angst

Börsenhändler in Frankfurt: Ende der Kursrallaye Zur Großansicht
DPA

Börsenhändler in Frankfurt: Ende der Kursrallaye

Die Krim-Krise sorgt für Alarmstimmung an den Weltbörsen: Der Dax stürzt zum Handelsstart auf ein Jahrestief. In Russland und Japan fallen die Aktienkurse, zuvor hatte der Dow Jones stark nachgegeben - die inzwischen fünfjährige Kursrallye scheint endgültig beendet zu sein.

Frankfurt am Main - Die Angst vor einer weiteren Zuspitzung der Krim-Krise hat den Dax Chart zeigen am Freitag zur Eröffnung unter die wichtige Marke von 9000 Punkten gedrückt. Der deutsche Leitindex fiel in den ersten Handelsminuten um 0,8 Prozent auf 8940 Punkte. "Die Anleger sind wegen der Krim-Krise verunsichert. Außerdem ist das Fallen unter die 9000 Punkte für den einen oder anderen ein Grund zu verkaufen", sagte ein Händler. Der Dax hatte zuletzt im Dezember unter dieser psychologisch wichtigen Marke notiert.

Am Sonntag wird darüber abgestimmt, ob die Krim sich von der Ukraine abspalten und sich Russland anschließen wird. Westliche Staaten, darunter auch Deutschland, stufen das Referendum als illegal ein. Sie drohen der Regierung in Moskau mit Sanktionen, sollte sie sich die Krim einverleiben. US-Außenminister John Kerry und sein russischer Kollege Sergej Lawrow wollen sich am heutigen Freitag in London treffen.

In den ersten Handelsminuten verlor der Dax 0,91 Prozent auf 8935,53 Punkte. In dieser Woche ist der Dax damit um 4,44 Prozent gefallen. Der EuroStoxx 50 Chart zeigen als Leitindex der Eurozone gab ebenfalls um 0,60 Prozent auf 3001,45 Punkte nach.

Die Kursverluste zogen sich durch alle Branchen. Besonders deutlich fielen die Papiere von K+S, die um 2,5 Prozent nachgaben und damit ihre Talfahrt fortsetzten. Im MDax Chart zeigen rutschten Gerry Weber Chart zeigen nach der Vorlage von Quartalszahlen um knapp vier Prozent ab.

Auch China bereitet Sorgen

Neben der der Unsicherheit vor dem Referendum auf der Krim sorgten auch andere Faktoren für Ausverkaufsstimmung. So hat die jüngste Stärke des japanischen Yen Chart zeigen den Tokioter Leitindex Nikkei Chart zeigen über drei Prozent ins Minus gedrückt. Die Risikoscheu nehme vor dem Wochenende und dem anstehenden Referendum auf der Krim deutlich zu, und die japanische Währung sei neben Gold Chart zeigen erste Wahl der Anleger, sagte Marktstratege Stan Shamu von IG.

Auch die US-Börsen hatten am Vorabend deutlich nachgegeben und zeigen weiter nach unten. Händler sagten, viele Anleger hätten aus den vergangenen Wochenenden gelernt und die mittlerweile schon typische Wochenendabsicherung bereits am Donnerstag vorgenommen. Wegen einer möglichen Eskalation auf der Krim scheuen Investoren derzeit Haltepositionen über mehrere Tage.

Neben der Ukraine bereitet auch China weiterhin Sorgen: Wegen der schwächelnden Konjunktur geraten immer mehr chinesische Firmen in finanzielle Schieflage. Vergangene Woche platzte dort erstmals eine Unternehmensanleihe. "Der Markt ist in Alarmbereitschaft wegen möglicher weiterer und größerer Pleiten", sagte Analyst Jeremy Batstone-Carr vom Brokerhaus Charles Stanley.

Der Kursaufschwung am Aktienmarkt hatte im März 2008 begonnen und ist nun exakt 5 Jahre alt. Mit der Stabilisierung der Konjunktur in den USA rechnet eine steigende Zahl von Anlegern nun mit der schrittweisen Abkehr von der Politik des billigen Geldes: Sobald die Zinsen wieder langsam steigen, werden auch andere Anlageformen als die Aktie wieder interessanter. Da die Kursrallye auf das billige Geld der Notenbank zurückgeht, dürfte eine Änderung der Notenbankpolitik auch das Ende des jüngsten Kursaufschwungs bedeuten.

mik/dpa/Reuters

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insgesamt 14 Beiträge
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1. Kann bei einem Wochenverlust von
streitross2012 14.03.2014
5 % keine Ausverkaufstimmung feststellen. Das ist Boulevarzeitungsstil. Noch eine alte Börsenweisheit hinterher: Politische Kurse haben kurze Beine ;-)
2. It´s the economy - stupid!
drvoigt 14.03.2014
Neben all den marktschreierischen Positionskämpfen um die Ukraine fällt in diesen Tagen eigentlich nur eins umso deutlicher auf. Das große Schweigen des Herrn Schäuble. Denn er weiß, egal was er sagt, egal wohin er sich wendet (oder windet), es geht nicht gut aus. Folgt er seinen bisherigen Intentionen und Zielen, die EU-Finanzen zu regeln, Haushaltsdisziplin einzuführen, Kontrollmechanismen zu schaffen muesste er jetzt angesichts der Krimkrise aufstehen und laut und deutlich erklären, dass kein Geld da ist und Geld nur gezahlt werden kann im Einklang mit allen finanzpolitischen Reglements der EU. Das wäre politischer Selbstmord und würde alle EU-Anstrengungen in der Ukraine torpedieren mit unabsehbaren Folgen für die Situation in der Ukraine. Oder er wirft jetzt alles über Bord, was er über Jahre versucht hat durchzusetzen und zum Teil durchsetzen konnte zur langfristigen Stabilisierung der EU-Finanzen, dann werden die europäischen Krisenstaaten stande pede die Rechnung präsentieren. Einen Vorgeschmack hat das Europäische Parlament diese Woche bereits geliefert: Unterstützung für die Ukraine auf alle Fälle. Dann Verwunderung, dass entgegen aller vorherigen Beteuerungen der EU-Kommission es sei kein weiteres Geld für die Krisenstaaten da plötzlich 11 Mrd. aus dem Hut gezaubert wurden. Darauf folgend laute Forderungen, dass eine Unterstützung der Ukraine nur erfolgen kann bei der Freigabe großer finanzieller Mittel für die EU-Nehmerländer. Und abschließend die klare Ansage, dass eine finanzielle Unterstützung der Ukraine auf keinen Fall zu Lasten der Nehmerländer gehen darf (z.B. durch Umverteilung, Reduzierung der Zahlungen an andere EU-Mitgliedsstaaten), d.h. alle diese Mitte zusätzlich von den Geberländern aufgebracht werden müssen + zusätzliches Geld für die Krisenstaaten. So schweigt er denn und singt leise im Gedenken an die schwarze Null, die er diese Woche präsentieren durfte: "Wer soll das bezahlen, wer hat das bestellt?" Und alle weiteren Wortmeldungen in Richtung Sanktionen gegen Russland lassen die Börse immer weiter in die Tiefe rutschen und verschärft die Lage in den europäischen Krisentstaaten täglich.
3.
Hafturlaub 14.03.2014
Zitat von streitross20125 % keine Ausverkaufstimmung feststellen. Das ist Boulevarzeitungsstil. Noch eine alte Börsenweisheit hinterher: Politische Kurse haben kurze Beine ;-)
So schauts aus. Ich finde die Krim-Krise wäre durchaus mal ein geeigneter Anlass für einen größeren Rücksetzer nach diesem Anstieg. Das wäre durchaus gesund und würde einer evtl. Überhitzung vorbeugen.
4. Kaufen wenn ...
de-be 14.03.2014
Ich habe zurzeit nur wenig Geld in Aktien investiert, deswegen sehe ich diese Entwicklung sehr entspannt und warte mit meinen Aktienkäufen, bis die Kanonen donnern.
5.
blurps11 14.03.2014
Zitat von streitross20125 % keine Ausverkaufstimmung feststellen. Das ist Boulevarzeitungsstil. Noch eine alte Börsenweisheit hinterher: Politische Kurse haben kurze Beine ;-)
Stimmt, zumindest der Nikkei hat aber noch deutlichen Korrekturbedarf nach unten und nicht aus geopolitischen Gründen.
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So steht der Dax gerade
13:04 Uhr Kurs absolut in %
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MDax 20.809,93 +26,03 0,13
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